Mondlande-Mission „Artemis“

Brisant: Woher Trump das Geld für eine Mondlandung nehmen will

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Spätestens 2024 will US-Präsident Donald Trump Astronauten auf dem Mond landen lassen.

US-Präsident Donald Trump will, dass 2024 US-Astronauten wieder auf dem Mond landen. Besonders brisant ist, woher Donald Trump das Geld für eine Budgeterhöhung der Nasa nehmen will.

US-Präsident Donald Trump will, dass US-Astronauten möglichst bald wieder auf dem Mond landen. Als Ziel ausgegeben hat die Regierung das Jahr 2024 – das zufällig das letzte Jahr einer möglichen zweiten Trump-Präsidentschaft wäre. Wie eilig es Trump mit der nächsten Mondlandung hat, wurde klar, als Vizepräsident Mike Pence die neuen Pläne Ende März vorstellte: „Wenn kommerzielle Raketen der einzige Weg sind, amerikanische Astronauten in den kommenden fünf Jahren zum Mond zu bringen, dann werden es kommerzielle Raketen sein“, sagte Pence unter anderem und setzte der US-Raumfahrtorganisation Nasa damit die Pistole auf die Brust.

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Pence sprach auch davon, dass das Ziel „mit allen notwendigen Mitteln“ erreicht werden müsse – eine Andeutung, dass Geld keine Rolle spielen dürfe. Inzwischen ist bekannt: Um 1,6 Milliarden Dollar soll das Nasa-Budget für 2020 nach dem Willen des Weißen Hauses erhöht werden. Geld, mit dem die Nasa die erste Mondlandung* seit 47 Jahren vorantreiben soll – ein historisches Ereignis, das Donald Trumps Amtszeit schmücken soll. Doch brisant ist, woher das Weiße Haus das Geld für die geplante Nasa-Budgeterhöhung nehmen will: Das Geld soll aus dem „Pell Grant“, einem staatlichen Ausbildungsförderungsprogramm des US-Bildungsministeriums kommen. Der „Pell Grant“ unterstützt als „bedürftig“ eingestufte Studenten in den USA finanziell bei ihrem – in den USA traditionell sehr teuren – Studium.

Wie die „Washington Post“ berichtet, sollen Studenten, die derzeit vom „Pell Grant“ unterstützt werden, nicht davon betroffen sein, wenn Mittel aus dem Programm anderweitig verwendet werden. Seit 2011 nimmt die Zahl der Studenten, die an dem Programm teilnehmen, ab, so dass der „Pell Grant“ einen Überschuss erwirtschaftet. Der soll derzeit laut „Post“ bei neun Milliarden US-Dollar liegen, von denen die US-Regierung in ihrem Budget bereits zwei Milliarden für andere Ausgaben vorgesehen hatte. Nun sollen insgesamt 3,9 Milliarden US-Dollar aus dem Förderprogramm für andere Zwecke abgezweigt werden – wenn der US-Kongress diesem Plan zustimmt. Bei den Demokraten dürfte Trumps Vorschlag jedoch nicht auf Gegenliebe stoßen.

Früherer Astronaut ist gegen Kürzung des „Pell Grants“

Unterstützer des „Pell Grants“ verurteilen den Vorstoß der US-Regierung: Der Überschuss sei für schlechte Zeiten gedacht, betont beispielsweise Brent Evans von der Vanderbilt University gegenüber „Inverse“. Auch der frühere Nasa-Astronaut Jose Hernandez meldete sich auf Twitter zu Wort: „Ich bin für Raumfahrt und dafür, zum Mond zurückzukehren, aber nicht auf Kosten der Bildung“, schrieb er. „Wenn das Pell-Grant-Geld ein Überschuss ist, wie wäre es dann, wenn man den Studenten mehr Geld gibt, damit sie beim Abschluss nicht so hohe Schulden haben?“ Wie es dem „Pell Grant“ geht, ist eng an die Situation der US-Wirtschaft geknüpft: In wirtschaftlich guten Zeiten benötigen weniger Studenten die Förderung und das Programm kann Rücklagen bilden. In schlechten Zeiten wird hingegen das Geld knapp.

Für eben diese schlechten Zeiten soll der „Pell Grant“ seine Rücklagen behalten, fordern nun einige. Andere sind sich nicht einmal sicher, ob die Nasa überhaupt genügend Geld bekommt, um in gerade einmal fünf Jahren Menschen sicher auf dem Mond landen zu lassen. Bisher gibt es weder eine Mond-Landefähre noch Raumanzüge für die Astronauten, die auf dem Mond landen sollen. Auch die Raumstation „Gateway“, die in den Mondlande-Plänen eine Rolle spielt, existiert noch nicht - und die Rakete SLS, die die Astronauten zum Mond bringen soll, ist zwar im Bau, wurde aber noch nie geflogen. Es dürfte noch deutlich mehr Geld nötig sein, um die Nasa tatsächlich in die Lage zu bringen, bis 2024 Astronauten auf dem Mond zu landen.

Die nächste Mondlandung: „Artemis“

Die nächste Mondlandung der USA soll 2024 stattfinden. Dabei soll die erste Frau den Mond betreten. Die Mission wird „Artemis“ heißen, benannt nach der Zwillingsschwester von „Apollo“ in der griechischen Mythologie. Die „Apollo“-Missionen haben in den 1960er und 1970er Jahren bei sechs Mondlandungen Astronauten auf den Erdtrabanten und zurück zur Erde gebracht. Frauen waren damals keine darunter.

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