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RWE will bis 2030 vollständig aus Kohle aussteigen – einige Orte bleiben erhalten

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Von: Moritz Serif

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RWE-Kraftwerke Neurath
Dampf und Rauch steigt im Gegenlicht aus den Braunkohlekraftwerken Neurath II (l) und Neurath I auf. © Oliver Berg/dpa/Archivbild

Eigentlich wollte RWE erst Ende der 2030er-Jahre aus der Braunkohleverstromung aussteigen. Nun die Kehrtwende. Der Ausstieg erfolgt eher.

Essen – Der Energiekonzern RWE will bis 2030 vollständig aus der Braunkohleverstromung aussteigen. Damit werde der Ausstieg um acht Jahre vorgezogen, teilte der Konzern am Dienstag (4. Oktober) mit. 280 Millionen Tonnen Kohle blieben so in der Erde. Das entspreche 280 Millionen Tonnen CO2, die nicht mehr ausgestoßen würden.

Die Entscheidung sei Bestandteil einer Verständigung des Unternehmens mit dem zuständigen Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz sowie dem Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen, teilte RWE mit. Zusätzliche Kompensationen für das Unternehmen seien damit nicht verbunden, betonte der Konzern.

RWE will bis 2023 weltweit mehr als 50 Milliarden investieren

RWE will bis 2030 weltweit mehr als 50 Milliarden Euro investieren, um die Energiewende zu beschleunigen. 15 Milliarden Euro seien für Deutschland vorgesehen, erklärte der Konzern.

Mit dem Kohleausstieg werde sich auch der Personalabbau zum Ende des Jahrzehnts „deutlich beschleunigen“, erklärte das Unternehmen weiter. RWE versicherte, den Ausstieg „sozialverträglich gestalten“ zu wollen.

Deutschland will bis spätestens 2038 aus der Kohle aussteigen. Bereits 2020 wurden erste Braunkohlekraftwerke stillgelegt.
Aktuell sei allerdings Versorgungssicherheit das Gebot der Stunde, erklärte RWE weiter. Die zwei Braunkohlekraftwerksblöcke Neurath D und E in Nordrhein-Westfalen, die Ende des Jahres vom Netz gehen sollten, sollen daher vorerst bis Ende März 2024 weiterlaufen.

RWE: Einige bedrohte Orte bleiben erhalten

Einige von einem Abriss bedrohte Ortschaften sollen außerdem erhalten bleiben – Braunkohle unter der Siedlung Lützerath im rheinischen Revier wird jedoch weiter gefördert, wie RWE am Dienstag (4. Oktober) mitteilte. Umweltschützer und Anwohner in der Region hatten darauf gehofft, dass Lützerath bleiben darf.

Nun steht fest, dass die Häuser abgerissen werden. Die Kohle unter der früheren Siedlung Lützerath, im unmittelbaren Vorfeld des Tagebaus, werde benötigt, um die „Braunkohlenflotte“ in der Energiekrise mit hoher Auslastung zu betreiben und gleichzeitig ausreichend Material für eine hochwertige Rekultivierung zu gewinnen, teilte RWE mit. Die erforderlichen Genehmigungen und gerichtlichen Entscheidungen hierfür lägen vor, alle ursprünglichen Einwohner hätten den Ort bereits verlassen. (mse/afp/dpa)

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