Bundesbürger verlieren Vertrauen ins Gesundheitssystem

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Das Gesundheitssystem wird zunehmend selbst zum Patient. Hilft bald nur noch eine Not-OP?

Berlin - Praxisgebühr, Gesundheitsreform, Zusatzbeiträge: Die Bundesbürger verlieren zunehmend das Vertrauen in das Gesundheitssystem. Laut einer Umfrage rechnen 30 Prozent sogar mit einem Kollaps.

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Nur eine verschwindend geringe Minderheit der Bundesbürger hat noch uneingeschränktes Vertrauen in das deutsche Gesundheitssystem. Gerade einmal sieben Prozent halten es im Großen und Ganzen für in Ordnung, 59 Prozent sehen dagegen größere Probleme, wie das am Freitag veröffentlichte ZDF-Politbarometer ergab. Für 30 Prozent steht das System sogar kurz vor dem Kollaps.

Mit 49 Prozent sind knapp die Hälfte der Meinung, dass die Krankenkassen weiteren Finanzierungsbedarf generell besser über Beitragserhöhungen decken sollten. Ein Viertel der Befragten (25 Prozent) spricht sich eher dafür aus, mehr Leistungen selbst zu bezahlen, 26 Prozent können kein Urteil abgeben. Große Einsparmöglichkeiten sehen die Bundesbürger vor allem bei den Verwaltungskosten der Krankenkassen (83 Prozent), im kostenbewussten Verhalten von Patienten (71 Prozent) und bei den Kosten für Medikamente (69 Prozent).

Dagegen meinen nur 27 Prozent, bei den Krankenhauskosten und 25 Prozent bei den Arzthonoraren könne man viel sparen. Für das Politbarometer befragte die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen vom 26. bis 28. Januar 2010 1.256 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte.

dapd

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