2. Bundesliga

Nach Spielabsage in Dresden: HSV-Profis sammeln Geld für Fahrtkosten der Fans

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Die Mannschaft des Hamburger SV nach einem Liga-Spiel.

Die Partie zwischen Dynamo Dresden und dem Hamburger SV in der 2. Bundesliga ist wohl abgesagt worden. Die sächsische Polizei benötigt alle Einsatzkräfte für die in Chemnitz angekündigten Demonstrationen.

Update vom 1. September, 15.17 Uhr: HSV-Profis sammeln Geld für Fans

Fußball-Zweitligist Hamburger SV will Geld für die Fans sammeln, damit diese ihre Kosten für das abgesagte Punktspiel bei Dynamo Dresden ausgleichen können. „Die komplette Mannschaft hat entschieden, dass sie Geld sammeln wird. Diese Geld wird dann den Fans übergeben, die sich entscheiden können, wie das Geld am sinnvollsten eingesetzt wird. So, dass es für den ein oder anderen eine Hilfe sein kann“, sagte Trainer Christian Titz am Samstag. HSV-Anhänger waren bereits nach Dresden gereist oder hatten Bahntickets gekauft.

Die ursprünglich für den heutigen Samstagmittag vorgesehene Partie bei Dynamo Dresden war am Freitagabend abgesagt worden. Grund sind Demonstrationen in Chemnitz, die einen Polizei-Großeinsatz erfordern. Dafür wurden auch Beamte aus Dresden angefordert, die das Zweitliga-Spiel im ausverkauften DDV-Stadion sichern sollten.

HSV-Trainer Titz drängt auf eine schnelle Neuansetzung des Spiels. „Ich will die Absage aus sportlicher Sicht nicht überbewerten. Aber klar ist, dass wir so schnell wie möglich das Nachholspiel wollen. Damit wir punktemäßig keinem Abstand hinterherlaufen, für den wir nichts können“, sagte er.

Update vom 31. August, 21.53 Uhr: HSV tritt noch am Freitag Rückreise an

Nach der Absage des Punktspiels bei Dynamo Dresden hat Fußball-Zweitligist Hamburger SV noch am Freitagabend die 500 Kilometer lange Rückreise angetreten. Das Team von Trainer Christian Titz war mit der Bahn angereist. Nach der Ankunft und der Verschiebung der Partie auf einen noch nicht bestimmten Termin aßen Spieler und Verantwortliche im Hotel und fuhren dann mit dem Mannschaftsbus zurück in den Norden. Gegen Samstagmittag sollte nach Angaben des Vereins eine Trainingseinheit stattfinden.

„Es tut mit unglaublich leid für euch“, sagte Titz in einer Botschaft an die Fans. Viele von ihnen waren bereits nach Dresden gekommen und haben einige Kosten auf sich genommen. „Wir hoffen, dass wir das Spiel zeitnah nachholen können“, meinte der Trainer. Die Tickets behalten ihre Gültigkeit.

Erstmeldung: Dynamo Dresden gegen den HSV wegen Demonstrationen in Chemnitz abgesgat

Chemnitz - Wegen mehrerer angekündigten Demonstrationen im sächsischen Chemnitz wurde das Zweitliga-Spiel zwischen Dynamo Dresden und dem Hamburger SV von der DFL abgesagt. Wie bild.de berichet, werden alle verfügbaren Einsatzkräfte der Polizei in Chemnitz benötigt, weswegen eine Absage der Partie in der sächsischen Landeshauptstadt Dresden nötig wurde. Die Begegnung im mehr als 30.0000 Zuschauer fassenden DDV-Stadion war ausverkauft und hätte am Samstag den 1. September um 13.00 Uhr angepfiffen werden sollen. 

"Auf Weisung" des sächsischen Innenministeriums sei das Spiel des Bundesliga-Absteigers in Dresden abgesagt worden, teilte die DFL am Freitagabend mit: "Hintergrund ist eine Verfügung des Staatsministeriums, dass aufgrund von Demonstrationen in Chemnitz am Samstag für das Spiel in Dresden vorgesehene Polizeikräfte dort nicht zur Verfügung stehen können. Die DFL bedauert die Absage, respektiert gleichwohl die Entscheidung des Staatsministeriums des Innern."

DFL sagt Spiel ab - So reagieren die Vereine

Der Polizeipräsident von Sachsen, Jürgen Georgie, kündigte zuvor auf einer Pressekonferenz an: „Wir müssen auch unter Abwägung aller dieser Umstände berücksichtigen, dass die Kräfte, die wir in Chemnitz brauchen, Auswirkungen auf andere Ereignisse haben werden. Für den Freistaat Sachsen haben wir darum gebeten, die morgige Begegnung zwischen dem HSV und Dynamo Dresden zu verlegen.“

Inzwischen haben sich auch beide Teams zu der Spielabsage geäußert. Michael Born, der kaufmännische Geschäftsführer von Dresden, teilte auf der vereinseigenen Webseite mit: „Wir hatten auf diese Entscheidung keinerlei Einfluss und bedauern die Spielabsage sehr, weil wir uns wie über 30.000 Fans auf ein Fußballfest gefreut hatten.“ Auch der HSV teilte am Freitagabend seinen Fans die Spielabsage über Twitter mit.

Alle Entwicklungen zu den Geschehnissen in Chemnitz können Sie  in unserem News-Ticker nachlesen.

fd, dpa

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