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BDI will Politik und Wirtschaft klar trennen

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Hans-Peter Keitel
BDI-Präsident Hans-Peter Keitel fordert eine klare Trennung zwischen Politik und Wirtschaft. © AP

Berlin - „Die Balance zwischen Markt und Politik müsse stimmen, fordert BDI-Präsident Hans-Peter Keitel, der für eine Rückkehr zur klaren Trennung zwischen Politik und Wirtschaft plädiert.

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) hat die Rückkehr zu einer klaren Trennung von Politik und Wirtschaft verlangt. Wenn vor allem “die Balance zwischen Markt und Staat stimmt (...), dann braucht uns um die Zukunft der sozialen Marktwirtschaft nicht bange zu sein“, sagte BDI-Präsident Hans-Peter Keitel der Deutschen Presse-Agentur dpa anlässlich des 60. Gründungsjahres des Industrieverbandes am Montag.

In der Krise zeige sich: “Die Tatkraft und der Mut von Unternehmern und Mitarbeitern bilden die Basis für ein starkes Industrieland Deutschland.“ Inzwischen wiesen die Wachstumszahlen in Deutschland nach der Krise wieder nach oben. Während der Krise hatte die Bundesregierung durch Konjunktur- und Rettungsmaßnahmen wiederholt in die Wirtschaft eingegriffen.

Der Spitzenverband der deutschen Wirtschaft wurde am 19. Oktober vor 60 Jahren in Köln gegründet, als es nach dem Krieg vor allem galt, die zerstörte Industrie wieder aufzubauen. Er vertritt gegenüber der Politik die Interessen von 36 Mitgliedsverbänden mit insgesamt 100 000 Einzelunternehmen und acht Millionen Beschäftigten. Angesichts der sich wandelnden Wirtschaft in Deutschland, in der Dienstleistungen an Stellenwert gewinnen, wird es für Wirtschaftsverbände und Gewerkschaften gleichermaßen schwieriger, in der Politik Gehör zu finden. Zudem wurde es für den BDI in den vergangenen Jahren zusehends schwerer, die unterschiedlichen Interessenlagen im Verband vom Großkonzern bis zum mittelständischen Familienunternehmen aus unterschiedlichen Branchen unter einen Hut zu bringen, und mit einer Stimme zu sprechen.

Als Keitel Anfang des Jahres an die Spitze des Verbandes kam, zog er daraus die Konsequenzen: “Der BDI formuliert aus den vielen individuellen - und manchmal auch gegenteiligen - Positionen einen Standpunkt für das Ganze und vertritt ihn offensiv.“ Ungeachtet von Lobbyismus-Vorwürfen ist für Keitel klar, dass Interessenvertretungen ihre Berechtigung haben. “Der BDI ist die Stimme der deutschen Industrie. Als Stimme der wirtschaftlichen Vernunft muss und wird er auch in Zukunft klar erarbeitete eigene Positionen beziehen“, sagte er. “Der BDI steht für einen kritischen Dialog. Das bedeutet für mich, offen zu sein für konstruktive Kritik und Klartext zu reden - im Umgang mit der Politik und im Auftreten in der Öffentlichkeit.“ Keitel ist auch angetreten, um einen Ansehensverlust des Verbandes in den vergangenen Jahren, der zum Teil durch ungeschicktes Agieren seiner Amtsvorgänger verursacht wurde, wieder wett zumachen. dpa

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