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Saftiges Eigenlob auf Twitter: User vermuten Zweitaccount-Panne bei Aiwanger – der verweist auf „Peter Müller“

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Von: Stephanie Munk

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Ein Tweet von Hubert Aiwanger macht Furore: Scheinbar verfasste Bayerns Vize-Ministerpräsident eine Lobeshymne auf sich selbst - hatte dann aber eine andere Erklärung parat.

München - Bayerns Wirtschaftsminister und Vize-Ministerpräsident Hubert Aiwanger (Freie Wähler) hat am Freitag für vermeintliches Eigenlob auf Twitter viel Spott eingesteckt. Unter einem Aiwanger-kritischen Tweet war eine Replik mit Lob in den höchsten Tönen zu lesen – und zwar von niemand geringerem als Hubert Aiwanger selbst.

Twitter-Panne? Hubert Aiwanger hat eine andere Erklärung für sein Eigenlob im Kurznachrichtendienst.
Twitter-Panne? Hubert Aiwanger hat eine andere Erklärung für sein Eigenlob im Kurznachrichtendienst. © Rolf Poss/Imago

Zu lesen war, verfasst von Hubert Aiwanger: „Herr Aiwanger, wir bräuchten mehr Politiker wie sie, mit Verstand und Pragmatik. Mit dem Ohr am Bürger. und nicht wie viele andere weltfremd im Wolkenkuckucksheim! Sie sind ein Kämpfer und haben sich ihren Posten als bayr. Wirtschaftsminister hart erarbeitet gegen Widerstände“.

Aiwanger mit Zweitaccount auf Twitter? Freie Wähler-Chef rechtfertigt sich

Schadenfroher Spott vieler Twitter-User folgte. Schnell kursierte die Vermutung, dass Aiwanger über einen Zweitaccount auf Twitter verfüge und sich versehentlich falsch eingeloggt habe.

Der Freie-Wähler-Chef sah sich rasch zu einer Reaktion genötigt: Er erklärte, er habe „nur weitergeleitet, wie andere kommentieren“. Tatsächlich habe die Lobeshymne auf ihn ein User namens „Peter Müller“ verfasst.

Als Beleg fügte Aiwanger einen tatsächlich etwas älteren Original-Tweet an, „damit es jetzt alle kapieren, die es kapieren wollen.“ Dazu schrieb er trotzig: „Viele von denen, die mir einen Zweitaccount andichten wollen, haben wahrscheinlich selbst einen. Ich habe keinen.“

Aiwanger-Spott auf Twitter geht weiter: „Der Mann, der Peter Müller war“

Ganz überzeugen konnte er damit nicht: „Hubert Aiwanger - Der Mann, der Peter Müller war“, schreib ein User hämisch. Der Parteivorsitzende der Grünen in Bayern, Thomas von Sarnowski, forderte ironisch: „Die Menschen in Bayern haben ein Recht zu erfahren, in welchem Verhältnis Hubert Aiwanger zu Peter Müller steht. Er sollte sich dazu erklären.“

Der Fall schlug auch Wellen bis in die Unterhaltungsbranche: Auf dem Twitter-Account der ProSieben-Show „Late Night Berlin“ erschien eine genussvoll formulierte Lobhudelei auf Moderator Klaas Heufer-Umlauf – ganz im Stile des Aiwanger-Tweets. „Herr Heufer-Umlauf, wir bräuchten mehr Moderatoren wie sie, mit Witz und gutem Aussehen. Mit dem Ohr am Zuschauer. und nicht wie viele andere weltfremd in der Sparte!“, hieß es. „Aber nur einen Aiwanger-Gag pro Tag, ja??“, mahnte ein Nutzer.

Für einigen Wirbel hatte Hubert Aiwanger auch gesorgt, als er sehr lange zögerte, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen - letztlich rang er sich aber doch dazu durch. Zuvor hatte er sich beim Versuch, die Corona-Abstandsregeln im Biergarten zu erklären, ordentlich verhaspelt, und dadurch für mehr Verwirrung als Aufklärung gesorgt. (smu/dpa)

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