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„Die ganze Welt soll unsere Schmerzen hören“: Jamala sendet bei ESC-Vorentscheid emotionale Ukraine-Botschaft

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Von: Momir Takac

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Jamala sendete mit ihrem Auftritt beim deutschen ESC-Vorentscheid eine emotionale Botschaft an die Welt.
Jamala sendete mit ihrem Auftritt beim deutschen ESC-Vorentscheid eine emotionale Botschaft an die Welt. © ARD

Während beim Vorentscheid die Teilnehmer um ihr Ticket zum ESC 2022 sangen, nutzte die Ukrainerin Jamala ihren Auftritt für eine emotionale Botschaft an die Welt.

Berlin - Beim deutschen Vorentscheid zum diesjährigen Eurovision Song Contest ist der Vertreter der Bundesrepublik gekürt worden. Malik Harris fährt für Deutschland zum ESC 2022 nach Turin. Lange Zeit stand die Sendung mit dem Titel „Germany 12 Points“ voll und ganz im Zeichen der Musik.

Doch zum Ende hin, als die sechs Kandidaten ihre Shows abgeliefert haben, wurde es ein wenig politisch - und hochemotional. Als während eines Medleys von Conchita Wurst und Jane Comerford Überraschungsgast Gitte Haenning auf die Bühne kam und eine besondere Variante von „Ein bisschen Frieden“ anstimmte, hielten die Zuschauer Lämpchen in die Höhe. Im Publikum wimmelte es von blauen und gelben Masken, Deutschland- sowie Ukraine-Fahnen wurden geschwenkt. Ein klares Zeichen gegen den Krieg in der Ukraine.

Ukraine-Krieg: Jamala sendet klare Botschaft beim ESC-Vorentscheid

Doch dann legte Jamala, die 2016 den ESC für die Ukraine gewonnen hatte, noch einen drauf. Die 38-Jährige, die mit ihren beiden Kindern aus Kiew flüchtete und inzwischen bei ihrer Schwester in Istanbul untergekommen ist, betrat die Bühne mit einer Ukraine-Flagge. Das komplette Publikum erhob sich und klatschte.

Jamala spricht mit Barbara Schöneberger über ihre Gefühlslage.
Jamala (r.) spricht mit Barbara Schöneberger über ihre Gefühlslage. © ARD

Bereits im Vorfeld machte Jamala klar, worum es ihr beim Gastauftritt* ging: „Ich singe heute im Namen der Kinder. Ich singe heute im Namen der Frauen. Ich möchte, dass die ganze Welt unsere Stimme hört, von unseren Schmerzen und Leiden hört“, sagte sie, während Tränen flossen. Ihr größter Wunsch sei es, „dass der Krieg aufhört“.

Jamala singt beim ESC-Vorentscheid: „Möchte, dass wir zusammen helfen, den Krieg in der Ukraine zu beenden“

Nach dem Singen ihres Siegerliedes „1944“ - die Menschen im Saal hatten feuchte Augen - beschrieb sie im Gespräch mit Moderatorin Barbara Schöneberger ihre Gefühlslage rund um den Ukraine-Konflikt*. „Ich singe heute für das ganze Land. Ich singe nicht nur für mich als Sängerin, ich vertrete auch Tausende Kinder, die in Luftschutzbunkern sind. Die können nicht hier sein und die Show nicht einmal im Fernsehen sehen“, sagte Jamala.

Ihren Auftritt hat sie für ein bewegendes Plädoyer für Frieden in der Ukraine genutzt. „Es ist ein Krieg, der im Herzen Europas passiert. Ich möchte nicht, dass wir hier stehen und sehen, dass dort geschossen wird. Ich möchte, dass wir zusammen helfen, den Krieg zu beenden. Das einzige, das ich machen kann, ist darüber zu singen“, erklärte Jamala, die bei Instagram mit erschreckenden Bildern die Lage in der Ukraine beschreibt*. (mt) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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