Sechs Clubs zittern um den Klassenerhalt

Nürnberg feiert Rekordaufstieg - Kiel in Relegation

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Der 1. FC Nürnberg ist mit dem Sieg in Sandhausen aufgestiegen. Foto: Daniel Maurer

Jubel, Trubel, Rekordaufstieg! Der 1. FC Nürnberg ist am Ziel und steigt wieder auf. Holstein Kiel geht in die Relegation.

Sandhausen  - Erfolgstrainer Michael Köllner bekam sofort eine Bierdusche verpasst, die „Club“-Profis bejubelten in Feier-Shirts den Rekordaufstieg mit den Fans auf dem Rasen. Der 1. FC Nürnberg ist in der Fußball-Bundesliga zurück. Die Franken siegten am Sonntag beim SV Sandhausen mit 2:0 (1:0) und steigen damit zum achten Mal in Deutschlands Eliteliga auf. „Das Werk ist geschafft“, sagte ein sehr gefasster Köllner nach seinem größten Erfolg.

Werner: "Grandios"

Kapitän Hanno Behrens brachte die Gäste schon vor der Pause auf Partykurs, als er nach einem Eckball sein 14. Saisontor erzielte (38. Minute). Vor 12 537 Zuschauern, darunter weit mehr als die Hälfte aus Nürnberg, ließ Tim Leibold (75.) den FCN noch einmal jubeln. Trainer Michael Köllner und seine Mannschaft durften eine rauschende Aufstiegsfeier starten. „Traumhaft. Es gibt keinen Ersatz für Aufstiege, für Siege mit der Mannschaft. Grandios“, sagte Mittelfeldspieler Tobias Werner.

Vor den Jubelszenen hatte der FCN allerdings lange harte Arbeit abliefern müssen. Nach der frühen Führung war Sandhausen nah am Ausgleich, doch die Gastgeber konnten den sicheren Nürnberger Keeper Fabian Bredlow nicht überwinden. Nach dem Leibold-Treffer war die Partie entschieden. „Nie mehr, 2. Liga“ schallte es von den Rängen. Und Köllner verkündete stolz: „Das ist ein Verdienst der Mannschaft, des ganzen Vereins.“

Nürnberg steckt Ausfälle gut weg

Vier Jahre nach dem Abstieg dürfen die Franken also wieder zurück in die Beletage des deutschen Fußballs. Unter Köllner, seit März 2017 als Chefcoach im Amt, lieferte der Altmeister wiederholt sehenswerte Zweitliga-Auftritte ab. Die Balance zwischen Abwehr und Angriff stimmt, dazu steckte der „Club“ schwerwiegende Ausfälle stark weg.

Nach dem Aufstieg müssen Köllner und Sportvorstand Andreas Bornemann den Kader aber weiter verstärken; finanziell große Sprünge können die Franken dabei aber nicht machen. Spekuliert wurde schon über die Zugänge der Bayern-Talente Timothy Tillman und Niklas Dorsch. Der Kreis der Stammspieler wird beim „Club“ wohl zusammenbleiben. Leistungsträger Kevin Möhwald wird allerdings mit Werder Bremen in Verbindung gebracht. „Wir wollen den Kern dieser Aufstiegsmannschaft zusammenhalten“, sagte Bornemann. Am kommenden Sonntag ist für Nürnberg gegen Fortuna sogar der Zweitliga-Titel drin. „Wir wollen Meister werden“, sagte Köllner.

Kiel hat den Relegationsplatz sicher

Holstein Kiel hat vor dem Saisonfinale in einer Woche den Relegationsplatz bereits sicher. Dem Team von Markus Anfang genügte ein 1:1 in Düsseldorf, um weiter vom Durchmarsch ins Oberhaus zu träumen. Die „Störche“ können nun in der Relegation am 17. und 21. Mai gegen den Bundesliga-16. die Sensation schaffen. Trainer Markus Anfang, der im Sommer zum Bundesliga-Absteiger 1. FC Köln wechselt, will sich nun mit dem Aufstieg aus Kiel verabschieden. Der Gegner in den Relegationsspielen ist ihm egal: „Wir nehmen es wie es kommt. Wir werden alles dafür tun, diese Spiele erfolgreich zu gestalten.“

Dabei profitierte Kiel auch von Niederlagen der Verfolger Arminia Bielefeld (0:1 bei St. Pauli), Jahn Regensburg (0:3 gegen Darmstadt 98) und VfL Bochum (1:3 bei Union Berlin). Trotz des Remis gegen Kiel ließ sich die Fortuna ihre Aufstiegsparty mit den Fans im letzten Heimspiel der Saison in der ausverkauften Arena nicht verderben und feierte ausgelassen mit ihren Anhängern. „Wir haben ein tolles Spiel gesehen. Jetzt schauen wir mal, was wir nächste Woche in Nürnberg machen. Wir sind beide aufgestiegen. Das wird sicher ein geiles Spiel“, sagte Fortuna-Coach Friedhelm Funkel.

Abstiegskampf: Sechs Clubs zittern

Spannend bleibt es im Kampf gegen den Abstieg. Die Entscheidungen, wer den 1. FC Kaiserslautern in die 3. Liga begleitet und wer als Tabellen-16. in die Abstiegsrelegation gegen den Drittliga-Dritten Karlsruher SC muss, fallen erst am 34. Spieltag. Gleich sechs Clubs sind noch involviert.

Die schlechtesten Karten hat nun die SpVgg Greuther Fürth, die durch das 2:2 gegen den MSV Duisburg auf Platz 17 abstürzte. Die Franken (39 Punkte) sind punktgleich mit dem Tabellen-16. Eintracht Braunschweig, der dem FC Ingolstadt 0:2 unterlag.

Ein kleiner Befreiungsschlag gelang den Darmstädtern. Die Mannschaft von Dirk Schuster, der am Freitag seinen Vertrag bis 2020 ligaunabhängig verlängert hatte, setzte ihre Erfolgsserie mit dem 3:0 in Regensburg fort und machte einen Sprung auf Rang 14 (40 Punkte).

Bangen müssen Erzgebirge Aue (15. Rang/40) und Dynamo Dresden (13./41) nach dem torlosen Remis sowie Heidenheim (12./41), das in Kaiserslautern 0:1 unterlag. Endgültig den Klassenverbleib sicher haben neben den Berlinern auch St. Pauli und Sandhausen.

dpa

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