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Nach Belästigungsvorwürfen: New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo tritt zurück

Andrew Cuomo
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Andrew Cuomo ist nach den Belästigungsvorwürfen um seine Person von seinem Amt als Gouverneur von New York zurückgetreten.

Andrew Cuomo tritt nach Vorwürfen der sexuellen Belästigung zurück. Das kündigt der Gouverneur des US-Bundesstaates New York an.

New York City – Angesichts der Vorwürfe der sexuellen Belästigung hat der New Yorker Gouverneur Andrew Cuomo seinen Rücktritt angekündigt. „Ich denke, dass ich unter den gegebenen Umständen am besten helfen kann, wenn ich zur Seite trete“, sagte Cuomo am Dienstag (10.08.2021) in einer Live-Ansprache. Sein Rücktritt werde in 14 Tagen wirksam sein, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet.

Cuomo, der im Lauf seiner Karriere auch als möglicher Präsidentschaftskandidat der Demokraten gegolten hatte, zog damit die Konsequenzen aus Vorwürfen mehrerer Frauen. Zuvor hatten neben den Republikanern auch Politiker seiner eigenen Partei, darunter Präsident Joe Biden, seinen Rücktritt gefordert.

Andrew Cuomo weist die Vorwürfe der sexuellen Belästigung zurück

Cuomo war vergangene Woche auch durch eine offizielle Untersuchung belastet worden, weist aber bis heute die Vorwürfe zurück. In einem Video kündigte er nun jedoch seinen Rücktritt an. „Ich liebe New York und ich würde nie auf irgendeine Art und Weise nicht hilfreich sein wollen“, sagte er. Der demokratische Politiker war seit 2011 im Amt. Erst vor zwei Jahren wurde er wiedergewählt.

Gegen die Vorwürfe wehrte er sich abermals. „Meine Anwälte haben den Untersuchungsbericht in den vergangenen Tagen durchgesehen und bereits zahlreiche Probleme und Fehler angeprangert.“ Die schwerwiegenden Vorwürfe seien durch den Bericht nicht belegt worden. Vorwürfe und Untersuchungsbericht politisch motiviert. Auch seine Anwältin Rita Glavin prangerte per Video noch einmal rund eine Stunde lang Fehler und Auslassungen in dem Bericht an.

Staatsanwaltschaft: Cuomo schaffe „Klima der Angst“ für Frauen

Cuomo bat die betroffenen Frauen in seiner Erklärung aber auch um Entschuldigung. „Das bedeutet aber nicht, dass es nicht elf Frauen gibt, die ich verletzt habe. Und dafür entschuldige ich mich aus tiefstem Herzen.“ Cuomo hatte sich lange gegen einen Rücktritt gestemmt und die Vorwürfe immer wieder zurückgewiesen.

Die Untersuchung von New Yorks Generalstaatsanwältin Letitia James kam zu dem Ergebnis, dass Cuomo mehrere Frauen sexuell belästigt habe. Unter anderem habe es ungewollte Berührungen, Küsse, Umarmungen und unangebrachte Kommentare gegeben. Außerdem habe Cuomo eine für Frauen „feindliche Arbeitsatmosphäre“ und ein „Klima der Angst“ geschaffen.

Cuomo inszenierte sich als Gegenspieler Donald Trumps

In dem 168-seitigen Bericht heißt es: „Wir stellen fest, dass der Gouverneur eine Reihe von früheren und derzeitigen Mitarbeiterinnen des Bundesstaats sexuell belästigt hat, indem er sie unter anderem ungewollt berührt hat, sowie beleidigende, sexuell-anzügliche Kommentare gemacht hat, die eine feindliche Arbeitsatmosphäre für Frauen geschaffen hat.“ Generalstaatsanwältin James sprach von einem „verstörenden Verhaltensmuster“ des Gouverneurs.

In der Corona-Pandemie war Cuomo anfangs zum Hoffnungsträger der Demokratischen Partei geworden. Für viele galt er als positiver Gegenentwurf zum damaligen US-Präsidenten Donald Trump. Fast täglich informierte er über die Entwicklung des Infektionsgeschehens in seinem Bundesstaat und die ergriffenen Maßnahmen. Amüsant und nahbar wirkten damals die Interviews mit seinem Bruder Chris Cuomo, der für den Nachrichtensender CNN arbeitet. Die Pressekonferenzen wurden von Millionen Menschen live verfolgt – und der Gouverneur dafür schließlich sogar mit einem Emmy ausgezeichnet, dem wichtigsten Fernsehpreis der USA. (yw/tvd/dpa/AFP)

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