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Weil gegen Althusmann: So sieht es in den Umfragen zur Niedersachsen-Wahl aus

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Von: Tim Vincent Dicke

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In Niedersachsen wird bald gewählt. Bleibt Stephan Weil Ministerpräsident, oder schafft es Bernd Althusmann? Die Daten und Umfragen zur Wahl.

Hannover – Am 9. Oktober wird in Niedersachsen ein neues Landesparlament gewählt. Rund sechs Millionen Einwohner sind dazu aufgerufen, den Urnengang bei der Niedersachsen-Wahl anzutreten. Es geht um die Gewichtung der Parteien im Parlament in Hannover – aber auch um den neuen Ministerpräsidenten. Wer macht das Rennen: der amtierende Landeschef Stephan Weil (SPD), oder sein Herausforderer Bernd Althusmann (CDU)?

ParteiSpitzenkandidat
SPDStephan Weil
CDUBernd Althusmann
GrüneJulia Willie Hamburg und Christian Meyer
FDPStefan Birkner
LinkeJessica Kauße
AfDStefan Marzischewski-Drewes

Die Themen sind spannend wie selten. Ganz Deutschland und damit auch Niedersachsen leidet unter einer massiven Inflation. Nicht nur Gas zum Heizen, auch Sprit, Lebensmittel und viele weitere Dinge des alltäglichen Gebrauchs verteuern sich seit Monaten dramatisch. Deswegen lohnt es sich nach Niedersachsen zu schauen, denn das Land ist eine Art Gradmesser für politische Entwicklungen in der gesamten Bundesrepublik. Es zählt es mit einer Bevölkerung von rund acht Millionen Menschen zu den größten Bundesländern Deutschlands.

Niedersachsen-Wahl: Umfrage-Rennen zwischen SPD und CDU

Es stellen sich in diesen unsicheren Zeiten, in denen mitten in Europa ein Krieg herrscht, wichtige Fragen. Vertrauen die Bürger den etablierten Parteien? Oder wenden sie sich den Rändern von rechts und links zu? Neben landesspezifischen Themen wird die Niedersachsen-Wahl Antworten liefern. Wie stark die bundespolitischen Entwicklungen durchschlagen, lässt sich allerdings noch nicht absehen. „Es ist schwer zu sagen, welchen Einfluss die Sorge wegen der Inflation und Gaskrise auf die Wahl haben wird“, erklärte der Chef des Meinungsforschungsinstituts Forsa, Manfred Güllner, gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.

Wahlplakate zur Niedersachsen-Wahl in Hannover
Wahlplakate in Hannover: Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) und Herausforderer Bernd Althusmann (CDU) buhlen um die Gunst der Wähler in Niedersachsen. © Malte Ossowski/Sven Simon/imago

Zur Wahl stehen alle großen Parteien, die auch im Bundestag vertreten sind: SPD, CDU, Grüne, FDP, Linke und AfD. In den aktuellen Umfragen liegt die SPD vorne, dicht gefolgt von der CDU. In einer Prognose des Meinungsforschungsinstituts INSA vom 3. September gaben 31 Prozent der Befragten an, SPD wählen zu wollen. 28 % sprachen sich dagegen für die Christdemokraten aus. Ein Erfolg wären diese Ergebnisse nicht, beide Parteien würden rund fünf bis sechs Prozentpunkte im Vergleich zur Landtagswahl 2017 verlieren.

Stephan Weil deutlich beliebter als Bernd Althusmann

Auf Platz drei liegen INSA zufolge die Grünen. 19 Prozent gaben an, für die Partei zu stimmen, die sich Umwelt- und Klimaschutz auf die Fahne geschrieben hat. Im Vergleich zu 2017 wäre das ein Stimmenzugewinn von mehr als zehn Prozent – was den bundesweiten Trend starker Grüne bestätigen würde. Jeweils sieben Prozent gehen der Umfrage zufolge an FDP und AfD. Bitter könnte es erneut für die Linken kommen: Nur vier Prozent wollen für die Partei stimmen. Bereits bei der vorherigen Landtagswahl verpassten die Linken mit 4,6 Prozent knapp den Einzug in das Parlament.

Im gewichteten Durchschnitt aller Umfragen liegt die SPD laut Dawum.de aber noch relativ deutlich vorne. Die Seite gibt den Wahltrend wie folgt (Stand: 17. September):

SPD32,3 %
CDU27,3 %
Grüne18,5 %
AfD7,7 %
FDP6,0 %
Linke3,6 %
Sonstige4,6 %

Lohnenswert ist zudem ein Blick auf die persönlichen Werte der Spitzenkandidaten – ein Amtsbonus für den amtierenden Ministerpräsidenten, SPD-Mann Stephan Weil, kann hier bestätigt werden. Könnte man den Ministerpräsidenten direkt wählen, würden 50 Prozent für den Sozialdemokraten stimmen, fand Infratest Dimap heraus. Sein christdemokratischer Herausforderer Bernd Althusmann, der mit dem Slogan „Niedersachsen springt weiter“ wirbt, würde bei einer Direktwahl 27 Prozent bekommen.

Experte erwartet geringere Wahlbeteiligung in Niedersachsen

Beobachter der Wahl sind gespannt, wie hoch die Wahlbeteiligung ausfallen wird. Führt die krisengeplagte Zeit zu einem größeren Andrang an der Urne, oder bleiben die Menschen in größerer Menge am Wahltag zu Hause? „Der Unmut über hohe Preise und das Gefühl, dass die Politik die Probleme nicht in den Griff bekommt, könnte wie schon in Nordrhein-Westfalen zu einer hohen Enthaltung führen“, sagte Forsa-Chef Güllner Reuters. (tvd)

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