SNP fordert Unabhängigkeitsreferendum

Großer Wahltag in Großbritannien: „Schicksalswahl“ in Schottland - Johnson-Quittung an der Urne?

Nicola Sturgeon, Erste Ministerin von Schottland und Vorsitzende der Schottischen Nationalpartei (SNP), macht Wahlkampf für die schottischen Parlamentswahlen. Die SNP hofft bei der Wahl zum Regionalparlament in Schottland am 06.05. auf eine absolute Mehrheit.
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Nicola Sturgeon, Erste Ministerin von Schottland und Vorsitzende der Schottischen Nationalpartei (SNP), macht Wahlkampf für die schottischen Parlamentswahlen. Die SNP hofft bei der Wahl zum Regionalparlament in Schottland am 06.05. auf eine absolute Mehrheit.

In England, Schottland und Wales wird gewählt. Spannend sind die Wahlen in Edinburgh: Die regierende Partei hofft auf die absolute Mehrheit. Sie fordert ein Unabhängigkeitsreferendum.

London/Edinburgh - Die Wahllokale sind geöffnet: Seit 8 Uhr (MESZ) kann bei den Regional- und Kommunalwahlen in Großbritannien gewählt werden. In Schottland und Wales werden neue Regionalparlamente bestimmt. In weiten Teilen Englands wählen die Menschen neue Gemeinde- und Bezirksräte sowie Bürgermeister - unter anderem in London. Bis 23 Uhr (MESZ) können Stimmzettel abgegeben werden. Mit Ergebnissen wird größtenteils erst am Wochenende gerechnet.

Mit großer Spannung wird vor allem der Ausgang der Parlamentswahl in Schottland erwartet, wo die regierende Schottische Nationalpartei (SNP) auf eine absolute Mehrheit hofft. Umfragen zufolge dürfte es sehr knapp werden. Die SNP fordert ein zweites Unabhängigkeitsreferendum für Schottland, ist aber auf die Zustimmung der Zentralregierung in London angewiesen. Derzeit regiert die SNP mit Duldung der schottischen Grünen. Mit einer absoluten Mehrheit, so die Hoffnung, ließe sich der Druck auf London erhöhen.

Superwahltag in Großbritannien: Ausgang der Parlamentswahl in Schottland mit Spannung erwartet

Bei einem ersten Referendum 2014 hatten sich 55 Prozent der Schotten gegen eine Abspaltung ihres Landes vom Vereinigten Königreich ausgesprochen. Die SNP argumentiert aber, die Situation habe sich mit dem von schottischen Wählern mehrheitlich abgelehnten EU-Austritt Großbritanniens* grundlegend geändert.

Für die Befürworter der Unabhängigkeit gilt der Urnengang in Schottland als „Schicksalswahl“. Die vehemente Unabhängigkeitsbefürworterin und Regierungschefin Nicola Sturgeon hofft auf eine absolute Mehrheit für ihre Schottische Nationalpartei (SNP) - oder zumindest auf die Mehrheit im Parlament mit anderen für die Unabhängigkeit eintretenden Parteien. Sollte dies bei der Wahl gelingen, hätte der britische Regierungschef Boris Johnson nach Ansicht von Sturgeon „keinerlei moralische Rechtfertigung mehr“, sich einem neuen Unabhängigkeitsreferendum in Schottland in den Weg zu stellen.

In London bewirbt sich Amtsinhaber Sadiq Khan von der Labour-Partei um eine zweite Amtszeit als Bürgermeister. Umfragen zufolge liegt er in der Wählergunst weit vor seinem konservativen Herausforderer Shaun Bailey. (dpa/aka) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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