Ist er ein Segen für die FDP?

Helmut Markwort: Der „Stammtisch“-Moderator will auf die politische Bühne 

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Helmut Markwort strebt den Einzug in den bayrischen Landtag an.

Helmut Markwort gibt seine Funktion als „Stammtisch“-Moderator auf und kandidiert bei der Landtagswahl 2018 für die FDP. Was würde der Einzug ins Maximilianeum für ihn bedeuten?

München - Er mauserte sich vom kleinen Lokaljournalisten zum angesehenen Chefredakteur - und so unterschiedlich die verschiedenen Etappen im Leben von Helmut Markwort gewesen sind, in einem Punkt glichen sich alle: Es kam nie zu einem Stillstand, immerzu strebte der Medienmanager nach Größerem. Am vermeintlichen Zenit seines Lebenswerks angekommen, setzt der gebürtige Darmstädter nun aber noch eins drauf. Denn der frühere Chefredakteur und Mitherausgeber des Nachrichtenmagazins Focus hat sich dazu entschieden, den Moderatoren-Job beim „Sonntags-Stammtisch“, den er seit 2007 hatte, zugunsten seiner politischen Ambitionen hinter sich zu lassen. Nun tritt Helmut Markwort bei der Landtagswahl 2018 in Bayern an.

Helmut Markwort für die FDP in den Landtag?

Es kommt nicht völlig überraschend, dass der Mann, dessen Herz schon seit Jahren im Gleichtakt mit den Liberalen schlägt, sich dieses neue Abenteuer sucht. Bereits seit 1968 ist Helmut Markwort aktives FDP-Mitglied und sieht nun die Zeit dafür gekommen, für seine politischen Überzeugungen öffentlich zu werben.

Gegenüber der ZEIT betonte er in einem Interview, dass er diesen Schritt nicht mache, weil ihm zu langweilig ist - im Gegenteil: „Es ist nur so, dass ich jetzt endlich mal Zeit habe, öffentlich etwas für die FDP zu tun“. Seine neu gewonnene Freiheit nutzt er jetzt dafür, der FDP bei der Landtagswahl 2018 in Bayern zu einem möglichst guten Ergebnis zu verhelfen.

Landtagswahl 2018 in Bayern führt zum Moderatoren-Aus 

Die internen Dienstvorschriften und redaktionellen Vorgaben des BR ließen keinen Zweifel daran, dass diese politische Karriere und die Moderation einer Sendung im öffentlich-rechtlichen Rundfunk nicht vereinbar sind. Schließlich soll die Unabhängigkeit des Senders gewahrt werden. Dementsprechend musste der BR schnell eine Übergangsregelung finden. So übernahm kurzfristig Tilman Schöberl den Job von Helmut Markwort. Doch dem langjährigen Moderator war mit einem Auftritt als „Stammtisch“-Gast am 15. April ein gebührender Abschied von den Zuschauern der Sendung vergönnt. 

Helmut Markwort

Helmut Markwort will seine Bekanntheit für die FDP einsetzen

Kein kleiner Preis den der 81-Jährige da bereit ist, für die neue Herausforderung zu zahlen. Doch er war sich seiner Entscheidung sicher und kündigte im März an, auf der FDP-Liste für den Bayerischen Landtag zu kandidieren. Bei der Landtagswahl in Bayern 2018 rechne er schon auch ein bisschen mit seiner persönlichen Bekanntheit, so Markwort gegenüber der ZEIT. Der FDP könnte das tatsächlich helfen, denn laut den Umfragen vor der Bayern-Wahl kommen die Liberalen wohl zurück in den Landtag.

Die CSU-Erfolge bei den Landtagswahlen schreibt er der Ahnungslosigkeit der Wähler zu, denn diese hätten keine Ahnung vom bayerischen Wahlrecht. Neben dem vordergründigen Ziel, Stimmen für die FDP zu ziehen, äußert der Journalist auch den Wunsch, einen Beitrag zu einem Anstieg in der Wahlbeteiligung zu leisten. Um sein primäres Anliegen umzusetzen, möchte er die Wähler dafür sensibilisieren, dass sich die Wahl der Abgeordneten bei der Landtagswahl - im Gegensatz zur Bundestagswahl - aus der Addition von Erst- und Zweitstimmen ergibt.

Helmut Markwort wäre wohl Alterspräsident im Landtag

Falls Helmut Markwort der Einzug in den Landestag tatsächlich gelingt, würde er wahrscheinlich Alterspräsident werden. In dieser Position bekäme er die Chance, die Eröffnungsrede in der ersten Landtagssitzung zu halten. Er hat sich bereits Gedanken dazu gemacht, welche Anliegen er bei dieser Gelegenheit hervorbringen und auf welche Weise er diese adressieren würde. Der von ihm vorgebrachte Slogan werde „Fakten in den Landtag!“ sein, alleine deshalb, weil Fakten ihn schon sein ganzes Leben lang begleiten und er Politikerphrasen vermeiden möchte.

Durch eigene Recherche wolle er bei Unternehmen, Eltern und Polizeirevieren fragen, wo es drückt und das Ergebnis dann in klarer deutscher Sprache verbreiten. Weiter fordert er eine Untergrenze für Vorschriften und sagt damit der deutschen Bürokratie den Kampf an. 

Helmut Markwort sagt der CSU den Kampf an

Sein ausgemachtes Ziel ist es, der CSU die absolute Mehrheit zu entreißen. Helmut Markwort entrüstet sich nämlich sichtlich über den von der regierenden Partei erhobenen Alleinvertretungsanspruch für das bürgerliche Lager: „Das ist doch unglaublich“. Dass CSU-Spitzenkandidat Söder wenig Gefallen an der Kandidatur des Journalisten findet, ist diesem durchaus bewusst.

Für den Wahlkampf brauche Markwort außerdem Hilfe, was das Netz betrifft. Hierbei helfen ein paar junge Kollegen dem Print-Mann. Der selbsternannte Rechtsliberale besinnt sich außerdem auf den Wert der Freiheit, im Handeln aber auch im Denken. Diesen Kurs möchte er auch für die Wahl setzen, denn er sei für einen Staat, der die Leute möglichst wenig einschränkt und jedem den maximalen Freiraum lasse.

Hat Helmut Markwort einen Plan B für die Landtagswahl 2018 in Bayern?

Und was macht man als Mann im Alter von 81 Jahren, falls es doch nicht mit dem Einzug in den Bayerischen Landtag klappt? Der Ruhestand scheint für Helmut Markwort jedenfalls keine Option zu sein. Lieber widmet er sich einem neuen Projekt und stellt auch sein Talent als Darsteller unter Beweis. So habe er eine Rolle in einem Musical über Gutenberg angeboten bekommen und werde im Fall der Fälle im Januar 2019 in Mainz auf der Bühne stehen und neben Gunther Emmerlich sein Sing-Debüt geben. Vom Ergebnis der Landtagswahl 2018 in Bayern hängt sein persönliches Glück also nicht ab.

Egal wohin es den FDP-Mann treibt, man wird mit großer Sicherheit von ihm hören und den grenzenlosen Elan von Helmut Markwort noch bestaunen können. 

Falls Sie selbst herausfinden wollen, ob sie mit Markworts FDP übereinstimmen oder eine ganz andere Partei ihre Meinung am besten vertritt, kann der Wahl-O-Mat Bayern Ihnen neuen Einblicke verschaffen.

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