Boateng-Ersatz und Lahm-Klon

Darum passen Süle und Rudy ins Beuteschema der Bayern

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Rudy (re.) mit dem Ex-Bayer Sandro Wagner. 

München - Sebastian Rudy und Niklas Süle vom Fußball-Bundesligisten 1899 Hoffenheim sind ins Visier von Bayern München geraten. Beide Nationalspieler passen zum Rekordmeister.

Julian Nagelsmann kämpft (noch) gegen die Mechanismen des Geschäfts. "Ich habe sie gerne bei mir und hätte sie gern auch im Sommer bei mir", sagte der Trainer des Fußball-Bundesligisten 1899 Hoffenheim über seine Nationalspieler Sebastian Rudy und Niklas Süle.

Doch es wird wohl anders kommen. Schließlich ist der Rekordmeister an beiden TSG-Leistungsträgern dran. Und was Bayern München will, bekommt der Branchenführer auch meistens. Dass damit gleichzeitig ein aufstrebender Konkurrenten geschwächt wird, gehört bekanntlich auch seit Jahren zur Politik des FCB.

Deshalb gab Nagelsmann sicherheitshalber zu Protokoll, dass sein Klub "für viele Fälle gerüstet" sei. Schließlich muss der Coach davon ausgehen, dass Innenverteidiger Süle (21) und Mittelfeldspieler Rudy (26) im Sommer an die Isar wechseln werden. Während für Süle, dessen Vertrag im Kraichgau noch bis 2019 läuft, eine Ablösesumme von 25 Millionen Euro im Gespräch ist, könnte Rudy (Vertrag läuft aus) ablösefrei gehen.

Süle: Ersatz für Hummels oder Boateng

Für Nagelsmann kommt diese Entwicklung nicht allzu überraschend. "Das bringt der Beruf so mit sich, dass andere Vereine Interesse hinterlegen oder medial streuen, wenn man einigermaßen gute Leistungen zeigt", sagte der 29-Jährige: "Das ist ja nicht das erste Gerücht über die beiden und nicht die erste Anfrage, die medial gestreut wird." Doch diesmal ist es wohl die entscheidende Anfrage. Vor allem, weil beide Profis sehr gut zu den Bayern passen würden.

Süle spielte sich bei den Olympischen Spielen in Rio erstmals international in den Fokus, als er beim Gewinn der Silbermedaille zu den Stützen der Mannschaft gehörte. Im September gab er gegen Finnland (2:0) sein Debüt in der Nationalmannschaft. Seit Süle seinen Kreuzbandriss vor zwei Jahren überwunden hat, spielt er konstant auf hohem Niveau. Er wäre die perfekte Ergänzung zu Mats Hummels und Jerome Boateng, wenn einer der beiden Abwehrrecken verletzt ist oder aufgrund der hohen Belastung eine Pause braucht.

Rudy: Der Lahm-Klon

Und Rudy ist mehr oder weniger der Klon von Philipp Lahm. Sollte der frühere Kapitän der Nationalmannschaft tatsächlich nach dieser Saison aufhören, wäre der Mann mit der ähnlichen Statur aus Hoffenheim der richtige Ersatz für die Position im defensiven Mittelfeld oder auf der rechten Abwehrseite.

Aus all diesen Gründen bemühte sich TSG-Sportchef Alexander Rosen gar nicht erst um ein glaubhaftes Dementi. "Bei Sebastian Rudy kam es bisher einfach nicht zu einer Vertragsverlängerung. Jetzt müssen wir einfach abwarten, was die Zukunft bringt", sagte Rosen: "Bei Niklas Süle ist es so: Mal ehrlich, mit dem befasst sich jeder Topklub in Europa. Die Klubs wären auch bescheuert, wenn sie sich nicht mit ihm befassen würden."

sid

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