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Niederlage für Putin? Ex-Merkel-Berater erklärt Chance für Ukraine - „Dann wird er der Verlierer sein“

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Von: Patrick Mayer

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Ukraine-Debatte bei „hart aber fair“: Brigadegeneral a.D. Erich Vad (re.), ehemals sicherheitspolitischer Berater von Angela Merkel.
Ukraine-Debatte bei „hart aber fair“: Brigadegeneral a.D. Erich Vad (re.), ehemals sicherheitspolitischer Berater von Angela Merkel. © Screenshot ARD

Ist eine militärische Niederlage für Wladimir Putin im Russland-Ukraine-Krieg möglich? Ein früherer Berater von Angela Merkel glaubt, ja. Er liefert bei „hart aber fair“ in der ARD seine Begründung.

München/Berlin/Kiew - Gibt es ein russisches Ukraine-Fiasko? Muss sich Moskaus Machthaber Wladimir Putin etwa militärisch geschlagen geben? „Ein langer Krieg würde ihm politisch das Genick brechen“, ist zumindest die These von Bundeswehr-Brigadegeneral a.D. Erich Vad.

Chance für die Ukraine gegen Russland? Früherer Merkel-Berater erklärt Szenario bei „hart aber fair“

Am Montagabend (7. März) erklärte der frühere sicherheitspolitische Berater von Ex-Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei „hart aber fair“ in der ARD: „Wenn er in einen lang andauernden Krieg hineingeht, wenn die Ukraine den Krieg aus Kiew und dem Osten des Landes in den Westen hineinziehen, und das eine Never-Ending-Story wird, dann wird er am Ende der Verlierer sein.“ Vad, der zudem im Führungsstab der deutschen Streitkräfte saß, begründete eine Chance für die Ukraine im Konflikt mit Russland* auch mit Beispielen aus der Geschichte.

„Wir haben zig Beispiele: Über Vietnam angefangen, über den Irak, Afghanistan - die Russen waren ja auch acht Jahre dort. Und sind ausgeblutet letztlich. Und die Nato, oder die internationale Gemeinschaft von mehr als 50 Staaten, wurde am Ende in Afghanistan auch besiegt von Taliban-Kämpfern in Turnschuhen und mit Kalaschnikows und geringer Ausrüstung“, erklärte Vad in der ARD: „Das kann passieren, wenn die Russen das Ding jetzt nicht möglichst schnell zu Ende führen.“ Der Bundeswehr-Brigadegeneral a.D. analysierte auch die angebliche Taktik des russischen Präsidenten Putin.

Chance für die Ukraine gegen Russland? „Er muss im Grunde in Kiew die Regierung absetzen“

„Er muss im Grunde in Kiew die Regierung absetzen, aus russischer Sicht. Er muss den Generalstab neutralisieren, die Nachrichtenzentrale. Das ist ja jetzt alles das, was kommen wird, in den nächsten Tagen. Darauf bereiten sich die Russen vor, die Ukrainer auch. (Wolodymyr) Selenskyj hat ja klar gesagt, dass er in Kiew bleibt“, sagte Vad.

Sie werden diesen Kampf in und für Kiew durchziehen.

Bundeswehr-Brigadegeneral a.D. Erich Vad über die Ukraine

Er meinte weiter: „Dann wird das Ganze jetzt militärisch ausgetragen, mit Schwerpunkt im Südosten der Ukraine. Kiew hat eine hohe symbolische Bedeutung. Die Ukraine werden ihre Tapferkeit daran festmachen, und ihren Mut, gegenüber einer Übermacht Stand zu halten. Und sie werden diesen Kampf in und für Kiew durchziehen.“

Chance für die Ukraine gegen Russland? Bundeswehr-General erwartet schwere Kämpfe um Kiew

Die russischen Truppen seien jetzt in den Vororten der ukrainischen Hauptstadt, „und ich denke, das wird jetzt im Großraum Kiew ausgetragen, schwerpunktmäßig. Die Ukrainer ziehen Kräfte aus dem Südosten ab, konzentrieren das, schwächen aber auch ihre anderen Frontabschnitte“, erklärte der einstige Soldat bei „hart aber fair“: „Und man wird sehen, wie das Ganze ausgeht.“

Der Hintergrund zu Vads‘ Beispielen: Die USA mussten einst Vietnam nach schweren militärischen Verlusten (1955 bis 1975) in den sogenannten Stellvertreterkonflikten im Kalten Krieg mit der Sowjetunion geschlagen wieder verlassen, eine militärische Intervention der Sowjets in Afghanistan (ab Dezember 1979) endete wieder blutig für die Russen und ihre damaligen Verbündeten. Und diesmal? 

Im Video: Kompakt - Die News zum Ukraine-Krieg und zum Überfall Russlands

Nach Angaben ukrainischer Behörden sollen schon tausende russische Soldaten in den ersten Tagen des Russland-Ukraine-Krieges* gefallen sein. Das US-Verteidigungsministerium erklärte am Montag gegenüber Journalisten, dass mittlerweile alle aufmarschierten russischen Truppen in der Ukraine seien - demnach 150.000 Soldaten. (pm) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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