Noch mehr Luft nach oben für Grüne?

Umfrage: So viele CSU-Wähler würden lieber der CDU ihre Stimme geben - AfD schwächelt

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Die Union gewinnt in einer neuen Umfrage leicht - aber die CSU liegt immer noch unter dem Bundestagswahl-Ergebnis

Eine neue Umfrage zeigt erstaunliche Ergebnisse: etwa, dass sich nur eine Unionspartei so langsam erholt, dass die AfD schwächelt - und welche Chancen eine bundesweite CSU hätte.

Berlin/München - Nach harten Wochen könnte dieses Umfrageergebnis die Union eigentlich freuen: Im aktuellen „RTL-ntv-Trendbarometer“ gewinnen die Konservativen in der Sonntagsfrage wieder leicht hinzu - 32 statt zuletzt 31 Prozent der Befragten gaben an, die Union wählen zu wollen, wäre am Sonntag Bundestagswahl. 

Für die CSU haben die Meinungsforscher allerdings auch eine neuerliche Hiobsbotschaft parat. Denn während sich die CDU in der neuen Umfrage mit 27 Prozent zumindest wieder auf dem Niveau der letzten Bundestagswahl befindet, hat die CSU verglichen mit September weiter verloren: Nur noch 5 Prozent der Bundesbürger würden demnach die Christsozialen wählen wollen - bei der Bundestagswahl hatte Horst Seehofers Partei noch 6,2 Prozent der Stimmen erhalten. Schon damals galt das Ergebnis als Fiasko.

„Hauptthema abhanden gekommen“ - AfD verliert

Schlechte Neuigkeiten gibt es auch für die AfD. Die Partei verliert laut der forsa-Umfrage wie schon in der Vorwoche an Zuspruch und liegt nun nur noch bei 14 Prozent. "Die AfD kann ihr hohes Niveau von bis zu 16 Prozent nicht halten, weil ihr das Haupt-Thema abhandengekommen ist“, erklärte forsa-Chef Manfred Güllner das Ergebnis. „Den Bundesbürgern sind derzeit die Wetterlage, die Waldbrände, die Debatte über Özil und die dramatische Weltpolitik sehr viel wichtiger als die Flüchtlingsfrage.“

Verloren hat laut RTL-ntv-Trendbarometer auch die Linkspartei. Sie steht nun ebenso wie die FDP bei 9 Prozent. Grüne und SPD halten ihre Werte und stehen weiter bei 13 beziehungsweise 18 Prozent.

SPD und Grüne beim „Wählerpotenzial“ gleichauf

Auch eine ungewöhnliche Frage hatten sich die Demoskopen ausgedacht: Sie fragten die Umfrageteilnehmer nicht nur, welche Partei sie wählen würden, sondern auch welche Parteien sie darüber hinaus für wählbar halten - so wollten sie das „Wählerpotenzial“ ermitteln.

Das Ergebnis: Das größte Wählerpotenzial haben CDU und CSU mit bundesweit 41 Prozent. Auf Rang zwei findet sich die SPD - und, gleichauf, die Grünen. Beide Parteien haben ein „Potenzial“ von 34 Prozent. Kein gutes Zeichen für die SPD, der die Grünen jüngst schon in einer anderen Erhebung gefährlich nahe kamen. Nahezu gleichstark sind in diesem Ranking die FDP (22 Prozent) und die Linke (21 Prozent). Die AfD rangiert bei 16 Prozent.

58 Prozent der CSU-Wähler würden die CDU wählen

Frappierend ist auch diese Erkenntnis der Umfrage: Satte 22 Prozent des gesamten AfD-Wählerpotenzials liegen in Bayern. Das heißt, die Partei hat in Bayern besonders viele Sympathisanten. Im Freistaat leben rund 15 Prozent der Gesamtbevölkerung Deutschlands.

Und auch ein weiteres Ergebnis könnte einige Parteistrategen zu Gedankenspielen anregen. Noch im Juni drohten sich CDU und CSU zumindest hinter vorgehaltener Hand damit, künftig bundesweit anzutreten. Nun gibt es Umfragedaten zu den Erfolgsaussichten einer solcher Unternehmung. Laut der forsa-Studie könnten sich 29 Prozent der CDU-Wähler vorstellen, ihre Stimme der CSU zu geben. Andererseits würden, so heißt es, würden 58 Prozent der bisherigen CSU-Wähler in Bayern bei der Bundestagswahl die CDU favorisieren.

Für die Umfrage im Auftrag der Mediengruppe RTL wurden vom 23. bis 27. Juli insgesamt 2.505 Menschen befragt.

fn

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