Was man zum Regieren braucht

Landtagswahl Bayern 2018: Absolute Mehrheit und relative Mehrheit - was ist das?

Durch die Landtagswahl 2018 werden in Bayern die Plätze der Abgeordneten neu besetzt.

Nach der Landtagswahl in Bayern wird eine Partei die relative Mehrheit haben - aber nicht unbedingt die absolute Mehrheit. Wir erklären die Begriffe.

Die Menschen in Bayern dürfen im Oktober wieder ihren Landtag wählen. Seit 1946 finden in Bayern Landtagswahlen statt. Bei der letzten Wahl 2013 hatten rund 9,4 Millionen Wahlberechtigte die Möglichkeit zu wählen. Aus den konkurrierenden Personen und Parteien wird dann ausgewählt, wer in Zukunft das Land regieren soll. Es regiert, wer die Mehrheit hat - doch es gibt einen wichtigen Unterschied zwischen absoluter und relativer Mehrheit. Anlässlich der Landtagswahl in Bayern 2018 erklären wir, was sich hinter diesen Begriffen verbirgt.

Absolute Mehrheit bei der Landtagswahl Bayern 2018

Eine Absolute Mehrheit ist das Ergebnis, das sich jede Partei wünscht. Mit diesem Ergebnis kann eine Partei nämlich völlig alleine regieren, ohne dass sie einen Partner benötigt. Die absolute Mehrheit ist erreicht, wenn eine Partei alleine die Mehrzahl der Sitze im Parlament hat. Genau das war Jahrzehntelang die Ausgangslage im Bayerischen Landtag, denn dort stellte die CSU mehr als die Hälfte der Abgeordneten. Laut den Umfragen vor der Landtagswahl in Bayern lassen ist das für 2018 aber unwahrscheinlich.

Für die Christ-Sozialen lautete das Ziel 50 Prozent plus x. Denn mit dieser Mehrzahl der Stimmen ist auch automatisch die absolute Mehrheit im Landtag gewährleistet. Bei der letzten Landtagswahl in Bayern gewann die CSU mit 47,7 Prozent, SPD war die zweitstärkste Kraft mit 20,6 Prozent, die Grünen mit 8,6 Prozent, die FDP hatte 3,3 Prozent und das Schlusslicht machte die Linke mit 2,1 Prozent. Somit hatte die CSU mit Ministerpräsident Horst Seehofer die absolute Mehrheit. Es ist aber keineswegs selbstverständlich, dass das Ergebnis der Landtagswahl 2018 in Bayern dieselbe Mehrheit bringt. Wie das erneut gelingen kann, wird sicher auch ein Thema beim CSU-Parteitag im September 2018 sein.

Relative Mehrheit bei der Landtagswahl Bayern 2018

Unterhalb der absoluten Mehrheit gibt es auch noch eine relative Mehrheit, die auch einfache Mehrheit genannt wird. Dieses Ergebnis tritt immer dann ein, wenn eine Partei oder ein Kandidat zwar die meisten Stimmen bei einer Wahl erreicht, aber nicht mehr als die Hälfte aller Stimmen.

Ein klares Beispiel, das bei der Landtagswahl 2018 in Bayern überall eine Rolle spielen wird, ist die Wahl der Stimmkreiskandidaten. Mit der Erststimme werden in Bayern die regionalen Direktkandidaten gewählt. Es zieht der Kandidat in den Landtag ein, der in seinem Stimmkreis die relative Mehrheit erreicht. Falls er oder sie über 50 Prozent der Stimmen erreicht, wäre das sogar eine absolute Mehrheit. Der Unterschied spielt in diesem speziellen Fall aber keine Rolle mehr, denn die relative Mehrheit reicht aus.

Sitzung im Bayerischen Landtag.

Was passiert, wenn keine Partei die absolute Mehrheit erlangt?

Wird die absolute Mehrheit nicht erreicht, kann die Partei mit der einfachen Mehrheit trotzdem eine Regierung bilden. Sie braucht dann aber einen Koalitionspartner, damit mehrere Parteien gemeinsam die absolute Mehrheit im Parlament bilden können.

Koalition bedeutet ganz allgemein: Bündnis oder Vereinigung. Dabei schließen sich meist zwei oder drei Parteien zusammen um einen Regierungschef zu wählen, Gesetze zu bestimmen und um das Land zu regieren. Wer im Landtag vertreten ist aber nicht den Regierungsfraktionen angehört, geht in die Opposition.

Einfach erklärt: Der Unterschied zwischen den Mehrheiten

Um herauszufinden, wer mit wem eine Koalition eingehen will, sprechen die Parteien nach der Landtagswahl miteinander über ihre Ziele. Die einen wollen mehr für den Umweltschutz tun oder neue Kita-Plätze schaffen, die anderen wollen lieber in den Straßenbau investieren. So finden sie heraus, welche Parteien mit ihren unterschiedlichen Zielen miteinander harmonieren. Danach wird klar, welche Koalitionen in Bayern möglich sind. Die Koalitionsverhandlungen bestimmen somit auch, wer Ministerpräsident in Bayern wird. Es ist sogar möglich, dass eine Partei zwar die relative Mehrheit hat, aber keinen Partner findet. Stattdessen können sich mehrere kleinere Parteien zusammenfinden, um eine Regierungsmehrheit zu erhalten. Wenn nach dem Wahltermin in Bayern keine Koalition zustande kommt, weil sich keine Einigung findet, könnte es im äußersten Fall zu Neuwahlen kommen.

lom/rm

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