Herrmann: Wir haben Neonazis Morde nicht zugetraut

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Joachim Herrmann

München - Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat eingeräumt, die Gewaltbereitschaft von Rechtsextremisten unterschätzt zu haben.

“Wir haben in der Tat dem Großteil der Szene Morde nicht zugetraut“, sagte Herrmann der “Süddeutschen Zeitung“ (Samstag). “Brutale Gewalt gegen Ausländer war nicht auszuschließen, aber derart kaltblütig geplante Morde haben alle überrascht“, sagte Herrmann zu den Mordtaten des Zwickauer Neonazi-Trios.

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Nach Bekanntwerden der Morde sei eine Solidarisierung unter den Rechtsextremisten zu beobachten, sagte Herrmann. Dennoch geht er nicht davon aus, dass Rechtsextremisten sich in den Kern der Gesellschaft vorgearbeitet haben: “Ich glaube, dass die Neonazis in Bayern keine breite Unterstützung in der Gesellschaft haben.“ Es gebe in Bayern allerdings 2500 rechte Extremisten, die sehr ernst genommen werden müssten.

Rechte traten in den vergangenen Wochen in Bayern immer dreister auf. So beispielsweise im oberbayerischen Halsbach (Landkreis Altötting), wo vor gut einer Woche 100 Neonazis ein Konzert in einem Gasthof besuchten. 400 Menschen hatten dageben demonstriert.

dpa

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