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Ukraine-Krieg: Russische „Soldatenmütter“ stellen Forderung an Wladimir Putin - „fing schon im November an“

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Von: Patrick Mayer

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Laut ukrainischer Berichte haben die russischen Streitkräfte hohe Verluste. Die Menschenrechtsorganisation „Soldatenmütter“ liefert Einblicke. Und richtet eine Forderung an Wladimir Putin.

München/Moskau - Ihre Rolle ist im Ukraine-Krieg* undurchsichtig: Die der russischen Soldaten, die ins Nachbarland einmarschiert sind. Ukrainischen Angaben zufolge sollen bis Donnerstag, 2. März, schon 5.840 russische Soldaten gefallen sein. Die Angaben lassen sich nicht verifizieren. Aber: Mittlerweile gesteht auch Moskau eigene Verluste ein, veröffentlichte sogar Fotos von der Beerdigung eines Soldaten aus dem Donbass*.

Ukraine-Krieg: Offenbar viele gefallene russische Soldaten

Amerikaner und Briten behaupten indes, dass die Kampfmoral innerhalb der russischen Streitkräfte schlecht sei. Einem Bericht der New York Times zufolge sollen zahlreiche russische Soldaten ihre eigenen Fahrzeuge sabotiert haben, weil sie nicht mit einer derartigen Gegenwehr der Ukrainer gerechnet hätten. Die russische Menschrechtsorganisation „Soldatenmütter“ hat nun von Machthaber Wladimir Putin und der Regierung in Moskau eine Feuerpasse gefordert, damit beide Seiten Tote, Verwundete und Gefangene austauschen könnten.

„Die Ukrainer haben Listen von gefallenen und gefangenen russischen Soldaten veröffentlicht. Wer seine Verwandten auf diesen Listen findet, ruft unsere Komitees an. Wir können den Leuten aber nicht helfen: Dafür müsste Russland eine humanitäre Feuerpause verkünden, wenigstens für kurze Zeit den Beschuss und die Bombardierungen einstellen“, erklärte Valentina Melnikowa von den „Soldatenmüttern“ Russlands im Interview der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (F.A.S.).

Sie meinte weiter: „Es müsste einen Austausch geben, bei dem die russische und die ukrainische Seite die Leichname Gefallener und Gefangene austauschen. Aber eine solche Feuerpause gibt es nicht.“

Laut der Menschenrechtsorganisation kommen besonders viele russische Soldaten aus zwei Großstädten. „Manche Leute gehen in unsere Büros in den Regionen, besonders in den Gebieten Wolgograd und Nischnij Nowgorod, denn viele der Gefallenen kommen den Berichten zufolge von dort“, erklärte Melnikowa und erzählte, dass viele Mütter nicht wüssten, „wo ihre Angehörigen sind. Manchen sagte man, es gehe zu Manövern, manchen, sie würden verlegt. Das fing schon im November, Dezember an“. Wolgograd ist das ehemalige Stalingrad im Südwesten von Russland.

Ukraine-Krieg: Russische Mütter suchen angeblich nach ihren Söhnen

Am Donnerstag (2. März) zeigte sich das ukrainische Verteidigungsministerium nach eigenen Angaben bereit, gefangene russische Soldaten an ihre Mütter zu übergeben - wenn diese „in die Ukraine kommen, um sie abzuholen“. Derweil gehen die schweren Kämpfe zwischen beiden Armeen im Ukraine-Konflikt weiter. (pm) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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