1. Hersfelder Zeitung
  2. Politik

Russland setzt Angriffe auf Region Donezk fort - ukrainische Verteidiger melden Erfolge

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Florian Naumann, Bettina Menzel

Kommentare

Moskau droht nun offenbar im Donbass weiter nach Westen vorzurücken. In der Nacht auf Sonntag feuerte Russland Raketen auf die Ukraine ab. News zum Militärgeschehen.

Update vom 19. Juli, 13.08 Uhr: Der britische Geheimdienst berichtet von Personalmangel in der russischen Armee - die Details in unserem neuen News-Ticker zur militärischen Lage im Ukraine-Konflikt.

Update vom 18. Juli, 22.10 Uhr: Der Kampf um die Region Donezk geht auch am Montag weiter. Im Osten der Ukraine haben die russischen Truppen nach Angaben des ukrainischen Militärs ihre Angriffe bei der Stadt Awdijiwka nahe der Großstadt Donezk wieder aufgenommen. Die Angriffe seien aber zurückgeschlagen worden, teilte der ukrainische Generalstab am Montag in seinem Lagebericht mit. Die von Russland gestützten Donezker Separatisten behaupteten hingegen, das Dorf Kamjanka erobert zu haben. Awdijiwka liegt im Gebiet Donezk nur wenige Kilometer nördlich der gleichnamigen Großstadt. Unabhängig überprüfen lassen sich die Angaben beider Kriegsparteien nicht.

Nach Angaben des ukrainischen Generalstabs gibt es zudem weiter harte Kämpfe entlang der Verteidigungslinie zwischen Siwersk und Bachmut im nördlichen Teil des Gebiets Donezk. „Der Feind setzt seine offensiven Bemühungen in Richtung der Städte Bachmut und Siwerks fort“, heißt es in dem Lagebericht. Auch hier sollen die russischen Truppen jedoch von den ukrainischen Verteidigern zurückgedrängt worden sein.

Eduard Basurin, der militärische Anführer der selbsternannten Volksrepublik Donezk, sagte am Montag, dass Vorbereitungen laufen, „die Pläne auszuführen, die zur Befreiung des Territoriums der Republik führen werden.“

Ukraine-News: Die russischen Streikräfte mussten bisher wohl erhebliche Verluste hinnehmen

Update vom 18. Juli, 17.30 Uhr: Russlands Armee muss im Ukraine-Krieg erhebliche Verluste hinnehmen. Laut einem Bundeswehr-General und einem Historiker hat Moskau das aber einkalkuliert. Und damit nicht genug.

Update vom 18. Juli, 13.50 Uhr: Die ukrainische Stadt Dnipro hatten offenbar mehrere Angriffe Russlands erlitten. Wie der Kyiv Independent berichtet, schlugen russische Raketen in eine Schule sowie einen Getreidespeicher ein. Verletzt wurde dem Bericht zufolge niemand. In dem Getreidespeicher waren aber wohl mehr als 5.000 Tonnen Getreide gelagert. Viel Korn in der angespannten Getreidesituation der Ukraine.

Putin-Sprecher äußert sich im TV ernüchternd zu möglichem Kriegs-Ende

Update vom 18. Juli, 11.50 Uhr: Russland will weiter keinen End-Zeitpunkt den Angriff in der Ukraine nennen. „Es gibt keine festen Zeitrahmen. Das Wichtigste ist die Wirksamkeit der Umsetzung dieser Operation“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow in einem am Montag veröffentlichten Interview. Wenn alle Ziele in der Ukraine erreicht seien, würden die Kampfhandlungen eingestellt, sagte er dem iranischen Rundfunk.

Das Staatsfernsehen in Moskau brachte Auszüge aus dem Interview, das Peskow vor einem Besuch von Kremlchef Wladimir Putin an diesem Dienstag im Iran gab. Peskow meinte mit Blick auf westliche Sanktionen, dass sich der Iran „schon sehr gut angepasst hat, um sich zu entwickeln“. Auch Russland habe sich an die Situation gewöhnt. Das Land habe schon zu Sowjetzeiten Erfahrung im Umfang mit verschiedenen Einschränkungen auf vielen Gebieten gemacht. „Aber das ist wahrscheinlich der Preis, den unser Land und der Iran für ihre Unabhängigkeit und ihre Souveränität bezahlen.“

Update vom 18. Juli, 10.33 Uhr: Nach Angaben der ukrainischen Behörden sind in den ersten knapp fünf Kriegs-Monaten mindestens 353 Kinder getötet worden. Mehr als 666 wurden demnach verletzt. Das berichtet die Webseite Kyiv Independent unter Berufung auf Daten der Strafverfolger. Unabhängig überprüfen lassen sich diese Zahlen nicht.

Russland im Ukraine-Angriffskrieg: Wagner füllt laut Geheimdienst „Lücken“ – droht interner Ärger?

Update vom 18. Juli, 10.05 Uhr: Die russische Söldnertruppe Wagner füllt nach Ansicht britischer Geheimdienstexperten bei der Invasion in der Ukraine zunehmend die Lücken. Die Wagner-Kämpfer hätten in jüngsten Gefechten eine zentrale Rolle gespielt, beispielsweise bei der Einnahme der Städte Popasna und Lyssytschansk, heißt es im täglichen Geheimdienst-Update auf dem Twitter-Account des Verteidigungsministeriums.

Die britischen Experten gehen allerdings auch davon aus, dass die Söldnertruppe schwere Verluste hinnehmen musste. Das führe zu niedrigeren Standards bei der Rekrutierung neuer Kämpfer, unter denen verurteilte Kriminelle und zuvor abgelehnte Bewerber seien. Diese neuen Rekruten würden nur sehr eingeschränkt ausgebildet, was die Schlagkraft der Truppe und damit ihren Wert als Unterstützung für das russische Militär vermutlich verringere.

Zu Spannungen zwischen Söldnern und regulären militärischen Einheiten könnte den britischen Experten zufolge führen, dass Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin kürzlich für den Einsatz der Truppe in der ostukrainischen Region Luhansk als „Held der Russischen Föderation“ ausgezeichnet worden sei. „Das kommt zu einer Zeit, in der eine Reihe sehr hochrangiger Kommandeure ausgetauscht werden“, so die Mitteilung der Briten. Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine veröffentlicht die britische Regierung regelmäßig Geheimdienstinformationen zur militärischen Lage. Moskau wirft London eine gezielte Desinformationskampagne vor.

Putins Minister bekräftigt neuen Ukraine-Plan – „Ausweitung der Aktivitäten“

Update vom 18. Juli, 9.36 Uhr: Russlands Verteidigungsministerium hat die geplante Ausweitung von Angriffen auf die Ukraine bekräftigt. Verteidigungsminister Sergej Schoigu habe bei einem Truppenbesuch die gezielte Zerstörung von ukrainischen Raketen und Artillerie angeordnet, „aus denen Wohngebiete in Orten im Donbass beschossen werden“, teilte die Behörde am Montag in Moskau mit. Diesen Schritt hatten vor rund zwei Wochen bereits die pro-russischen Separatisten in Luhansk gefordert.

Russland hat die Ukraine Ende Februar überfallen, seitdem beklagt vor allem Kiew immer wieder zivile Opfer durch russische Angriffe. Die russische Armee wiederum strebt in der Ostukraine neben Luhansk auch die Eroberung des Gebiets Donezk an. Darüber hinaus stört sich der Kreml sehr an westlichen Waffenlieferungen für die angegriffene Ukraine, mit denen diese zuletzt vor allem im Süden einige Gegenangriffe startete.

Schoigu war bereits am Samstag zu an den Kämpfen beteiligten Soldaten gereist. Er befahl dort die „Ausweitung der Aktivitäten der Heeresgruppen in alle Angriffsrichtungen“. Das erste Mal ins Kampfgebiet gereist war Schoigu Ende Juni.

Sergej Schoigu
Der russische Verteidigungsministerium veröffentlichte Sergej Schoigu während eines Besuchs der russischen Truppen in der Ukraine. © Russian Defense Ministry/AP/dpa

Ukraine-News: Russland greift offenbar in Donezk an

Update vom 17. Juli, 22.10 Uhr: Russland greift offenbar mehrere Gebiete in der Region Donezk an. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft der Oblast Donezk beschossen russische Streitkräfte am Sonntag die Stadt Soledar und das Dorf Jahidne. Sechs Menschen seien verletzt worden, berichtet Kyiv Independent.

Update vom 17. Juli, 16.40 Uhr: Russland kündigt an, seine Offensive im Ukraine-Krieg weiter zu verstärken. Das ordnete der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu an, wie dessen Ministerium laut Nachrichtenagentur Interfax bekannt gab.

Als Basis für Raketenangriffe nutzen die Invasionstruppen nach ukrainischen Angaben inzwischen auch das Gelände des besetzten Atomkraftwerks Saporischschja (siehe voriges Update). Zudem nutzen die russischen Truppen das Areal des Akw für Raketenangriffe auf die benachbarte Dnipro, wie der Leiter der ukrainischen Atomenergiebehörde Energoatom, Petro Kotin, auf Telegram mitteilte. Die Situation im Kraftwerk sei „extrem angespannt“ und verschärfe sich täglich.

Dnipros Regionalgouverneur Valentin Resnitschenko sprach von einer wahren „Raketen-Flut“. Seinen Angaben zufolge kontrollieren derzeit rund 500 russische Soldaten Europas größtes Atomkraftwerk. Es ist seit Anfang März von der russischen Armee besetzt.

Ukraine-Krieg in Saporischschja: Ein bewaffneter Soldat steht vor einem AKW
Streng bewacht: Ein russischer Soldat steht vor dem Atomkraftwerk von Saporischschja (Archivbild) © IMAGO / SNA

Russlands Reaktion auf Ukraine-Gegenoffensive: Briten-Geheimdienst meldet neue Strategie

Update vom 17. Juli, 12.13 Uhr: Die Gegenoffensiven der Ukraine gegen die russischen Invasoren scheinen Wirkung zu zeigen. Moskau nimmt nach Ansicht von britischen Geheimdienstexperten die Gefahr für seine Truppen in der Ukraine durch die Verteidiger ernst. Russland verstärke seine defensiven Positionen im Süden der Ukraine, hieß es im täglichen Geheimdienst-Update des britischen Verteidigungsministeriums am Sonntag. „Das beinhaltet die Bewegung von Personal, Material und defensiver Vorräte zwischen Mariupol und Saporischschja sowie in Cherson.“ Die russischen Truppen verstärkten zudem auch ihre Sicherheitsmaßnahmen in der besetzten südukrainischen Stadt Melitopol, hieß es weiter in der Mitteilung auf Twitter.

Die russischen Defensiv-Maßnahmen seien unter anderem wahrscheinlich eine Reaktion auf die Angriffe der Ukrainer auf Kommandoposten, logistische Knotenpunkte und Truppenkonzentrationen, hieß es weiter. Kiew übe zudem seit mehr als einem Monat Druck auf die von Russland besetzten Gebiete in der Region Cherson aus und habe zu verstehen gegeben, dass weitere Offensiv-Maßnahmen geplant seien.

Ukraine-Krieg: Ukrainische Streitkräfte wehren in Donezk russische Angriffe ab

Update vom 17. Juli, 9.40 Uhr: Die ukrainischen Streitkräfte haben in der Region Slowjansk im östlichen Gebiet Donezk nach eigenen Angaben erfolgreich Angriffe von russischer Seite abgewehrt. Es habe massiven Artilleriebeschuss auf militärische und auf zivile Infrastruktur in verschiedenen Ortschaften gegeben, teilte der Generalstab am Sonntag in Kiew mit.

Der Feind habe aber keinen Erfolg gehabt, verzeichne viele Verluste und sei nach Gegenwehr der ukrainischen Seite wieder abgezogen. Die Angaben konnten nicht unabhängig überprüft werden. Auch in Richtung der Orte Siwersk und Bachmut im Gebiet Donezk habe das russische Militär erneut massiv mit Artillerie gefeuert, hieß es vom Generalstab.

Ukraine-Krieg: Russische Raketen aus großer Entfernung auf Ukraine abgefeuert

Update vom 17. Juli, 6.18 Uhr: Die ukrainischen Luftstreitkräfte berichten von feindlichen Raketen, die aus großer Entfernung aus der Region des Kaspischen Meeres heraus abgefeuert worden sein sollen. Kurz zuvor hatte das Verteidigungsministerium in Moskau am Samstag bekannt gegeben, die Angriffe gegen das Nachbarland ausweiten zu wollen.

Der Bürgermeister von Mykolajiw, Oleksandr Senkevych, berichtete, dass in der Nacht zum Sonntag, den 17. Juli, etwa zehn Explosionen in Mykolajiw zu hören waren. Weitere Informationen gab es zunächst nicht. Indes deutete die US-Denkfabrik Study of War an, dass russische Streitkräfte trotz geringer Erfolgsaussichten versuchen könnten, die gesamte Oblast Charkiw zu erobern.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bekräftigte in der Nacht zum 144. Kriegstag, sein Land werde sich von Russland besetztes Gebiet zurückholen. Zugleich beklagte der 44-Jährige einen gezielten „Informationsterror“ von russischer Seite, gegen den sich seine Landsleute emotional wappnen müssten.

Ukraine-Krieg: Nach Raketenangriff auf Winnyzja mindestens 23 Tote und 202 Verletzte

Update vom 16. Juli, 22.03 Uhr: Laut Serhii Borzo, Regionalgouverneur der ukrainischen Stadt Winnyzja, wurden alle Toten nach dem russischen Raketenangriff auf die Stadt identifiziert. Demnach wurden 23 Menschen getötet und 202 Menschen verletzt, eine Person werde immer noch vermisst und drei konnten gerettet werden. Bei dem Angriff auf die Innenstadt am Donnerstag seien 55 Häuser und 42 Fahrzeuge zerstört worden, wird Borso von der britischen Zeitung The Guardian zitiert. 68 Verletzte würden noch in Krankenhäusern behandelt, davon seien 14 Menschen schwer verletzt und „in ernstem Zustand“. Unter den Toten befindet sich auch die vierjährige Lisa, die kurz vor dem Angriff noch von ihrer Mutter gefilmt wurde.

Für den Angriff auf die ukrainische Großstadt Winnyzja bezeichnete Präsident Wolodymyr Selenskyj Russland als „Terrorstaat“.
Für den Angriff auf die ukrainische Großstadt Winnyzja bezeichnete Präsident Wolodymyr Selenskyj Russland als „Terrorstaat“. © Sergei Supinsky/AFP

Ukraine fängt Raketen Russlands ab - zwei Raketen schlagen auf landwirtschaftlich genutztem Gebiet ein

Update vom 16. Juli, 21.45 Uhr: Russland hat die Ukraine Angaben aus Kiew zufolge von der Region des Kaspischen Meeres aus mit Raketen beschossen. Vier von insgesamt sechs Raketen seien über den Gebieten Dnipro im Osten und Saporischschja im Süden abgefangen worden, teilten die ukrainischen Luftstreitkräfte mit. Zwei weitere seien auf landwirtschaftlich genutztem Gebiet in der zentralukrainischen Region Tscherkassy eingeschlagen. Der Schaden werde noch untersucht.

Nach ukrainischer Darstellung sollen bei dem Beschuss Langstreckenbomber vom Typ Tupolew Tu-95 zum Einsatz gekommen sein. Aus Moskau gab es zunächst keine Bestätigung. Russland hatte zuvor allerdings angekündigte, knapp fünf Monate nach Kriegsbeginn die Angriffe auf das Nachbarland wieder ausweiten zu wollen. Nachdem bereits am Freitag zwischenzeitlich in der gesamten Ukraine Luftalarm ausgelöst worden war, heulten die Sirenen auch am Samstag wieder in fast allen Landesteilen.

Ukraine-Krieg: Pentagon nennt zivile Verluste in den letzten zwei Wochen - 100 bis 150 Zivilisten

Update vom 16. Juli, 20.15 Uhr: Nach Angaben der USA sind in der Ukraine in den letzten zwei Wochen 100 bis 150 Zivilisten bei russischen Angriffen ums Leben gekommen. Dies berichtete die britische Zeitung The Guardian unter Berufung auf einen hochrangigen Beamten des US-Verteidigungsministeriums Pentagon.

Ukraine-Krieg: Russland bestätigt Angriff auf Dnipro - Moskau will „militärisches Ziel“ angegriffen haben

Update vom 16. Juli, 15.30 Uhr: Das russische Verteidigungsministerium hat den zuvor von der Ukraine gemeldeten Raketenangriff auf die Industriestadt Dnipro im Osten der Ukraine bestätigt. Moskau sprach jedoch von einem militärischen Ziel des nächtlichen Beschusses, bei dem nach ukrainischen Angaben 3 Menschen getötet und 15 verletzt wurden. Auf dem Gelände des Rüstungsindustriekonzerns „Juschmasch“ seien Fabrikhallen für die Ersatzteilproduktion und Reparatur ballistischer Raketen vom Typ Totschka-U vernichtet worden, sagte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow.

Auch Kiew zufolge richtete sich der Beschuss gegen ein Industriegebiet in der Millionenstadt. Getroffen worden sei aber auch eine belebte Straße in der Umgebung, teilte der Chef der Militärverwaltung von Dnipro, Walentyn Resnitschenko, zuvor auf seinem Telegram-Kanal mit. Unabhängig lassen sich die Angaben beider Kriegsparteien derzeit nicht überprüfen.

Russische Angaben zu den Zusammenstößen - Briten sehen falsche Meldungen aus Moskau

Update vom 16. Juli, 11.52 Uhr: Britischen Geheimdienstexperten zufolge machte Russland zum wiederholten Mal falsche Angaben zu angeblichen Erfolgen bei seiner Invasion in die Ukraine. Umfang und Ausmaß russischer Vorstöße in seien weiterhin begrenzt und konzentrierten sich auf Siwersk und Bachmut, hieß es in dem täglichen Geheimdienst-Update zum Ukraine-Krieg des Verteidigungsministeriums in London am Samstag.

Die Behauptung der Russen vor einigen Tagen, sie seien in die Stadt Siwersk vorgestoßen, seien nicht wahr gewesen. Bei den unwahren Angaben gehe es zumindest teilweise darum, die Moral russischer Truppen hochzuhalten und der russischen Bevölkerung Erfolge präsentieren zu können. Der Kreml spricht hingegen von einer „gezielten Informationskampagne“ Londons.

Ukraine-Krieg: Russischer Verteidigungsminister Schoigu befiehlt Ausweitung der Angriffe auf Ukraine

Update vom 16. Juli, 11.19 Uhr: Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu hat bei einer Inspektion der am Ukraine-Krieg beteiligten Truppenteile eine Ausweitung der Angriffe auf das Nachbarland befohlen. „Nach Anhörung (des Lageberichts) hat der Chef des russischen Verteidigungsministeriums die nötigen Anweisungen zur Ausweitung der Aktivitäten der Heeresgruppen in alle Angriffsrichtungen gegeben, um dem Kiewer Regime die Möglichkeit zu nehmen, weiter massive Artillerie- und Raketenangriffe auf Infrastruktur und Zivilisten im Donbass und in anderen Regionen durchzuführen“, teilte das Ministerium am Samstag mit.

Es ist die zweite Inspektion der russischen Einsatzkräfte in der Ukraine durch Schoigu. Die erste fand Ende Juni statt. Bei der jetzigen Veranstaltung zeichnete der russische Verteidigungsminister zwei hochrangige Generäle aus, unter anderem den Chef der Heeresgruppe „Zentrum“, Generaloberst Alexander Lapin, der als mit federführend für die Eroberung des Ballungsraums Sjewjerodonezk - Lyssytschansk im Donbass durch moskautreue Truppen gilt.

Sergej Schoigu (r.), hier mit Kreml-Chef Wladimir Putin, hat den Befehl zur Ausweitung der Angriffe in der Ukraine erteilt.
Sergej Schoigu (r.), hier mit Kreml-Chef Wladimir Putin, hat den Befehl zur Ausweitung der Angriffe in der Ukraine erteilt. (Archivbild) © dpa/Pool Sputnik Kremlin/AP | Mikhail Klimentyev

Update vom 16. Juli, 9.34 Uhr: Seit Beginn des Kriegs am 24. Februar starben rund 38.140 russische Soldaten in der Ukraine. Das teilte der ukrainische Generalstab am Freitag mit. Außerdem habe Russland 1677 Panzer, 3874 gepanzerte Kampffahrzeuge, 846 Artilleriesysteme, 247 Mehrfachraketenwerfer, 109 Luftabwehrsysteme, 188 Hubschrauber, 220 Flugzeuge, 687 Drohnen und 15 Boote verloren, so der Generalstab weiter. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig verifizieren, das ukrainische Militär äußerte sich zudem nicht zu den Verlusten auf eigener Seite.

Die ukrainische Generalstaatsanwaltschaft teilte indes am Samstag mit, dass Russlands Krieg seit dem 24. Februar mindestens 353 Kinder getötet und 662 verwundet habe.

Ukraine-Krieg: Russland versucht offenbar, strategisch wichtige Straße im Donbass zu erobern

Update vom 16. Juli, 8.48 Uhr: Die Hinweise mehren sich, dass Russland tatsächlich seine Operationspause beendet hat und versucht, im Donbass weiter vorzurücken. Die Ukraine wehrte nun offenbar eine russische Offensive auf eine strategische Straße im Donbass ab. Das geht aus Angaben des Gouverneurs des Gebiets Luhansk, Serhij Gaidai, vom Samstagmorgen hervor, konnte jedoch zunächst nicht unabhängig verifiziert werden.

Demnach versuchten russische Truppen bereits in den vergangenen zwei Monaten, die wichtige Straße zwischen den Städten Lyssytschansk (Gebiet Luhansk) und Bachmut (Gebiet Donezk) zu erobern. Die Angaben des Gouverneurs von Luhansk stimmen allerdings mit den Einschätzungen des ukrainischen Generalstabs sowie der US-Denkfabrik Study of War überein.

Ukraine-Krieg: Ukrainische Truppen wehren innerhalb russische Sturmversuche im Donbass ab

Update vom 16. Juli, 8.35 Uhr: Nach ukrainischen Angaben haben die russischen Streitkräfte nach einer Umgruppierung ihrer Kräfte die Angriffe im Osten des Landes wieder verstärkt. Die Ukraine habe in den vergangenen 24 Stunden russische Sturmversuche in Richtung Bachmut und vor Donezk abgewehrt, teilte der Generalstab in Kiew am Samstag in seinem Lagebericht mit. „Nach einer Umgruppierung hat der Feind den Anrgiff auf das Wärmekraftwerk Wuhlehirsk wieder aufgenommen, die Kampfhandlungen halten an“, heißt es zudem. Unabhängig lassen sich die Angaben nicht überprüfen. Allerdings stimmen die Angaben mit den Einschätzungen der Experten der US-Denkfabrik Study of War überein.

Ukraine-Krieg: Angriff auf Lagerhaus in ukrainischer Hafenstadt Odessa

Update vom 16. Juli, 7.46: In der ukrainischen Hafenstadt Odessa hat am frühen Samstagmorgen eine russische Rakete offenbar ein Lagerhaus getroffen. Das teilte Sergey Bratchuk, der Sprecher der Militärverwaltung des Gebiets Odessa, am Samstag über Telegram mit. Bei dem Angriff wurde niemand verletzt. 

ukraine krieg russland odessa raketenbeschuss rauchsäule hafenstadt
Eine Frau fährt mit dem Rad, im Hintergrund steigt eine Rauchsäule aus einem Lagerhaus in der ukrainischen Stadt Odessa auf. Zuvor war dort eine russische Rakete eingeschlagen (16. Juli). © Oleksandr GIMANOV / AFP

US-Denkfabrik Study of War: Russland plant offenbar, im Donbass nach Westen vorzurücken

Der Think Tank „Study of War“ aus den USA geht davon aus, dass Russland nach der Einnahme der Stadt Sjewjerodonezk im Oblast Luhansk eine Operationspause eingelegt hat. Nun plant Russland offenbar, im Donbass in westlicher Richtung vorzurücken. Das geht aus einem Bericht der Denkfabrik vom Freitag hervor. Die russischen Streitkräfte begannen demnach bereits kleinere Angriffe in westlicher Richtung in der Nähe von Bachmut und Slowjansk in der Region Donezk. Die Operationen blieben zunächst erfolglos, könnten aber auf ein Ende der Pause hindeuten. Falls die Operationspause nun wirklich vorbei sei, werden die Angriffe in den nächsten 72 Stunden zunehmen, sagen die Experten voraus.

Alternativ könnten die russischen Truppen stattdessen auch kürzere Pausen mit verstärkten Angriffen über mehrere Tage hinweg abwechseln, bevor sie zu einer groß angelegten Offensivoperation übergehen. Eine 10-tägige operative Pause reiche nicht aus, um die russischen Kräfte für groß angelegte Offensivoperationen vollständig zu regenerieren, so die Einschätzung der US-Denkfabrik.

Ukraine-Krieg: In Dnipro sterben am Freitagabend mindestens drei Menschen nach russischem Angriff

Erstmeldung: Kiew - Angesichts neuer russischer Angriffe ist in der Ukraine am Freitagabend landesweit Luftalarm ausgelöst worden. Im südöstlichen Gebiet Dnipro starben Behördenangaben zufolge mindestens drei Menschen, 15 wurden verletzt. Präsident Wolodymyr Selenskyj rief die Bürger zur Wachsamkeit auf. Zugleich warnte er Moskau, dass der bereits seit fast fünf Monaten andauernde Krieg auch in Russland nicht folgenlos bleiben werde.

Auch interessant

Kommentare