Bundestagswahl 2021

Youtube-Star Rezo lädt Kanzlerkandidaten zur Diskussion ein – doch Laschet lehnt ab

Der Youtube-Star Rezo lädt die Kanzlerkandidaten zu einer Diskussionsrunde ein. Armin Laschet (CDU) lehnte bereits ab. Rezo spricht von einem „falschen Signal“.

Berlin – Der Youtube-Star Rezo dürfte vielen Menschen spätestens seit seinem viral gegangenen Video „Die Zerstörung der CDU“ ein Begriff sein. In der Vergangenheit rechnete der gebürtige Wuppertaler zudem in seiner Kolumne bei zeit.de mit der Corona*-Schulpolitik ab. Nun wollte Rezo mit Blick auf die Bundestagswahl ein „Kanzlertriell“ veranstalten, welches auf Youtube und der Streaming-Plattform Twitch ausgestrahlt werden sollte.

Im Gegensatz zur Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock und Sozialdemokrat Olaf Scholz hat NRW-Ministerpräsident Armin Laschet die Diskussion aber bereits abgesagt. Dies berichtet Rezo in einem Video. Auch die CDU-Bundespartei bestätigt gegenüber dem WDR, die CDU habe „der Produktionsfirma für das Triell abgesagt“.

Youtube-Star Rezo lud die Kanzlerkandidaten zu einer Diskussionsrunde ein. CDU-Politiker Armin Laschet sagt jedoch ab. (Archivfoto)

Armin Laschet sagt Kanzlertriell ab: Youtube-Star Rezo spricht von „verpasster Chance“

Laut dem Youtuber seien SPD und Grüne einverstanden gewesen, insofern auch der Kanzlerkandidat der Union dabei wäre. Laut Rezo sei es sogar schon zu einem Gespräch mit Armin Laschet gekommen. Drei Wochen später folgte nun jedoch die Absage. Geplant war eine 90-minütige Diskussionsrunde zwischen den drei Spitzenkandidaten, bei der nur wenige Themen besprochen werden sollten – dafür allerdings besonders intensiv.

Während die Idee vom Journalisten Tilo Jung kam, hätte Rezo die Diskussion moderieren sollen. Youtube und Twitch hatten laut einem Bericht des WDR bereits Interesse an dem Format bekundet. Youtuber Rezo hält den Ausfall der Veranstaltung für eine „verpasste Chance“ und „ein schlechtes Zeichen“. Es würde „ein falsches Signal nach außen“ setzen, wenn man für die jüngere Generation „nicht mal einen Abend freinimmt für den ganzen Wahlkampf“.

Youtube-Star Rezo lud die Kanzlerkandidaten zu einer Diskussionsrunde ein. CDU-Politiker Armin Laschet sagt jedoch ab. (Archivfoto)

Armin Laschet sagt Rezo ab – Diskussionsrunde auf Youtube hätte junge Wähler erreichen können

Frank Überall, Vorsitzender des Deutschen Journalisten-Verbandes, äußert gegenüber dem WDR ebenfalls Unverständnis bezüglich der Absage: „Armin Laschet hat mit seinem Nein zu einem Triell von Rezo und Tilo Jung eine Chance vertan.“ Der CDU-Politiker hätte dadurch „insbesondere junge Menschen erreicht.“ Weiter würden „sich solche Diskussionen“ sowohl im Internet als auch in traditionellen Medien niederschlagen „und tragen so zum politischen Diskurs weiter“, sagt Überall weiter.

Dem WDR erzählt ein CDU-Sprecher jedoch, dass es „eine Vielzahl an Medienanfragen“ an Armin Laschet gebe. Darunter seien „neben TV- und Radioformaten viele digitale Formate für alle Zielgruppen von jung bis alt mit Herrn Laschet geplant.“ Der ehemalige CDU-Generalsekretär Ruprecht Polenz zeigt indes Verständnis für die Absage und wirft Youtuber Rezo fehlende Neutralität für ein solches Streitgespräch vor.

Angesichts des CDU-kritischen Videos von Rezo ist es verständlich, dass Armin Laschet sich bei der Veranstaltung in einer eher defensiven Rolle sehen würde. Andererseits steht fest, dass eine auf Youtube gestreamte und von Rezo moderierte Diskussionsrunde hilfreich dabei gewesen wäre, Millionen von jungen Menschen an einem einzigen Tag zu erreichen. Da die Union knapp zwei Monate vor der Bundestagswohl allerdings vor der Konkurrenz liegt, könnte die „verpasste Chance“ Armin Laschet vorerst egal sein. (Nail Akkoyun) *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Henning Kaiser/dpa

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