DFB-Frauen besiegen WM-Geheimfavorit Nordkorea

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Simone Laudehr (l) gratuliert der Torschützin zum 1:0, Kim Kulig (l)

Ingolstadt - Auf ihrem Weg zum angestrebten Titel-Hattrick ist die deutsche Frauenfußball-Nationalmannschaft mit einem Prestige-Sieg in Ingolstadt gut aus den Startlöchern gekommen.

Fünf Wochen vor dem Eröffnungsspiel der Heim-WM am 26. Juni gegen Kanada in Berlin gewann die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) ihr erstes Vorbereitungsspiel gegen WM-Geheimfavorit Nordkorea mit 2:0 (0:0) - von einer weltmeisterlichen Form ist sie aber noch ein Stück entfernt. Die Tore vor 8756 Zuschauern in Ingolstadt erzielten Kim Kulig per Foulelfmeter (59.) und die eingewechselte Celia Okoyino da Mbabi (85.).

So schön ist der Frauenfußball

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Bei der ersten Standortbestimmung seit dem 8:0 gegen den zweiten deutschen WM-Gegner Nigeria im vergangenen November schickte Neid eine Mannschaft auf den Platz, die einer mutmaßlichen Formation für die WM (26. Juni bis 17. Juli) schon weitgehend nahe kam. Zu den Spielerinnen, die für einen Stammplatz bisher nicht unbedingt in Betracht kommen, gehörten Verena Faißt vom VfL Wolfsburg, die links für Babett Peter verteidigte und dabei einen guten Eindruck hinterließ, sowie im Angriff Alexandra Popp für die verletzte Inka Grings. Stammkraft Annike Krahn durfte in der Innenverteidigung ihr Comeback nach einem Kreuzbandriss geben.

Die deutsche Mannschaft erspielte sich bereits in den ersten 25 Minuten einige gute Gelegenheiten, die beste vereitelte die nordkoreanische Torhüterin Hong Myong Hui bei einem Schuss von Kerstin Garefrekes (23.). Insgesamt konnte die DFB-Auswahl nach den bislang fünf Trainingslehrgängen im Spielaufbau noch nicht überzeugen. Dies lag allerdings auch daran, dass die laufstarken, kompakten und quirligen Nordkoreanerinnen der erwartet unangenehme Gegner waren und die deutschen Angriffsbemühungen gekonnt störten. Gefährlich wurde es, wenn die DFB-Frauen schnell und direkt spielen konnten.

Abstimmungsprobleme gab es auch noch in der Defensive. Dabei hatten die deutschen Frauen Glück, als Verena Faißt einen Schuss von Mittelfeldspielerin Ri Ye Gyong an den Pfosten abfälschte (38. ). Kurz darauf parierte die deutsche Torhüterin Nadine Angerer ausgezeichnet gegen Nordkoreas Starspielerin Jo Yun Mi (42.). Über weite Strecken plätscherte das Spiel allerdings dahin, und es war bezeichnend, dass der erste Treffer nach einem ruhenden Ball fiel. U20-Weltmeisterin Kulig erzielte vom Elfmeterpunkt ihr viertes Länderspieltor, zuvor war Birgit Prinz im Strafraum gefoult worden (59.).

„Grundsätzlich will ich so viele Spielerinnen wie möglich noch einmal sehen“, hatte Neid vor der Begegnung mit den Nordkoreanerinnen erklärt, aber auch ergänzt: „Die Frage wird aber sein, ob ich die, die ich eigentlich nicht mit zur WM nehmen will, noch einmal spielen lasse.“ 26 Spielerinnen hatte die Bundestrainerin für den vorläufigen Kader nominiert, für vier Feldspielerinnen und eine Torfrau wird der Traum von der Teilnahme an der Heim-WM noch platzen. Am kommenden Freitag gibt Neid den WM-Kader bekannt, mit dem sie dann noch zwei Lehrgänge und drei weitere Vorbereitungsspiele absolviert.

Bis zum WM-Eröffnungsspiel im schon ausverkauften Berliner Olympiastadion bestreiten die deutschen Fußball-Frauen noch drei weitere Testbegegnungen: Am 3. Juni gegen Italien in Osnabrück, am 7. Juni gegen die Niederlande in Aachen sowie am 16. Juni gegen Norwegen in Mainz. Dazwischen liegen noch zwei weitere Lehrgänge. Bei der WM trifft die DFB-Auswahl in ihrer Vorrundengruppe neben Kanada und Nigeria auf Frankreich.

Beste Spielerinnen aufseiten der Deutschen waren Kulig und Simone Laudehr, bei Nordkorea konnten sich Jo Yun-Mi und Jon Myong-Hwa empfehlen.

sid

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