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Ukraine-Krieg: Putin-Truppen ziehen sich teils hinter Grenze zurück – Londons Geheimdienst erklärt Plan

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Von: Stephanie Munk

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Im Ukraine-Krieg will Russland offenbar seine Angriffe „massiv reduzieren“. Die britische Regierung veröffentlicht neue Informationen seiner Geheimdienste. Der News-Ticker.

Update vom 30. März, 12.42 Uhr: In den vergangenen zwei Tagen zeigte sich Bewegung in den Verhandlungen zwischen Ukraine und Russland. Ob der Angreifer seine Kampfhandlungen in der Region Kiew reduziert, wird allerdings stark bezweifelt (siehe Update vom 30. März, 8.31 Uhr). Beobachter gehen davon aus, dass die Truppen von Wladimir Putin logistische Probleme haben. Weitere aktuelle Nachrichten zu dem militärischen Verlauf im Ukraine Krieg finden Sie in unserem Ukraine-News-Ticker vom 30. März.

Ukraine-Krieg-News: Johnson soll über Lieferung „tödlicherer Waffen“ nachdenken

Update vom 30. März, 9.19 Uhr: Schon vor dem Ukraine-Krieg hat die britische Regierung unter Premier Boris Johnson* in ungewöhnlich offener Art und Weise Geheimdienstinformationen mit der Öffentlichkeit geteilt. Auch an diesem Mittwochmorgen gab sie eine Einschätzung zum Verlauf weiter.

Demnach haben sich einige russische Einheiten nach Belarus und Russland zurückgezogen. Grund sind schwere Verluste in der Ukraine. Dort wollen sie Nachschub organisieren und sich neu aufstellen, hieß es. Daran zeigten sich die Schwierigkeiten, die Putins Truppen bei ihrer Invasion haben. Nun erhöhe sich der Druck auf die in der Ukraine verbleibende russische Logistik weiter.

Man rechne damit, dass Moskau seine geschwächte Kampfstärke am Boden durch verstärkte Raketenangriffe kompensieren werde. Der vom Kreml ausgegebene Fokus auf die Ostukraine sei mutmaßlich „ein stillschweigendes Eingeständnis“ der Probleme.

Ukraine-Krieg-News: USA befürchten neue Großoffensive von Putin-Truppen

Update vom 30. März, 8.31 Uhr: Wie ernst meint es der Kreml? Die jüngsten Verhandlungen zwischen der Ukraine und Russland haben für Aufsehen gesorgt. Sie rufen aber auch starkes Misstrauen hervor. Die USA bezweifeln, dass Putins-Truppen ihr Angriffe auf Kiew „radikal“ verringern. Vielmehr drohe eine neue Großoffensive.

Bislang scheine sich nur eine „kleine Zahl“ russischer Soldaten von Kiew zu entfernen. Das sei aber kein „Rückzug“, sondern eine „Neupositionierung“ der Truppen, sagte Pentagon-Sprecher John Kirby am Dienstag (29. März).

„Das bedeutet nicht, dass die Gefahr für Kiew vorbei ist.“ Es drohe eine „Großoffensive gegen andere Regionen in der Ukraine“, fuhr er fort. Man müsse weiter mit „massiver Brutalität“ gegen die Ukraine und Kiew rechnen, warnte er.

Ukraine-Krieg-News: Putin-Truppen sollen Wohngebiete in Luhansk beschossen haben

Update vom 30. März, 7.31 Uhr: Britische Militärexperten halten es aktuell für „höchst wahrscheinlich“, dass russische Soldaten im Ukraine-Krieg ihre Kampfkraft aus dem Norden in den Südosten des Landes verlegen. Sie rechnen also mit einer verstärkten Offensive in der Region Luhansk und Donezk.

In Luhansk sollen russische Soldaten nun Wohngebiete mit schwerem Geschütz angegriffen haben. Das berichtet unter anderem das Portal „Nexta“ mit Sitz in Warschau an diesem Mittwoch und twitterte entsprechende Fotos:

Bei den Angriffen habe es Verletzte gegeben, hieß es weiter, ihre Zahl sei noch unklar. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig prüfen.

Update vom 30. März, 7.08 Uhr: In Mariupol sind seit Beginn des Ukraine-Kriegs möglicherweise etliche Zivilisten ums Leben gekommen. Das berichtet an diesem Mittwochmorgen Spiegel Online und zitiert zu der Thematik Matilda Bogner vom Uno-Hochkommissariat für Menschenrechte. Die Organisation glaube, dass es in der belagerten ukrainischen Hafenstadt „Tausende“ von zivilen Opfern geben könne. Eine genaue Schätzung gebe es bislang nicht.

Ukraine-Krieg: Russland will Angriffe auf Kiew radikal „reduzieren“ - dennoch kein Waffenstillstand

Update vom 29. März, 22.15 Uhr: Russlands Ankündigung, seine militärischen Aktivitäten rund um die ukrainische Hauptstadt Kiew „radikal“ zu verringern, stößt auf große Skepsis. Das US-Verteidigungsministerium beobachtete bislang nur eine „kleine Zahl“ russischer Soldaten beim Rückzug aus Kiew, wie Pentagon-Sprecher John Kirby am Dienstag erklärte. Das sei aber kein „Rückzug“, sondern vielmehr eine „Neupositionierung“ der Truppen.

Laut Kirbys Einschätzung drohe eine „Großoffensive gegen andere Regionen in der Ukraine. Das bedeutet nicht, dass die Gefahr für Kiew vorbei ist.“ Schließlich habe die russische Armee es bisher nicht geschafft, die ukrainische Hauptstadt einzunehmen. Der Pentagon-Sprecher warnte vor „massiver Brutalität“ gegen die Ukraine und Kiew.

Ähnlich äußerte sich Kate Bedingfield, die Kommunikationsdirektorin des Weißen Hauses. „Wir sollten nüchtern auf die Realität vor Ort blicken“, sagte Bedingfield, „und niemand sollte sich von Russlands Ankündigungen täuschen lassen.“ Auch sie geht von einer Neupositionierung statt eines Rückzugs aus: „Die Welt sollte auf eine Großoffensive gegen andere Regionen der Ukraine vorbereitet sein.“

Ukraine-Krieg: Russische Angriffe gehen trotz Friedensverhandlungen weiter

Update vom 29. März, 19.02 Uhr: Am Dienstag verhandelten ukrainische und russischen Unterhändler in Istanbul. Der Krieg in der Ukraine ging unterdessen unvermindert weiter. Russische Truppen haben in der Westukraine den Militärflughafen von Starokostjantyniw beschossen. Der Bürgermeister der Stadt, Mykola Melnytschuk, meldete sich auf Facebook zu Wort: „Wir werden seit dem ersten Tag des Krieges mit Raketen beschossen, aber heute (...) war der Angriff sehr ernst und hat erheblichen Schaden verursacht“, schilderte er und gab an, dass die gesamten Treibstoffvorräte der Stadt zerstört wurden.

Ein weiterer russischer Angriff auf die Regionalverwaltung in der südukrainischen Stadt Mykolajiw forderte nach ukrainischen Angaben sieben Todesopfer, 22 weitere Menschen wurden verletzt (siehe Update vom 29. März, 13.16 Uhr). Auch auf Wohngebiete in der Hauptstadtregion Kiew seien binnen 24 Stunden über 40 Raketen niedergegangen, erklärte die Militärverwaltung bei Telegram.

Ukraine-Krieg: Russlands Unterhändler Medinski wird deutlich - „Kein Waffenstillstand“

Update vom 29. März, 17.47 Uhr: Russlands Vize-Verteidigungsminister Alexander Fomin hatte nach den Verhandlungen mit der Ukraine angekündigt, man werde die Kampfhandlungen an der nördlichen Front rund um Kiew und Tschernihiw massiv reduzieren. Von einem Ende der Kämpfe in dieser Region kann aber laut dem russischen Unterhändler Wladimir Medinski keine Rede sein.

„Das ist kein Waffenstillstand, sondern unser Bemühen, schrittweise zumindest in diesen Richtungen zu einer Deeskalation des Konflikts zu kommen“, meinte er gegenüber Staatssender RT. Russland habe „zwei große Schritte in Richtung Frieden unternommen“, so Medinski. Die schriftlichen Vorschläge der Ukraine lobte er. Trotzdem müssten aus Kiew noch mehr Eingeständnisse kommen.

Ukraine-Krieg: Russland will Angriffe auf Kiew radikal „reduzieren“ - doch die „Operation“ geht weiter

Update vom 29. März, 15.55 Uhr: Geht Putins doppeltes Spiel nach der neuen Verhandlungsrunde im Ukraine-Krieg weiter? Ungeachtet der Ankündigung, Angriffe auf Kiew und Tschernihiw zu reduzieren, will Russland seine „militärische Spezial-Operation“ fortsetzen. „Sie verläuft streng nach Plan“, sagte die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, am Dienstag der Agentur Interfax zufolge. Die Aufgaben und Ziele würden weiter erfüllt.

Bei den Friedensverhandlungen zwischen beiden Ländern gehe es weiterhin um die „Entmilitarisierung der Ukraine, die Entnazifizierung“, sagte Sacharowa. Neben einer möglichen Neutralität der Ukraine und damit verbundenen Sicherheitsgarantien würde zudem eine „Anerkennung heutiger territorialer Realitäten“ diskutiert.

Moskau fordert, dass Kiew die Schwarzmeer-Halbinsel Krim als Teil Russlands anerkennt und die Gebiete Luhansk und Donzek als unabhängige Staaten. Das lehnt die Ukraine weiter kategorisch ab.

Putin-Kehrtwende im Ukraine-Krieg: Russland will Angriffe auf Kiew und Tschernihiw radikal „reduzieren“

Update vom 29. März, 14.35 Uhr: Die angebliche Reduzierung der russischen Angriffe rund um Kiew und Tschernihiw solle dazu dienen, gegenseitig Vertrauen aufzubauen und die Bedingungen für weitere Verhandlungen zu schaffen, sagte Russlands Vize-Verteidigungsminister Alexander Fomin zu Putins Ukraine-Wende nach den heutigen Verhandlungen* (siehe vorheriges Update). Der ukrainische Generalstab teilte mit, im Gebiet um die Hauptstadt Kiew und die nordukrainische Großstadt Tschernihiw werde der Abzug einzelner Einheiten der russischen Streitkräfte beobachtet.

Die Unterhändler der Ukraine (l.) und Russlands bei ihren Verhandlungen am Dienstag in Istanbul.
Die Unterhändler der Ukraine (l.) und Russlands bei ihren Verhandlungen am Dienstag in Istanbul. © Maxim Guchek/BelTA/AP/dpa

Die Ukraine sei dabei, einen Vertrag vorzubereiten über einen neutralen Status des Landes ohne Atomwaffen. Russland gehe davon aus, dass die Ukraine dazu entsprechende Entscheidungen treffe. Eine ausführliche Information über die Vereinbarungen von Istanbul solle es nach der Rückkehr der Delegation nach Moskau geben.

Update vom 29. März, 13.59 Uhr: Das russische Militär will seine Angriffe rund um die ukrainische Hauptstadt Kiew und die Stadt Tschernihiw radikal reduzieren. Damit wolle man den Konflikt deeskalieren, teilte der russische Verhandler Vladimir Medinsky mit. Das sei ein Ergebnis der heutigen Verhandlungen zwischen Russland und Ukraine in Istanbul. Die strategisch wichtige Stadt Tschernihiw liegt rund 150 Kilometer nördlich der Hauptstadt Kiew an der Grenze zu Belarus und war in den vergangenen Wochen von der russischen Armee heftig beschossen worden.

Weitere Raketenangriffe wurden auf Objekte bei Nikopol und Pawlohrad im Gebiet Dnipropetrowsk gemeldet. Zuletzt meldete die ukrainische Armee erfolgreiche Gegenangriffe. Es lagen keine unabhängigen Angaben vor.

Ukraine-Krieg: Kämpfe um Kiew dauern an - Ukraine drängt Russland zurück

Update vom 29. März, 12.15 Uhr: Die Kämpfe um die ukrainische Hauptstadt Kiew dauern offenbar an. Russische Truppen halten nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Selenskyj den Norden des Kiewer Gebiets unter ihrer Kontrolle. Sie würden versuchen, zerschlagene Einheiten wieder aufzubauen.  In mehreren Gebieten nordwestlich von Kiew ist es ukrainischen Armee dagegen offenbar gelungen, russische Truppen zurückzudrängen. Dies teilte der britische Geheimdienst mit.

Laut Bild-Korrespondent Paul Ronzheimer, der aus Kiew berichtet, gab es bislang im Zentrum von Kiew wenige Einschläge russischer Raketen. Dies liege daran, dass die Raketenabwehr nirgendwo in der Ukraine so stark sei wie dort. Möglicherweise scheue Putin auch davor zurück, ein historisches, religiös aufgeladenes Zentrum zu bombardieren.

Ukraine-Krieg: Friedensverhandlungen laufen - aber Russland kündigt weitere Attacken an

Update vom 29. März, 10.53 Uhr: Ungeachtet neuer Friedensverhandlungen im Ukraine-Krieg hat Russland die Fortsetzung seiner Angriffe in der Ukraine angekündigt. „Die russischen Streitkräfte setzen die militärische Spezial-Operation fort“, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, am Dienstag nach Angaben der Agentur Interfax.

Durch russische Luftangriffe seien seit Montag 68 ukrainische Militärobjekte zerstört worden, sagte Konaschenkow weiter. Darunter seien unter anderem Flugabwehrraketen-Systeme, zwei Munitionsdepots und drei Treibstofflager gewesen. Auch drei Drohnen seien zerstört worden. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Das russische Verteidigungsministerium bestätigte auch einen Raketenangriff auf ein Treibstofflager im Gebiet Riwne in der Nordwestukraine am Montagabend. Der Treibstoff sei für ukrainische Militärtechnik in Vororten Kiews bestimmt gewesen, hieß es. Ukrainische Behörden hatten am Montagabend über diesen Raketenangriff berichtet.

Ukraine-Krieg: Ukraine und Russland vereinbaren neue Fluchtkorridore

Update vom 29. März, 9.51 Uhr: Die ukrainische Regierung hat eigenen Angaben zufolge für Dienstag mit den russischen Truppen drei Fluchtkorridore für die Evakuierung von Zivilisten ausgehandelt. Aus der belagerten Hafenstadt Mariupol im Gebiet Donezk soll es möglich sein, mit privaten Autos über Berdjansk nach Saporischschja zu fahren, sagte Vizeregierungschefin Iryna Wereschtschuk am Dienstag. Zudem seien 34 Busse von Saporischschja nach Berdjansk am Asowschen Meer unterwegs. Diese sollen Menschen aus Mariupol mitnehmen, die eigenständig in das knapp 70 Kilometer entfernte Berdjansk gelangt sind. Angaben örtlicher Behörden zufolge harren in Mariupol von den einst 440.000 Einwohnern immer noch mehr als 100.000 aus.

Zwei weitere Korridore seien im Gebiet Saporischschja für die Atomkraftwerksstadt Enerhodar und die Großstadt Melitopol vereinbart worden. Busse des Zivilschutzes seien unterwegs.

Am Montag hatte die Ukraine die Evakuierungen vorerst gestoppt. Anlass waren nach Regierungsangaben Hinweise auf „mögliche Provokationen“ der russischen Armee entlang der festgelegten Fluchtrouten. Die Korridore sollen es den Einwohnern in den von russischen Truppen attackierten Städten ermöglichen, sich in Sicherheit zu bringen. Die Ukraine wirft Russland regelmäßig Angriffe auf diese Fluchtwege vor, insbesondere rund um die seit Wochen belagerte Hafenstadt Mariupol.

Ukraine-Krieg: Amnesty International berichtet von „Kriegsverbrechen“ in der Ukraine

Update vom 29. März, 7.35 Uhr: „Was in der Ukraine geschieht, ist eine Wiederholung dessen, was wir in Syrien gesehen haben“: Mit diesen Worten prangert die Menschenrechtsorganisation Amnesty International die „Kriegsverbrechen“ in der Ukraine an. Ihr Generalsekretärin Agnes Callamard sagte der Nachrichtenagentur AFP weiter, Russland greife „gezielt“ zivile Einrichtungen an und verwandle Fluchtrouten in „Todesfallen“.

Ein schwer zerstörter Wohnblock in Kharkiv nach russischen Angriffen in der Ukraine.
Ein schwer zerstörter Wohnblock in Kharkiv nach russischen Angriffen in der Ukraine. © Aris Messinis/afp

Die Amnesty-Forscher hätten bei einem Ortsbesuch in der Ukraine „den Einsatz derselben Taktiken wie in Syrien und Tschetschenien“ dokumentiert, hieß es laut AFP weiter. Demnach setze Russland auch Waffen ein, die nach internationalem Recht verboten sind.

Die Organisation kritisierte die „beschämende Untätigkeit“ internationaler Institutionen wie des UN-Sicherheitsrats. Dieser solle besser als „Unsicherheitsrat“ betitelt werden. Ihr zufolge könne es im Umgang mit Russland keine „Neutralität“ geben. Amnesty International hatte am Dienstag (29. März) seinen Jahresbericht vorgestellt.

Ukraine-Krieg: Ukrainischer Generalstab spricht von „desorientiertem Feind“ – das geschah in der Nacht

Erstmeldung vom 29. März: Kiew - Die ukrainischen Truppen haben die russischen Streitkräfte aus einigen Vororten Kiews und Charkiws vertrieben. Die Stadt Irpin im Nordwesten der Hauptstadt sei „befreit worden“, sagte der ukrainische Innenminister Denys Monastyrsky am Montagabend im Fernsehen.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte in seiner abendlichen Videoansprache, es sei „noch zu früh, um von Sicherheit in diesem Teil unserer Region zu sprechen“. „Die Kämpfe gehen weiter.“ Die Russen kontrollierten nach wie vor die Gebiete im Norden Kiews.

Ukraine-Krieg-News: Selenskyj-Seite vermeldet militärische Erfolge

Der Hauptkontrollposten an der Straße von Kiew nach Irpin war am Montag wieder offen. Er war vor zwei Wochen nach dem Tod eines US-Journalisten für Medien gesperrt worden. Nach Angaben von AFP-Journalisten vor Ort dauerten die Kämpfe nahe Irpin am Montag aber an. Es seien rund 20 laute Explosionen von Granaten in einem Wald entlang der sechs Kilometer langen Straße zu hören gewesen.

Der Vorort im Nordwesten von Kiew war in den vergangenen Wochen Schauplatz heftiger Kämpfe gewesen. Als der Vormarsch der Truppen von Wladimir Putin* auf Kiew ins Stocken geriet, wurde Irpin massiv bombardiert.

Ukraine-Krieg-News: Selenskyj-Seite warnt vor Scharfschützen in Vorort von Kiew

Journalisten der AFP besuchten am Montag (28. März) auch den westlichen Vorort Stojanka, wo einige Bewohner nach heftigen Kämpfen wieder in ihre Häuser zurückkehrten. Soldaten warnten jedoch vor russischen Scharfschützen.

Wie Selenskyj betonte, bleibt die militärische Lage in den Regionen Tschernihiw, Sumy, Charkiw, im Donbass und im Süden der Ukraine „überall angespannt, sehr schwierig“. Er fügte hinzu, dass die russischen Truppen am Montag keinen „humanitären Korridor zugelassen“ hätten.

Ukraine-Krieg-News: Ukrainischer Generalstab sieht „Feind geschwächt“

In der südlichen Stadt Mykolajiw beruhigte sich die Lage nach wochenlangem heftigen Beschuss etwas. „Der Feind ist geschwächt, desorientiert, die meisten haben keine logistische Unterstützung mehr und sind vom Großteil der Truppen abgeschnitten“, erklärte der ukrainische Generalstab in der Nacht zum Dienstag.

In Charkiw, der zweitgrößten Stadt der Ukraine, fanden AFP-Journalisten im schwer zerstörten Stadtteil Saltiwka am nordöstlichen Stadtrand nur noch wenige Menschen vor, die in Kellern hausten. Im Vorort Mala Rogan sahen die Journalisten nach der Rückeroberung durch ukrainische Truppen die Leichen zweier russischer Soldaten sowie zerstörte russische Panzer. (dpa/AFP/frs) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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