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Ukraine-Krieg: Selenskyj im Gespräch mit US-Abgeordneten – Russland marschiert auf drittes Atomkraftwerk zu

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Von: Katja Thorwarth, Sonja Thomaser

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Der ukrainische Präsidenten Selenskyj übt Kritik an der Nato. In einer heutigen Botschaft fordert er die Menschen in der Ukraine zum Durchhalten auf.

Dieser Ticker ist beendet. Lesen Sie in unserem neuen News-Ticker alles um den Krieg in der Ukraine.

+++ 22.10 Uhr: Bei seinem Gespräch mit US-Senator:innen und Abgeordneten erklärte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyi, russische Streitkräfte hätten zwei Atomkraftwerke in der Ukraine (Saporischschja  und Tschernobyl) unter ihrer Kontrolle und marschierten auf ein drittes (Juschnoukrajinsk im Süden des Landes) zu. Es liegt etwa 120 Kilometer nördlich der Stadt Mykolajiw – einer von mehreren Städten, die russische Streitkräfte offenbar einzukesseln versuchen. In der Ukraine gibt es insgesamt vier Atomkraftwerke.

+++ 17.48 Uhr: In einem Telefonat mit US-Senatsmitgliedern hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyi die US-Politiker um „dringende Hilfe“ gebeten. Das berichtet Bloomberg-Korrespondentin Jennifer Jacobs aus Washington D.C. Demnach habe Selenskyj in einem Telefonat dazu aufgerufen, die Ukraine mit einer Flugzeuglieferung zu unterstützen sowie weitere Sanktionen einzuleiten.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj spricht nach weiteren Angriffen Russlands zur Nation.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj spricht nach weiteren Angriffen Russlands zur Nation. © dpa

Ukraine-Krieg: Wolodymyr Selenskyi telefoniert mit US-Politikern

An dem Telefonat sollen nach Angaben von Jacobs neben dem demokratischen Mehrheitsführer im US-Senat, Chuck Schumer, auch die demokratischen Senatoren Bernie Sanders, Cory Booker sowie Senatorin Amy Klobuchar teilgenommen haben. Zu den Sanktionen, um die Selenskyj die USA gebeten hat, soll auch ein Importverbot von russischem Öl, sowie der Rückzug der Dienste von Mastercard und Visa aus Russland gehören. Schumer werde sich in Folge des Telefonats bei der US-Regierung für die Flugzeuglieferungen einsetzen, berichtet Jacobs auf Twitter. Diese würden in der Ukraine „dringend benötigt“.

+++ 13.15 Uhr: Selenskyj hat zur weiteren Verteidigung der Hafenstadt Mariupol im Südosten der Ukraine aufgerufen. Die humanitären Korridore für Mariupol und Wolnowacha in der Region Donezk sollten am Samstag funktionieren, um Frauen, Kinder und ältere Leute zu retten sowie Lebensmittel und Medikamente in die umkämpften Städte zu liefern, sagte Selenskyj in einer Videoansprache am Samstag. „Alle, die Hilfe brauchen, sollten die Möglichkeit bekommen, rauszukommen“, sagte der Präsident. „Alle, die ihre Stadt verteidigen möchten, sollten den Kampf fortsetzen.“

In einem Telefonat mit US-Senatsmitgliedern hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die USA am Samstag um Unterstützung gebeten.
In einem Telefonat mit US-Senatsmitgliedern hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die USA am Samstag um Unterstützung gebeten. (Symbolfoto) © Matthias Oesterle/dpa

Ukraine-Krieg: „Unser Land hat kein Wochenende mehr“ - Selenskyj ruft zum Durchhalten auf

+++ 12.20 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wendet sich nach Angaben des Nachrichtenportals The Kyviv Independent an seine Landsleute: „Heute ist Samstag, aber das bedeutet nichts. Unser Land hat keine Wochenenden mehr. Es spielt keine Rolle, was auf der Uhr oder im Kalender steht. Und das wird so bleiben, bis wir gewinnen.“ Er sei sicher, „dass wir unseren Leuten bald sagen werden – komm zurück, jetzt ist es sicher.“

Auch dankte er Polen dafür, Hunderttausende auf der Flucht vor dem Krieg aufgenommen zu haben: „Wir haben faktisch keine Grenze mehr zu Polen.“ Selenskyj schwört die Menschen in der Ukraine seit Beginn des russischen Angriffskrieges auf den wiederstand gegen Russland ein.

Update vom Samstag, 05.03.2022, 06.30 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Entscheidung der Nato, keine Flugverbotszone über der Ukraine einzurichten, scharf verurteilt. „Indem sie die Schaffung einer Flugverbotszone verweigert, hat die Führung der Militärallianz grünes Licht für die weitere Bombardierung ukrainischer Städte und Dörfer gegeben“, sagte Selenskyj in einem am Freitag veröffentlichten Video.

„Wir glauben, dass die Nato-Länder selbst die Erzählung geschaffen haben, dass eine Schließung des Himmels über der Ukraine eine direkte russische Aggression gegen die Nato provozieren würde“, sagte Selenskyj. An das Westbündnis gerichtet fügte er hinzu: „All die Menschen, die von heute an sterben, werden auch Ihretwegen sterben. Wegen Ihrer Schwäche, wegen Ihrer Abkopplung.“

Nato-Chef Jens Stoltenberg hatte der Bitte der Ukraine nach einer Flugverbotszone nach einem Sondertreffen der Außenminister in Brüssel am Freitag eine Absage erteilt.

Ukraines Präsident Wolodymyr Selenskyj spricht zu Demonstrant:innen in ganz Europa.
Ukraines Präsident Wolodymyr Selenskyj spricht zu Demonstrant:innen in ganz Europa. © Chaloupka Miroslav/dpa

Ukraine-Krieg: Selinskyj wendet sich an Demonstranten in Deutschland

+++ 19.40 Uhr: Per Live-Schalte hat sich der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Freitagabend (04.03.2022) an Demonstranten in Frankfurt* und mehreren anderen europäischen Städten gewandt. „Wenn die Ukraine fällt, werden alle fallen“, warnte er in seiner Rede vor den Auswirkungen des Kriegs auf den ganzen Kontinent.

Er rief die unter anderem in Frankfurt, Paris, Bratislava, Vilnius, Prag und Tiflis versammelten Menschen zu einer Schweigeminute für die Männer, Frauen und Kinder, Soldaten, Polizisten und Zivilisten auf, die bisher seit dem Angriff Russlands auf das osteuropäische Land ums Leben kamen. Der wie in seinen anderen Videobotschaften in olivgrün gekleidete Präsident verabschiedete sich mit kämpferisch gereckter Faust und den Worten „Ruhm der Ukraine“.

Ukraine-Krieg: Kreml lehnt Angebot von Selenskyj an Putin ab

+++ 15.49 Uhr:  Kreml-Sprecher Dmitri Peskow wurde von russischen Nachrichtenseiten mit den Worten zitiert, Russland wolle weiterhin mit der ukrainischen Delegation sprechen und nicht mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Am Donnerstag (03.03.2022) hatte Präsident Selenskyj den russischen Präsidenten Wladimir Putin dazu aufgefordert, sich mit ihm „hinzuetzen und zu reden“.

Auf diesem Standbild aus einem Video des Pressebüros des ukrainischen Präsidenten spricht Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine, zur Nation.
Auf diesem Standbild aus einem Video des Pressebüros des ukrainischen Präsidenten spricht Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine, zur Nation. © dpa

Ukraine-Krieg: Selenskyj überlebt drei Attentate aus Russland

Update vom Freitag, 04.03.2022, 11.40 Uhr: Präsident Wolodymyr Selenskyj hat in der vergangenen Woche mindestens drei Attentate überlebt. Das berichtet die britische Tageszeitung The Times.

Zwei verschiedene Gruppen seien demnach geschickt worden, um den ukrainischen Präsidenten zu töten: Söldner der vom Kreml unterstützten Wagner-Gruppe und tschetschenische Spezialeinheiten. Beide seien durch Kriegs-Gegner innerhalb des russischen Föderalen Sicherheitsdienstes (FSB) vereitelt worden.

Wagner-Söldner in Kiew haben bei ihren Versuchen Verluste erlitten und sollen beunruhigt gewesen sein, wie genau die Ukrainer ihre Schritte vorausgesehen hatten, so die Times. Eine der Gruppe nahestehende Quelle sagte demnach, es sei „unheimlich“, wie gut Selenskyjs Sicherheitsteam informiert zu sein scheine.

Ukraine-Krieg: Selenskyj wirft Russland „Nuklear-Terror“ vor

Erstmeldung vom Freitag, 04.03.2022, 10.30 Uhr: Kiew - Nach dem russischen Angriff auf das Atomkraftwerk von Saporischschja hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj Russland „Nuklear-Terror“ vorgeworfen. Kein anderes Land der Welt habe jemals Atomanlagen beschossen, sagte Selenskyj in einer in der Nacht zum Freitag (04.03.2022) veröffentlichten Videobotschaft. „Der Terroristen-Staat verlegt sich jetzt auf Nuklear-Terror.“ Offenbar wolle Russland die Atomkatastrophe von Tschernobyl „wiederholen“.

Selenskyj warnte wegen des Kriegs in der Ukraine vor einem drohenden Desaster für den ganzen Kontinent: „Die Ukraine hat 15 Reaktoren. Wenn es zu einer Explosion kommt, ist das das Ende für alle, das Ende von Europa.“

Ukraine-Krieg: Brand in Atomkraftwerk nach russichem Angriff

In Europas größtem Atomkraftwerk im ukrainischen Saporischschja war zuvor nach einem russischen Angriff ein Feuer ausgebrochen. Nach Behördenangaben ist die Lage jedoch unter Kontrolle, der Brand betreffe nicht die Atomreaktoren. Am Morgen wurde es nach Angaben des ukrainischen Innenministeriums gelöscht. Gebrannt habe ein Trainingskomplex.

„Das Betriebspersonal kontrolliert die Energieblöcke und gewährleistet deren Betrieb“, teilte die ukrainische Atomaufsichtsbehörde mit. Ein Leck sei an dem Kraftwerk nicht festgestellt worden. Es seien keine Veränderungen in der radioaktiven Strahlungsbelastung registriert worden, erklärte die Behörde.

Nach dem Angriff der russischen Armee auf das Atomkraftwerk in Saporischschja befinden sich nun offenbar russische Truppen auf dem Gelände des Atomkraftwerks. Das berichtet die Nachrichtenagentur AFP. 

Ukraine-Krieg: Energieminister forderte ein Eingreifen der Nato

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) forderte ein Ende jeglicher Kampfhandlungen rund um das Atomkraftwerk und warnte vor „ernster Gefahr“, sollten Reaktoren getroffen werden.

Der ukrainische Energieminister Herman Haluschtschenko hat ein Eingreifen der Nato* gefordert. „Deshalb fordern wir nicht nur eine professionelle Einschätzung der Geschehnisse, sondern ein echtes Eingreifen mit den härtesten Maßnahmen, auch durch die Nato und die Länder, die Atomwaffen besitzen“, schrieb Haluschtschenko in der Nacht zum Freitag auf Facebook.

Angriff auf Atomkraftwerk in Ukraine: „Sicherheit in ganz Europa gefährdet“

Der britische Premierminister Boris Johnson sagte, die „rücksichtslosen Aktionen“ des russischen Präsidenten Wladimir Putin* „könnten nun die Sicherheit ganz Europas direkt gefährden“. Er wolle „in den kommenden Stunden“ eine Sondersitzung des UN-Sicherheitsrates erreichen. US-Präsident Joe Biden* forderte Russland auf, militärische Aktivitäten im Gebiet um das Kernkraftwerk einzustellen. (sot mit dpa/afp) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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