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Nato-Chef Jens Stoltenberg: „Die Ukraine wird sich durchsetzen“

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Von: Johanna Soll

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Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg glaubt an einen Sieg der Ukraine. Die Nato werde das von Russland angegriffene Land so lange wie nötig unterstützen.

Kiew – Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg forderte im Rahmen der Krim-Plattform des ukrainischen Präsident Wolodymyr Selenskyj westliche Länder auf, mehr Waffen schneller an die Ukraine zu liefern. Dies soll dem Land im Ukraine-Konflikt ermöglichen, Territorium zurückzuerobern, das von Russland besetzt wurde, einschließlich der Halbinsel Krim. Jens Stoltenberg warnte davor, dass der Ukraine und ihren Verbündeten ein harter Winter bevorstehe.

„Der Winter kommt und es wird hart“, sagte Stoltenberg. „Was wir jetzt sehen, ist ein Krieg der Zermürbung. Dies ist ein Kampf des Willens und ein Kampf der Logistik. Deshalb müssen wir unsere Unterstützung für die Ukraine langfristig aufrechterhalten, damit die Ukraine sich als souveräne unabhängige Nation durchsetzt.“

News zum Ukraine-Krieg: Jens Stoltenberg - „Präsident Putin lag falsch“

„Vor acht Jahren hat Russland die Krim illegal annektiert, sie in eines der am stärksten militarisierten Gebiete Europas verwandelt und sie vor sechs Monaten als Basis für eine umfassende Invasion der Ukraine genutzt“, sagte der Norweger. „Präsident Wladimir Putin dachte, er könnte das ukrainische Volk und seine Streitkräfte vernichten. Er dachte, er könnte unsere demokratischen Nationen spalten und er dachte, er könnte bestimmen, was andere tun. Präsident Putin lag falsch.“

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg: „Eine unabhängige Ukraine ist für die euro-atlantische Sicherheit unerlässlich“
Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg: „Eine unabhängige Ukraine ist für die euro-atlantische Sicherheit unerlässlich“ © François Walschaerts/AFP

Auf russischer Seite wird das Ziel der Ukraine, der Nato beizutreten, als einer der Hauptgründe genannt, um den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg zu rechtfertigen. Erst kürzlich haben Finnland und Schweden ihre jahrzehntelange Neutralität gegenüber Russland beendet und haben den Beitrittsprozess zur Nato gestartet. Die Nato wolle an ihrer Politik der „offenen Tür“ festhalten, trotz der Forderung des Kremls, die Ukraine von einer künftigen Mitgliedschaft auszuschließen.

Die Nato werde der Ukraine so lange wie nötig beistehen

Inzwischen geht die Nato an seiner Ostflanke proaktiver vor: „Wir haben unsere Präsenz im Osten des Bündnisses verstärkt“, so Jens Stoltenberg. „Die Sicherheitsgarantien der Nato lassen Moskau keinen Raum für Fehleinschätzungen und ermöglichen es den Verbündeten, das Recht der Ukraine auf Selbstverteidigung zu unterstützen.“

Der Nato-Chef ist überzeugt, dass Russland den Krieg gegen die Ukraine nicht gewinnen wird: „Die Ukraine muss sich durchsetzen, und die Ukraine wird sich durchsetzen. Eine starke, stabile und unabhängige Ukraine ist für die euro-atlantische Sicherheit unerlässlich“, sagte der Generalsekretär. „Die Nato stand der Ukraine während der drei Jahrzehnten ihrer Unabhängigkeit zur Seite. Wir stehen der Ukraine jetzt bei. Wir werden der Ukraine so lange beistehen, wie es nötig ist.“ (Johanna Soll)

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