Landtagswahl Oktober 2018

Landtagswahl 2018: Wer wird Bayerischer Ministerpräsident?

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Markus Söder

Im Oktober wählt Bayern einen neuen Landtag. Nach der Bundestagswahl 2017 muss die CSU verlorene Stimmen zurückgewinnen. Kann Markus Söder Ministerpräsident bleiben?

München - Zwei Länder sind dieses Jahr dazu aufgerufen, den neuen Landtag zu wählen: Hessen und Bayern. Den Anfang macht Bayern, wo am Sonntag, den 14. Oktober gewählt wird. Dabei lautet eine Frage, die vor der Landtagswahl 2018 offener ist als in vielen anderen Jahren: Wer wird Bayerischer Ministerpräsident?

Wer wird Ministerpräsident? - Bayern-Wahl noch nicht entschieden

Die Ausgangslage ist etwas kompliziert. Nach der Katastrophen-Bundestagswahl, bei der die CSU heftige Stimmenverlusten hinnehmen musste, hat der damalige Bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer auf sein Amt verzichten. Abgelöst wurde er am 16. März von Ex-Finanzminister Markus Söder. Er hat jetzt die schwierige Aufgabe, die verlorenen CSU-Stimmen zurückzugewinnen und somit die absolute Mehrheit in Bayern zu verteidigen. Keine einfache Ausgangslage für den 51-jährigen Spitzenkandidaten der CDU-Schwesterpartei.

Mit sehr großer Wahrscheinlichkeit wird die CSU aus der Bayerischen Landtagswahl 2018 als deutlich stärkste Partei hervorgehen. Die Umfragen zur Landtagswahl deuten aber auch darauf hin, dass die absolute Mehrheit in weiter Ferne liegt. Ob andere Parteien nach der Landtagswahl in Bayern eine Koalition unter einem Ministerpräsidenten Markus Söder eingehen wollen, bleibt abzuwarten.

Der Weg zum Ministerpräsidenten in Bayern

Um Ministerpräsident Bayerns zu werden, muss man das 40. Lebensjahr vollendet haben und das aktive Landtagswahlrecht in Bayern besitzen. Gewählt wird der Ministerpräsident vom Bayerischen Landtag auf fünf Jahre. Zu den Aufgaben des Ministerpräsidenten Bayerns zählen u.a. die Bestimmung der Richtlinien der Politik, die Leitung der Staatsregierung und die Vertretung Bayerns nach außen.

Landtagswahl 2018: Bleibt Markus Söder Bayerischer Ministerpräsident?

Der 51-jährige Markus Söder, ein gebürtiger Nürnberger, gehört seit 1994 dem Bayerischen Landtag an. Er studierte Rechtswissenschaft in Nürnberg und arbeitete vor Beginn seiner politischen Karriere als Redakteur für den BR. Er selbst zeigt sich als einen großen Bewunderer von Franz Josef Strauß, seit 1983 ist er Mitglied der CSU. 

Mit seinem Privatleben geht Söder kaum an die Öffentlichkeit. Seit 18 Jahren ist er mit Unternehmerin Karin Baumüller-Söder verheiratet, mit der er drei Kinder (eine Tochter und zwei Söhne) hat. Eine weitere Tochter hat er aus einer Beziehung vor der Ehe.

So stehen die Chancen für einen anderen Ministerpräsidenten

Markus Söder, der von Ex-Mama Bavaria Luise Kinseher auf dem Nockherberg „El Marco“ genannt wurde, will die CSU retten. Wie er auf dem Parteitag in Nürnberg im Dezember 2017 sagte: „Wer glaubt, wir geben auf, wer glaubt, wir haben Angst, der wird sich täuschen“. Dass der CSU-Ministerpräsident so sehr kämpfen muss, dürfte seiner Konkurrenz aber Auftrieb geben. Falls es tatsächlich eine Regierung ohne Beteiligung der CSU gibt, würden eventuell die Grünen den Regierungschef stellen. Die Spitzenkandidaten für die Bayerische Landtagswahl, die dann bereitstehen, heißen Katharina Schulze und Ludwig Hartmann. Die Umfragen sehen die Grünen knapp aber stabil vor der SPD, deren Spitzenkandidatin Natascha Kohnen sich ebenfalls Chancen ausrechnen könnte, falls sich die Mehrheiten bis zum Wahltag verschieben.

Die große Hürde für einen anderen Ministerpräsidenten als Markus Söder bleibt aber die AfD. Die Partei hat gute Chancen, als zweitstärkste Kraft in den Landtag einzuziehen, wenn das Ergebnis der Bayern-Wahl 2018 feststeht. Ohne CSU und AfD würde einem anderen Ministerpräsidenten voraussichtlich die absolute Mehrheit der Abgeordneten fehlen.

Für das Amt des Alterspräsidenten im Landtag gibt es übrigens schon einen Top-Favoriten. Wenn Helmut Markwort für die FDP in den Landtag einzieht, wäre er mit 81 Jahren zum ersten Mal im Parlament.

fm/rm

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