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Geheimer Nato-Bericht: Putin-Ziel unerreichbar? Russland braucht wohl viel länger für Donbass-Einnahme

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Von: Linus Prien

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Wladimir Putin und Sergej Schoigu an einem Tisch
Wladimir Putin und Sergej Schoigu © Kremlin Pool/Imago

Russland konzentriert sich auf den Osten der Ukraine. Einem geheimen Nato-Bericht zufolge sollen die Truppen noch mindestens vier Wochen benötigen, um den Donbass einzunehmen.

Brüssel - Einem vertraulichen Nato-Lagebericht zufolge sollen die russischen Truppen noch mindestens vier Wochen benötigen, um im eskalierten Ukraine-Konflikt die Donbass-Region einzunehmen. Nach Informationen von Business Insider ist es laut der Nato-Einschätzung unwahrscheinlich, dass der Kremlchef Wladimir Putin bis zum 9. Mai seine Ziele in der Ostukraine erreichen kann. Auch die Einnahme der ostukrainischen Hafenstadt Mariupol, welche Russland verkündete, könne zunächst nicht bestätigt werden.

Ukraine-Krieg: Russland benötigt laut Nato angeblich mindestens vier Wochen, um den Donbass einzunehmen

Russland hat in den vergangenen Tagen seine Bemühungen intensiviert, die Donbass-Region um Luhansk und Donezk einzunehmen. In den beiden Städten sind jeweils prorussische Separatisten-Gruppen angesiedelt, die unabhängige „Volksrepubliken“ ausgerufen haben. Die Region ist gegenwärtig stark umkämpft und wird Experten zufolge wahrscheinlich der Schauplatz einer russischen Großoffensive werden.

Nichtsdestotrotz sollen die russischen Truppen noch mindestens vier Wochen brauchen, um die Gebiete einzunehmen, wie Business Insider einem geheimen Nato-Dokument entnahm. Ebenjenes enthielt die folgende Formulierung: „Die russischen Streitkräfte brauchen jedoch möglicherweise mindestens vier Wochen, um ihre territoriale Kontrolle über zwei ukrainische Regionen im Donbass auszuweiten.“

Ukraine-Krieg: Warum Putin zum 9. Mai etwas vorweisen muss

Der amerikanische Militärexperte Ben Hodges sagte dem ZDF: „Am 9. Mai steht ein wichtiger Tag an, den die Russen als Tag des Sieges bezeichnen. Sie veranstalten dann jedes Jahr eine große Parade auf dem Roten Platz. Sie können sich also sicher sein, dass ein immenser Druck auf den Generalstab ausgeübt wird, rechtzeitig zum 9. Mai einen Sieg zu erringen. Und deshalb haben sie beschlossen, sich speziell auf Mariupol und den Rest des Donbass zu konzentrieren, damit sie eine Art Sieg vorweisen können.“

Sollte sich die aktuelle Einschätzung der Nato als wahr herausstellen, würde dies für den Kreml ein Problem darstellen. Die Experten der Nato sollen an der Effektivität der russischen Truppen zweifeln. Im Lagebericht soll es heißen: „Es ist unwahrscheinlich, dass Verstärkungen die Kampfeffektivität wesentlich erhöhen.“

Ukraine-Krieg: Russland verkündete, Mariupol unter Kontrolle zu haben

Das russische Militär hat nach Angaben von Verteidigungsminister Sergej Schoigu die umkämpfte südostukrainische Hafenstadt Mariupol unter seine Kontrolle gebracht. Das teilte Schoigu am Donnerstag bei einem mit Wladimir Putin im Staatsfernsehen übertragenen Treffen mit. „Die verbliebenen ukrainischen Kampfeinheiten haben sich auf dem Industriegelände der Fabrik Azovstal verschanzt“, sagte Schoigu. Business Insider berichtete jedoch, dass diese Information nicht bestätigt werden könne und berief sich dabei auf deutsche Regierungskreise. (lp/dpa)

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