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Russland behauptet: „Moskwa“ kämpfte gar nicht gegen die Ukraine - Soldaten-Vater ist empört

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Von: Patrick Mayer, Katharina Haase, Franziska Schwarz

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Aus dem Stahlwerk Azovstal in der Hafenstadt Mariupol kommt eine eindringliche Nachricht. Russland dementiert den Einsatz der „Moskwa“. Der News-Ticker zum Ukraine-Krieg.

+++ Dieser Militär-Ticker ist beendet. Alle weiteren Entwicklungen zur militärischen Lage im Russland-Ukraine-Krieg lesen Sie in diesem News-Ticker. +++

Russland-Ukraine-Krieg: Angeblich Auto bei Evakuierung aus Mariupol beschossen

Update vom 6. Mai, 15.25 Uhr: Neue Vorwürfe gegen Russland im Ukraine-Krieg: Die Behörden in Mariupol werfen den russischen Streitkräften vor, eine Waffenruhe für Evakuierungen aus dem belagerten Stahlwerk Asowstal verletzt zu haben.

Demnach sei ein Auto beschossen worden, was demnach an den Evakuierungsmaßnahmen beteiligt war. Dabei soll ein ukrainischer Kämpfer getötet und sechs weitere verletzt worden sein. Unabhängig überprüfen ließen sich die Angaben nicht.

Russland-Ukraine-Krieg: 500 Zivilisten aus Mariupol in Sicherheit gebracht

Update vom 6. Mai, 14.50 Uhr: Aus der seit zwei Monaten von russischen Truppen belagerten ukrainischen Stadt Mariupol und dem dortigen Stahlwerk sind nach ukrainischen Angaben in den vergangenen Tagen insgesamt 500 Zivilisten in Sicherheit gebracht worden. Für Freitag wurde ein weiterer UN-Konvoi für Evakuierungen erwartet. Die russischen Angriffe in Mariupol dauerten nach ukrainischen Angaben aber an.

Die russische Armee steht kurz davor, die vollständige Kontrolle über die strategisch und symbolisch wichtige Hafenstadt Mariupol im Südosten des Landes zu übernehmen. Im dortigen Asow-Stahlwerk haben sich nach ukrainischen Angaben hunderte Soldaten und rund 200 Zivilisten verschanzt.

In den vergangenen Tagen sei es im Zuge von UN-geführten Einsätzen jedoch „gelungen, fast 500 Zivilisten zu evakuieren“, teilte der Leiter des ukrainischen Präsidialamtes, Andrij Jermak, am Freitag mit. Die Einsätze sollten demnach weiter fortgesetzt werden. „Heute konzentrieren wir uns auf das Asow-Stahlwerk“, erklärte Vize-Ministerpräsidentin Iryna Wereschtschuk. Russland hatte am Mittwochabend eine dreitägige Feuerpause für Evakuierungseinsätze aus dem Industriekomplex angekündigt. Die Ukraine warf Moskau jedoch vor, dagegen verstoßen zu haben. Der Kreml bestritt die Vorwürfe.

Ukraine-Krieg: Angeblich russische Fregatte im Schwarzen Meer in Brand geschossen

Update vom 6. Mai, 13.35 Uhr: Angeblich wurde im Ukraine-Kriegs das nächste russische Kriegsschiff im Schwarzen Meer schwer beschädigt. Der Reporter Illia Ponomarenko vom ukrainischen Medienprojekt The Kyiv Independent schreibt bei Twitter: „Unbestätigten Berichten aus Odessa zufolge brennt eine russische Fregatte der Krivak-Klasse im Schwarzen Meer in der Nähe der Schlangeninsel, nachdem sie von einer ukrainischen Neptun-Rakete getroffen wurde. Unterdessen überwacht ein RQ-4B Global Hawk der US-Luftwaffe die Region.“

Am 14. April war der Raketenkreuzer „Moskwa“ gesunken, das Kriegsschiff war das Flaggschiff der russischen Marine im Schwarzen Meer. Nach Angaben aus Kiew wurde die „Moskwa“ durch Neptun-Antischiffsraketen in Brand geschossen und damit versenkt. Der Kreml sprach dagegen von explodierter Munition.

Update vom 6. Mai, 11.35 Uhr: Kiew erwartet laut Kyiv Independent eine Verschärfung der russischen Offensive in der Region Luhansk. Der Gouverneur des Gebiets Luhansk, Serhij Haidai, erklärte demnach, die russischen Streitkräfte würden in den nächsten drei bis vier Tagen alle Anstrengungen unternehmen, um entweder nach Sievierodonezk oder nach Popasna durchzubrechen. Es sind zwei Städte, die von den ukrainischen Streitkräften kontrolliert werden.

Ukraine-News: Russland behauptet - Raketenkreuzer „Moskwa“ war nicht an Kämpfen beteiligt

Update vom 6. Mai, 11.15 Uhr: Das vor der ukrainischen Küste gesunkene Flaggschiff der russischen Schwarzmeerflotte „Moskwa“ war nach Darstellung Moskaus nicht am Militäreinsatz gegen die Ukraine beteiligt. Das geht aus einer Antwort der Militärstaatsanwaltschaft an den Hinterbliebenen eines Matrosen hervor.

„Die Überprüfung hat ergeben, dass das Schiff, auf dem E.D. Schkrebez Dienst geleistet hat, nicht in die ukrainischen Hoheitsgewässer eingefahren ist und auch nicht auf der Liste der Verbände und Einheiten stand, die zum Einsatz an der militärischen Spezialoperation herangezogen wurden“, heißt es in dem offiziellen Schreiben, das der Vater des Matrosen an diesem Freitag im sozialen Netzwerk Vkontakte veröffentlichte. Der Matrose gelte seit dem Unglück auf dem Raketenkreuzer Mitte April als vermisst.

Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine am 24. Februar führt Moskau den Kampf auch mit Seestreitkräften, die Raketen auf küstennahe Ziele abgefeuert haben und an der Eroberung der ukrainischen Schlangeninsel beteiligt waren. Die „Moskwa“ sank am 13. April im Schwarzen Meer. Offizielle Ursache war ein Brand, die Ukraine erklärte, sie habe das Flaggschiff der russischen Schwarzmeerflotte mit zwei Antischiffsraketen versenkt. Moskau hat bisher einen Toten und 27 vermisste Besatzungsmitglieder vermeldet. Nach Medienberichten sind die Verluste deutlich höher.

Im Russland-Ukraine-Krieg im Fokus: Der Raketenkreuzer „Moskwa“, der laut Kiew versenkt wurde.
Im Russland-Ukraine-Krieg im Fokus: Der Raketenkreuzer „Moskwa“, der laut Kiew versenkt wurde. © IMAGO / SNA

Der Vater des Vermissten, Dmitri Schkrebez, bezeichnete das Schreiben als Lüge. „Die Schlangeninsel gehört nicht zu den Hoheitsgewässern der Ukraine, ihr Lumpen“, kommentierte er die Antwort auf seine Nachforschungen zum Verbleib seines Sohnes, der als Wehrpflichtiger laut russischem Gesetz nicht am Kriegseinsatz gegen die Ukraine hätte teilnehmen sollen.

Russland-Ukraine-Krieg: Moskau ließ offenbar bereits 2014 Raketen einsetzen

Update vom 6. Mai, 10.30 Uhr: Die russische Armee hat im Ukraine-Krieg offenbar bereits 2014 Raketen eingesetzt. Das teilte Präsident Wolodymyr Selenskyj in der Nacht zum Freitag in seiner täglichen Videoansprache mit. Darüber hinaus seien seit Kriegsbeginn bereits 2682 Luftangriffe registriert worden. „Jeder dieser Einsätze bedeutet den Tod unseres Volkes, die Zerstörung unserer Infrastruktur.“

Update vom 6. Mai, 6.43 Uhr: In der schwer zerstörten ukrainischen Hafenstadt Mariupol könnten am Freitag weitere Zivilisten aus dem umkämpften Werk Azovstal evakuiert werden. Das teilten sowohl UN-Generalsekretär António Guterres als auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Donnerstagabend mit. In dem Stahlwerk, der letzten Bastion der Verteidiger von Mariupol, warten nach ukrainischen Angaben noch rund 200 Zivilisten auf eine Möglichkeit, sich in Sicherheit zu bringen.

Ein Sanitäter aus dem Werk Azovstal bittet den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan um Unterstützung. „Beenden Sie diesen Alptraum“, bat der Mann, der sich als muslimischer Krim-Tatare mit dem Namen Hassan zu erkennen gab, in einer am Donnerstagabend veröffentlichten Videobotschaft. „Hier sterben Menschen, die einen durch Kugeln, die anderen vor Hunger, die Verwundeten aus Mangel an Medikamenten, unter schrecklichen Bedingungen.“ Er bat den türkischen Staatschef um Vermittlung in dem Konflikt, um Überwachung der Evakuierung der Menschen aus dem Werk, auch von ukrainischen Militärs.

Russland will nach Einschätzung der ukrainischen Regierung das belagerte Stahlwerk bis Montag erobern. Präsident Selenskyjs Berater Olexij Arestowytsch sagte am Donnerstagabend, das Azovstal-Werk solle zum 77. Jahrestag des Sieges über Hitler-Deutschland am 9. Mai erobert werden. Zum Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs, der in Russland am 9. Mai gefeiert wird, ist in Moskau am Montag eine große Militärparade geplant. Für die Feier strebt Russland einen militärischen Erfolg in der Ukraine an.

Ukraine-Krieg: Moskwa mit US-Hilfe versenkt? Kiew befürchtet Attacke auf Odessa

Update vom 6. Mai, 6.52 Uhr: Geheimdienstinformationen der USA haben nach Medienberichten dem ukrainischen Militär dabei geholfen, das Flaggschiff der russischen Schwarzmeerflotte, den Raketenkreuzer „Moskwa“ zu versenken. Die US-Regierung habe aber keine Kenntnis über die Pläne der Ukraine gehabt, berichteten mehrere US-Medien wie die Washington Post oder auch die New York Times am Donnerstagabend (Ortszeit) unter Berufung auf nicht namentlich genannte Personen, die mit der Angelegenheit vertraut seien.

Das ukrainische Militär hält eine russische Landungsoperation an der Schwarzmeerküste in der Umgebung der Hafenstadt Odessa für möglich. Nach einer Mitteilung der regionalen Militärführung werde das Gebiet verstärkt von russischen Aufklärungsdrohnen überflogen, berichtete die Zeitung Ukrajinska Prawda. Zudem sei die russische Marine vor dem von ukrainischer Seite kontrollierten Küstenabschnitt weiterhin stark präsent.

Update vom 5. Mai, 21.45 Uhr: Russland konzentriert sich im Ukraine-Krieg auf die Grenzregion Donbass. Laut US-Angaben haben die russischen Truppen im Grenzgebiet mittlerweile „einige kleine Fortschritte gemacht, vor allem im nördlichen Teil des Donbass“. Das sagte Pentagon-Sprecher John Kirby am Donnerstag gegenüber US-Medien.

Interessant: Diese Fortschritte seien nicht „die Fortschritte, die die USA von den russischen Streitkräften in der Region zu diesem Zeitpunkt erwartet hätte“. Laut Kirby geht die US-Regierung nach wie vor davon aus, dass die Ukraine „einen sehr harten Widerstand“ im Donbass leistet. „Aber das soll nicht heißen, dass Russland keine Fortschritte gemacht hat“, schilderte Kirby.

Ein russischer Panzer feuert im Kampf um den Osten der Ukraine.
Ein russischer Panzer feuert im Donbass im Kampf um den Osten der Ukraine. Das Foto wurde am 5. Mai vom russischen Verteidigungsministerium veröffentlicht. © Russian Defence Ministry/imago

Ukraine-Krieg: Donbass-Kloster unter Beschuss

Update vom 5. Mai, 18.10 Uhr: Die ukrainische Grenzregion Donbass ist nach wie vor am stärksten vom Krieg betroffen. Russland konzentriert sich in seinem Beschuss offenbar weiter auf die Ostukraine. Wie das Nachrichtenportal Ukrainska Pravda, gab es Angriffe in der Kleinstadt Svyatogorsk. Dabei sei auch ein christlich-orthodoxes Kloster getroffen worden. Sieben Zivilisten seien verletzt.

Update vom 5. Mai, 16.25 Uhr: Russische Truppen sollen die vereinbarte Waffenruhe zur Evakuierung von Zivilisten aus dem Stahlwerk Azovstal in Mariupol gebrochen haben. Diesen Vorwurf erheben ukrainische Kämpfer. „Wieder einmal haben die Russen das Waffenstillstandsversprechen gebrochen und die Evakuierung von Zivilisten, die sich weiterhin im Kellern des Werks verstecken, nicht erlaubt“, kritisierte der Vizekommandeur des ukrainischen Asow-Regiments, Swjatoslaw Palamar, in einer auf Telegram veröffentlichten Videobotschaft.

Noch ist nicht klar, ob an diesem Donnerstag Zivilisten die Flucht gelang. Rund 200 Zivilisten sollen weiter in den Bunkeranlagen des Werks ausharren, wo sich auch die verbliebenen ukrainischen Kämpfer verschanzt haben.

Update vom 5. Mai, 12.55 Uhr: Trotz einer von Russland angekündigten Feuerpause haben die Kämpfe um das Mariupol-Stahlwerk an diesem Donnerstag weiter angedauert. Das berichtet die ukrainische Seite.

Russland versuche, die letzten verbliebenen ukrainischen Verteidiger auf dem Gelände im Süden der Ukraine zu „vernichten“, teilte die Armee am Morgen mit. Der Kreml erklärte hingegen, die Feuerpause werde eingehalten.

Update vom 5. Mai, 12.39 Uhr: Vollzieht die ukrainische Seite im Ukraine-Krieg Sabotage in Russland? Oleksiy Arestovych hat in einem Interview nun erstmals Einblick in die Taktik seines Landes gewährt: „Wir sagen offiziell weder ja noch nein, genau wie Israel.“ Die Details zu den Andeutungen des Selenskyj-Beraters lesen Sie hier.

Ukraine-Krieg-News: Russland plant laut Kiew am 9. Mai Militärparade in Mariupol

Erstmeldung vom 5. Mai: Kiew - Der Ukraine-Krieg ist weiterhin Schauplatz brutaler Kämpfe. Diese Karte zeigt, wo der Ukraine-Krieg wütet. Auch an diesem Donnerstag (4. Mai) hat Russlands Verteidigungsministerium einen neuen Lagebericht herausgebracht. Wladimir Putins taktische Luftwaffe und Heeresflieger hätten in der Nacht 93 Militärobjekte beschossen, hieß es, die Artillerie insgesamt mehr als 500 Ziele. Mindestens 600 gegnerische Soldaten seien getötet worden. Von unabhängiger Seite ließen sich diese Angaben nicht überprüfen.

Ebenso wenig diese Angaben des ukrainischen Militärgeheimdienstes: Russland soll am Jahrestag des Sieges über Nazi-Deutschland am 9. Mai eine Militärparade in Mariupol planen. Das berichtet die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf den Militärgeheimdienst. Die strategisch wichtige Hafenstadt im Süden der Ukraine ist schwer umkämpft. Sergej Kirijenko, Vize-Leiter der Moskauer Präsidialverwaltung, sei dafür bereits in Mariupol eingetroffen. Am 21. April kündigte Russland an, die Stadt weitgehend eingenommen zu haben.

Ukraine-Krieg: Militärparade am 9. Mai in Mariupol? Geheimdienst sieht „Propagandakampagne“

Mariupol solle nach den Plänen Moskaus ein Zentrum der „Feierlichkeiten„ am 9. Mai werden. Die zentralen Straßen der Stadt würden derzeit „von Trümmern, Leichen und nicht explodierten Sprengkörpern gesäubert“.

Mariupol steht weitgehend unter Kontrolle der russischen Truppen, nur auf dem Gelände des Asow-Stahlwerks harren noch ukrainische Kämpfer aus, die sich gemeinsam mit zahlreichen Zivilisten in dem Tunnelsystem auf dem Werksgelände verschanzen. „Eine groß angelegte Propagandakampagne ist im Gange“, erklärte der ukrainische Militärgeheimdienst weiter. „Den Russen sollen Geschichten über die ‚Freude‘ der Einheimischen über das Zusammentreffen mit den Besatzern gezeigt werden.“

Ukraine-Krieg-News: Moskau veranstaltet riesige Feiern am 9. Mai - rund 65.000 Teilnehmer

Am 9. Mai feiert Russland traditionell den Sieg über Nazi-Deutschland mit einer Militärparade und einer Rede von Kreml-Chef Putin auf dem Roten Platz in Moskau. „In diesem Jahr werden in 28 russischen Städten Militärparaden stattfinden“, sagte der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu.

Dafür würden fast 65.000 Teilnehmer mobilisiert und eine Schau zahlreicher Waffensysteme und hunderter Flugzeuge organisiert. Zu möglichen Feierlichkeiten in Mariupol inmitten des Krieges in der Ukraine äußerte er sich nicht. (AFP/dpa/frs)

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