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Kubicki nennt Erdogan „Kanalratte“ – Türkei bestellt Botschafter ein

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Von: Constantin Hoppe

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Landesparteitag der FDP in Hamburg Kubicki
Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki (FDP) bezeichnete den türkischen Präsidenten Erdogan als „kleine Kanalratte“. © Jonas Walzberg/dpa

Das türkische Außenministerium hat eine Aussage von Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki aufs Schärfste verurteilt. Nun folgen Konsequenzen. 

Berlin/Ankara – Die türkische Regierung zeigt sich empört über einen „Tiervergleich“, den Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki geäußert hat: Auf einer Wahlkampfveranstaltung in Hildesheim kritisierte Kubicki den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan aufgrund seiner Flüchtlingspolitik – und nannte ihn übereinstimmenden Medienberichten zur Folge eine „kleine Kanalratte“.

FDP-Vize Kubicki warf der türkischen Regierung vor, die nächste Krise mit Absicht auszulösen. An die Ampel-Regierung stellte er deshalb Forderungen: Sie solle nicht wieder „einfach die Arme aufmachen“, wenn eine mögliche, neue Flüchtlingskrise beginnen sollte. Auf diese Äußerung folgen nun Konsequenzen.

Kubicki nennt Erdogan „Kanalratte“: Türkisches Außenministerium droht Konsequenzen an

Die Regierung in der Türkei bestellte am Dienstag (27. September) den deutschen Botschafter in Ankara ein. „Wir verurteilen die beleidigenden Äußerungen auf Schärfste“, erklärte der türkische Außenamtssprecher Tanju Bilgiç in einer Mitteilung des türkischen Außenministeriums. Diese Äußerungen würden Aufschluss über Kubickis politisches und moralisches Niveau und seine Banalität offenbaren, so Bilgiç.

„Diese inakzeptablen Äußerungen Kubickis sind seiner Position als Vizepräsident des Bundestages nicht angemessen und entbehren jeglicher politischer Moral und Verantwortung.“ Seine „scharfe Reaktion“ auf den Vergleich Erdogans mit einer Kanalratte habe das Außenministerium dem deutschen Botschafter in Ankara mitgeteilt.

Kubicki nennt Erdogan „Kanalratte“ – FDP-Vize verteidigt die seine Äußerung

Auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur räumte Kubicki den Vorwurf am Dienstag ein: „Ich habe Herrn Erdogan in einer Nebenbemerkung während eines Wahlkampfauftrittes in Niedersachsen kleine Kanalratte genannt.“ Dazu verteidigte er jedoch seine Äußerungen. Eine „kleine Kanalratte“ sei ein „kleines, niedliches, gleichwohl kluges und verschlagenes Wesen“, weshalb sie auch in Kindergeschichten – beispielsweise „Kalle Kanalratte“ oder „Ratatouille“ – als Protagonistin auftritt.

Kubicki bestätigte weiter, er habe diese Äußerung im Rahmen einer Ausführung über die Flüchtlingspolitik des türkischen Präsidenten getätigt, der einen für die Türkei vorteilhaften Deal mit der EU zur Reduzierung der Flüchtlingszahlen abgeschlossen habe. (con)

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