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Russland probt Atomangriff: „Kriegsführung des Wladimir Putin“ setzt Westen „unter Druck“

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Von: Julius Fastnacht, Tobias Utz

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Immer wieder deutet Wladimir Putin seine Bereitschaft für den Abschuss von Atomwaffen an. Bei einer Übung in Kaliningrad simuliert die russische Armee nun deren Einsatz.

+++ 13.00 Uhr: Marie-Agnes Strack-Zimmermann, Vorsitzende des Verteidigungsausschusses des Bundestags, hat sich besorgt wegen der Atomangriff-Simulation der russischen Armee in Kaliningrad bezeigt. Sie rief in einem Interview mit der Rheinischen Post allerdings auch dazu auf, die Ruhe im Ukraine-Krieg zu bewahren. „Es gehört zur Kriegsführung des Wladimir Putin, solche Szenarien uns vor Augen zu führen, um uns psychologisch unter Druck zu setzen“, so Strack-Zimmermann.

Bei einer militärischen Übung hat die russische Armee den Einsatz von Atomraketen erprobt.
Bei einer militärischen Übung hat die russische Armee den Einsatz von Atomraketen erprobt. (Symbolfoto) © Russisches Verteidigungsministerium/afp

„Und das historisch eingebettet in den Jahrestag des Kriegsendes des Zweiten Weltkrieges. Wir sollten uns sein Narrativ nicht zu eigen machen und schon gar nicht geradezu paralysiert auf den 9. Mai schauen“, betonte die FDP-Politikerin. „Die Lage ist sehr ernst und daher ist es besonders wichtig, Ruhe zu bewahren“, so Strack-Zimmermann

Ukraine-News: Russland simuliert Atomangriff

Erstmeldung vom Donnerstag, 5. Mai, 07.00 Uhr: Kaliningrad – Die russischen Streitkräfte haben mitten im Ukraine-Krieg in der Ostsee-Enklave Kaliningrad laut Angaben aus Moskau Angriffe mit nuklearwaffenfähigen Raketen simuliert.

Bei einer Übung hätten rund hundert Soldaten den Start von mobilen ballistischen Raketensystemen mit Atomwaffen vom Typ Iskander geprobt, teilte das russische Verteidigungsministerium am Mittwoch (4. Mai) mit. Die Streitkräfte übten demnach Angriffe auf militärische Ziele eines imaginären Feinds.

Ukraine-News: Wladimir Putin deutet Russlands Bereitschaft für Atomkrieg an

Der russische Präsident Wladimir Putin hat seit Beginn des Angriffs auf die Ukraine seine Bereitschaft für den Einsatz von Atomwaffen angedeutet. Ende Februar versetzte Russland seine Atomstreitkräfte in höhere Alarmbereitschaft. Der Kremlchef warnte zudem vor einer „blitzschnellen“ Vergeltung, falls der Westen direkt in den Ukraine-Konflikt eingreift.

Beobachtern zufolge hat das russische Staatsfernsehen in den letzten Tagen versucht, der Öffentlichkeit den Einsatz von Atomwaffen schmackhaft zu machen. „Seit zwei Wochen hören wir auf unseren Fernsehschirmen, dass die Atomsilos geöffnet werden sollten“, sagte der russische Journalist und Friedensnobelpreisträger Dmitri Muratow am Dienstag (3. Mai).

Auch der Machthaber selbst scheint sich für den Fall eines Atomkriegs absichern zu wollen: Zuletzt soll Putins speziell für den Schutz vor einem Atomkrieg konstruiertes Flugzeug über Moskau gesichtet worden sein.

(tu/jf mit dpa/AFP)

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