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Selenskyj droht Angreifern - und geißelt russische Strategie als puren „Terror“

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Von: Florian Naumann, Anna-Katharina Ahnefeld

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Mit martialischen Worten hat der ukrainische Präsident Selenskyj Russland gedroht. Und die internationale Gemeinschaft kritisiert.

Kiew – In einer auf Social Media verbreiteten Videobotschaft hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj* am Sonntag drohende Worte gegen Russland gerichtet. Diejenigen, die in der Ukraine Gräueltaten begangen hätten, würden bestraft werden. Das berichtet unter anderem der Sender ntv. Der „einzige ruhige Ort“, der Verbrecher erwarte, sei das Grab, machte Selenskyj deutlich. Derweil wird vor der „entscheidenden Schlacht“ um Kiew gewarnt.

„Heute ist der Sonntag der Vergebung. Aber wir werden nicht Hunderte und Aberhunderte von Opfern verzeihen“, sagte Selenskyj weiter. Gott werde Russland nicht vergeben. „Nicht heute. Nicht morgen. Niemals. Und statt Vergebung wird es einen Tag des Gerichts geben.“ Weiter fragte er: „Wie viele Familien mussten in der Ukraine sterben?“ Man werde „jeden Bastard finden, der auf unsere Städte und unser Volk geschossen hat, der unser Land bombardiert hat, der Raketen abgefeuert hat“, so Selenskyj zum Ukraine-Krieg.

Ukraine-Krieg: Selenskyi spricht Drohung aus – „Werden jeden Bastard finden“

Selenskyj hat außerdem das Ausbleiben von internationalen Reaktionen* auf die Androhung Moskaus, nun auch Gebäude der Waffenindustrie seines Landes anzugreifen, kritisiert. „Denken Sie an das Gefühl der Straffreiheit der Invasoren“, sagte Selenskyj in einer am Sonntagabend veröffentlichten Videobotschaft an Staats- und Regierungschefs sowie Politiker anderer Länder gerichtet. Russland könne seine „geplanten Gräueltaten“ ankündigen, weil es keine Reaktion gebe.

Selenskyj, Präsident der Ukraine, spricht zu den Menschen in der Ukraine.
Selenskyj, Präsident der Ukraine, spricht zu den Menschen in der Ukraine. © dpa/Ukrainian Presidential Press Office

Selenskyj wendet sich an den Westen - und rügt russischen „Terror“ in der Ukraine

Auch am Montag wandte sich Selenskyj an den Westen. Der ukrainische Präsident sprach laut einem Bericht des Kyiv Independent von weiteren blutigen Attacken Russlands - und geißelte diese als „Terror“. „In der Nacht hat Russland Mykolayiw, eine Wohngegend, mit Raketenartillerie getroffen. Sie haben Wohngebiete in Charkiw getroffen, sie haben auch andere Städte beschossen“, erklärte Selenskyj. Von einem militärischen Standpunkt aus hätten diese Attacken keinerlei Sinn gehabt, urteilte er: „Es ist einfach Terror.“

Zugleich forderte der Präsident der Ukraine weitere Strafmaßnahmen des Westens. „Wenn die Invasion weitergeht und Russland nicht stoppt, ist ein neues Sanktionspaket nötig“. Selenskyj sprach von einem „Boykott“ des russischen Exports. Es sei moralisch, Zahlungen an „Terroristen“ zu verweigern. Am Sonntag schien sich ein mögliches Öl-Embargo gegen Wladimir Putins Russland, auch unter Beteiligung der bislang widerstrebenden USA*, abzuzeichnen.

Moskau hatte am Sonntag erklärt, künftig auch ukrainische Unternehmen des militärisch-industriellen Komplexes angreifen zu wollen. Dies sei „Teil der Aufgabe, die Ukraine zu entmilitarisieren“. Selenskyj sagte bereits in seiner Videobotschaft vom Sonntag, in den teils vor Jahrzehnten gebauten Fabriken arbeiteten Tausende Menschen, sie befänden sich in Städten und Hunderttausende Menschen lebten in ihrer Nähe. Die „Dreistigkeit des Aggressors“ sei ein klares Zeichen für den Westen, dass Sanktionen gegen Russland* nicht ausreichten.

Ein deutscher Ex-General überraschte unterdessen im ARD-Talk „Anne Will“ mit dem Glauben an Sieg der Ukraine im laufenden Krieg*. (aka/fn mit dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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