Corona-Krise im Superwahljahr 2021

CDU/CSU erleben Umfrage-Fiasko: Bitteres Koalitions-Patt möglich - deutliches Bild bei K-Frage

Wirtschaftsminister Peter Altmaier, Bildungsministerin Anja Karliczek und Gesundheitsminister Jens Spahn sitzen im Bundestag.
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Ihre CDU rutscht aktuell in den Umfragen ab: Wirtschaftsminister Peter Altmaier, Bildungsministerin Anja Karliczek und Gesundheitsminister Jens Spahn (v.l.)

Wenn jetzt Wahl wäre, mit wem könnte die Union eine Mehrheit bilden? Laut einer Umfrage mit lediglich einer Partei - und laut einer weiteren Umfrage nicht mal das.

  • Die Politik von CDU*/CSU* befürworten laut Umfragen aktuell weniger als 30 Prozent der Wähler.
  • Was die Kanzler-Frage angeht, schneidet der CDU-Vorsitzende Armin Laschet nicht sonderlich gut ab.
  • Grünen-Chef Robert Habeck hingegen dürfte sich über die Zahlen freuen.

Berlin - Masken-Affäre*, verschleppte Corona-Impfkampagne*, eine Klatsche in Baden-Württemberg zum Auftakt des Superwahljahrs 2021. Das kratzt an der Zustimmung zur Union. Mit weniger als 30 Prozent der Wählerstimmen könnten CDU/CSU zurzeit rechnen. Zumindest im Spiegel gleich zweier aktueller Umfragen.

Im an diesem Mittwoch veröffentlichten „Trendbarometer“ erhielt die Union 29 Prozent - vier Punkte weniger als in der Vorwoche. Das ermittelte das Meinungsforschungsinstituts Forsa für RTL/ntv. Ganz ähnlich der am Montag publizierte Insa-Meinungstrend im Auftrag der Bild-Zeitung: Würde in wenigen Tagen gewählt, kämen auf CDU und CSU 29,5 Prozent (minus 0,5 Prozentpunkte zur letzten Befragung).

Umfrage-Klatsche für CDU und CSU - Grüne profitieren

Von der Schwäche der Union konnten vor allem die Grünen profitieren, die sich um drei Prozentpunkte auf 21 Prozent verbesserten. Die Werte der restlichen größeren Parteien blieben unverändert zur Vorwoche.

Wäre jetzt schon Bundestagswahl 2021, könnten die Parteien laut „Trendbarometer“ mit folgenden Ergebnissen rechnen:

  • CDU/CSU: 29 Prozent (nach 32,9 Prozent bei der letzten Bundestagswahl 2017)
  • Grüne: 21 Prozent (nach 8,9 Prozent)
  • SPD*: 16 Prozent (nach 20,5 Prozent)
  • AfD*:10 Prozent (nach 12,6 Prozent)
  • FDP*: 8 Prozent (10,7 Prozent)
  • Linke* auf 8 Prozent (nach 9,2 Prozent)
  • Sonstige Parteien: 8 Prozent (nach 5,2 Prozent)

Die Zahl der Nichtwähler und Unentschlossenen lag bei der Befragung mit 22 Prozent etwas unter dem Anteil der Nichtwähler bei der vergangenen Bundestagswahl (23,8 Prozent).

Aktuelle Umfrage: Mögliche Mehrheiten und Koalitionen bei der Bundestagswahl 2021

Ein neuer Bundestag käme derzeit auf 728 Abgeordnete. Das „Trendbarometer“ rechnet die Mandatsverteilung so vor:

  • CDU/CSU: 232
  • Grüne: 165
  • SPD: 126
  • AfD: 79
  • FDP: 63
  • Linke: 63

Die Grünen könnten also mit 98 zusätzlichen Parlamentariern rechnen - alle anderen Parteien würden Mandate verlieren.

Wie sähe es mit einer regierungsfähigen Mehrheit aus? 365 Mandate wären dafür in dem neuen Parlament nötig. Mit zusammen 397 Mandaten könnte lediglich Schwarz-Grün momentan eine Regierung bilden. GroKo, Grün-Rot-Rot oder eine Ampel-Koalition wären demnach nicht regierungsfähig.

In der eben erwähnten Bild-Umfrage fällt für die Union sogar noch die Option Schwarz-Grün weg. Hier bleiben die Grünen unverändert bei 17 Prozent - und könnten mit CDU/CSU keine Mehrheit bilden.

Bundestagswahl 2021: Umfrage mit eindeutiger Antwort bei Kanzler-Frage

Bliebe noch die Kanzler-Frage: Armin Laschet (CDU) oder Markus Söder (CSU)? Beide denkbaren Unions-Kandidaten büßen „Trendbarometer“ zufolge jeweils einen Prozentpunkt ein. Allerdings: Wenn die Bundesbürger ihren Kanzler direkt wählen könnten, würden sich derzeit 36 Prozent für einen Kanzlerkandidaten Söder entscheiden. Laschet käme auf 21 Prozent.

Der Grüne Robert Habeck käme auf 20 Prozent (plus 2 Prozentpunkte), SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz auf 15 Prozent (unverändert). Für die Forsa-Umfrage wurden vom 9. bis 15. März 2501 Menschen befragt. (dpa/AFP/frs) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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