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Kroatien: Urlaub am Meer kann bald mit Euro bezahlt werden

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Von: Jens Kiffmeier, Alexander Eser-Ruperti

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Einführung des Euro: Kroatien wechselt ab 2023 die Währung. Die EU gab grünes Licht.
Einführung des Euro: Kroatien wechselt ab 2023 die Währung. Die EU gab grünes Licht. © Sven Hoppe/dpa

Die EU-Kommission hat grünes Licht gegeben: Kroatien kann die Einführung des Euro in Angriff nehmen. Bereits ab 2023 soll die alte Währung abgeschafft sein.

Währungswechsel geplant: Der Euro wird in Kroatien ab dem kommenden Jahr das neue Zahlungsmittel. Die EU-Kommission gab dem Land grünes Licht für die Einführung. Kroatien erfülle alle Kriterien und habe die abschließende Bewertung bestanden, teilte die Behörde der Nachrichtenagentur dpa mit. Die Umstellung könne jetzt eingeleitet werden, hieß es weiter. Kroatien selber drückt den Angaben zufolge aufs Tempo: Bereits zum 1. Januar 2023 soll die alte Landeswährung Kuna abgeschafft und durch den Euro ersetzt werden.

Kroatien: EU billigt die Einführung des Euro – Bereits ab 2023 soll die Währung gewechselt werden

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen kommentierte: „Weniger als ein Jahrzehnt nach seinem EU-Beitritt ist Kroatien nun bereit, dem Euro-Währungsgebiet am 1. Januar beizutreten.“ Dies werde die kroatische Wirtschaft stärken und den Bürgerinnen und Bürgern, den Unternehmen und der Gesellschaft insgesamt Vorteile bringen. Durch die Einführung des Euro in Kroatien werde auch der Euro gestärkt.

Bundeswehr: Verteidigungsministerium will 60 Transporthubschrauber vom Modell CH-47 anschaffen

Ärger um Bundeswehr-Ausstattung: Für einen Milliardenbetrag soll die deutsche Truppe mit neuen Transporthubschraubern versorgt werden. So sollen insgesamt 60 CH-47-Flieger angeschafft werden. Diese Entscheidung traf Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD), wie die Nachrichtenagentur dpa berichtete. In den Reihen des Verteidigungsausschusses sorgte der Beschluss aber für Unmut.

Entscheidung gefallen: Die Bundeswehr bekommt 60 CH-47-Transporthubschrauber.
Entscheidung gefallen: Die Bundeswehr bekommt 60 CH-47-Transporthubschrauber. © Christophe Gateau/dpa

Die Helikopter dienen dem schnellen Lufttransport von Fahrzeugen, Material und Soldaten und sind für die Landes- und Bündnisverteidigung wichtig, aber auch bei Auslandseinsätzen. Die Bundeswehr wartet seit Jahren auf die Anschaffung. Für die Realisierung sollen jetzt fünf Milliarden aus dem 100-Milliarden-Euro-Paket fließen. Insgesamt soll die Luftwaffe dabei am meisten profitieren.

Doch im Bundestag fühlen sich laut einem Bild-Bericht viele Abgeordnete überrumpelt. Denn zur Auswahl standen mehrere Modelle. Zwar soll der CH-47 billiger sein als andere Modelle. Dennoch fordert der Verteidigungsausschuss mehr Mitsprache und eine genaue Kosten-Nutzen-Analyse. Für Lambrecht, die zuletzt stark unter Druck stand, steht damit jetzt neuer Ärger ins Haus.

Kreml reagiert gelassen auf angekündigten Öl-Boykott der Europäischen Union

Gelassene Reaktion: Der Kreml hat sich in einer Reaktion auf den angekündigten Öl-Boykott der Europäischen Union gelassen gezeigt. Man werde die frei werdenden Mengen in andere Richtungen umleiten, erklärte Kremlsprecher Dmitri Peskow laut der russischen Nachrichtenagentur Interfax. Peskow sagte: „Diese Sanktionen wirken sich natürlich negativ auf den gesamten Kontinent aus – auf die Europäer und auf uns und auf den gesamten globalen Energiemarkt.“ Man plane, die Auswirkungen auf Russland durch systematische Handlungen zu begrenzen, so der Kremlsprecher.

Peskow schließt damit an frühere Verlautbarungen an: Schon nach dem Öl-Embargo der USA hatte Moskau erklärt, die freigewordenen Mengen würden fast vollständig auf andere Märkte umgeleitet. Der Kremlsprecher sagte mit Blick auf die steigenden Energiepreise, vor allem die Europäer müssten nun mit den Negativfolgen leben.

Ukraine-Krieg: Kanzler Olaf Scholz (SPD) zofft sich in Generaldebatte mit Oppositionschef Friedrich Merz (CDU)

Scholz greift Merz an: Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat sich im Bundestag mit ungewohnt scharfen Worten an CDU-Chef Friedrich Merz gewandt. Scholz sagte, Merz werde nicht damit durchkommen, immer nur Fragen zu stellen, ohne sich zu positionieren. Damit antwortete der Bundeskanzler auf eine Rede des CDU-Chefs in der Haushaltsdebatte.

Kanzler Olaf Scholz (SPD) und CDU-Chef Friedrich Merz im Bundestag.
Kanzler Olaf Scholz (SPD) und CDU-Chef Friedrich Merz im Bundestag (Archivbild). © Christian Spicker/Imago

Scholz sagte in Richtung Merz: „Sie sind hier durch die Sache durchgetänzelt und haben nichts Konkretes gesagt.“ Der SPD-Politiker, der vielleicht zu Unrecht für seine Zaudererei kritisiert wurde, wurde noch deutlicher: Er erklärte, wenn Merz sich doch einmal zu einem Thema positioniere, dann „wird‘s peinlich“. Merz hatte in Richtung Scholz zuvor unter anderem kritisiert, dieser würde die Ukraine nicht ausreichend unterstützen. Merz sagte: „Sie reden in letzter Zeit etwas mehr als sonst, aber sie sagen unverändert nichts.“

Entlastungspaket 2022: 9-Euro-Ticket und Tankrabatt gelten ab heute

Maßnahmen zu Monatsbeginn: Mit Beginn des Monats Juni werden zwei der besonders diskutierten Maßnahmen aus dem Entlastungspaket 2022 gültig: Ab heute gelten sowohl das 9-Euro-Ticket als auch der Tankrabatt für Diesel und Benzin. Um beide Maßnahmen hatte es zuletzt Diskussionen gegeben. Mit sofortigen Preissenkungen beim Tanken ist noch nicht überall zu rechnen, viele Tankstellen haben noch alten, mit dem ursprünglichen Steuersatz besteuerten Sprit in den Tanks. Zuletzt hatten zudem tausende Tankstellen ihre Preise erhöht, ein erheblicher Teil der Steuersenkungen könnte deshalb bei Tankstellen und Ölkonzernen hängen bleiben, warnen Experten.

Auch um das 9-Euro-Ticket gab es bis zum Start Verwirrung: In einigen Regionalzügen soll das günstige Monatsticket nicht gültig sein. Verkehrsbetriebe hatten zudem davor gewarnt, dass der ÖPNV nach Auslaufen des 9-Euro-Tickets teurer werden könnte, als davor. Grund hierfür sollen fehlende Ausgleichszahlungen des Bundes, etwa für höhere Spritpreise, sein.

UNICEF: Fünf Millionen Kinder aus der Ukraine brauchen humanitäre Hilfe

Folgen des Ukraine-Kriegs: Nach Angaben von UNICEF benötigen derzeit mehr als fünf Millionen Kinder aus der Ukraine wegen des Kriegs mit Russland humanitäre Hilfe. Während in der Ukraine direkt etwa drei Millionen Kinder Unterstützung benötigen, kommen laut der UN-Organisation etwa 2,2 Millionen Kinder hinzu, die in andere Länder geflohen sind. Angaben der Organisation zufolge sind seit Kriegsbeginn mindestens 262 Kinder getötet worden.

Die Unicef-Direktorin Catherine Russell erklärte in diesem Rahmen, der 1. Juni sei eigentlich der internationale Tag zum Schutz von Kindern. „Doch anstatt diesen Tag zu feiern, nähern wir uns dem 100. Tag eines Krieges, der das Leben von Millionen Kindern erschüttert. Ohne einen sofortigen Waffenstillstand und einen ausgehandelten Frieden werden die Kinder weiter leiden.“

IG-Metall: Warnstreiks in der Stahlindustrie gestartet

Warnstreiks: Im Tarifstreit der nordwestdeutschen Eisen- und Stahlindustrie hat die IG Metall am heutigen Mittwoch, dem 01. Juni 2022, mit ersten Warnstreiks begonnen. In Gelsenkirchen legten am Mittwochmorgen fast 200 Angestellte von Thyssenkrupp nach Auskunft der IG-Metall ihre Arbeit für einige Stunden nieder. Die Beschäftigten fordern unter anderem 8,2 Prozent mehr Lohn.

Die Tarifkommission der IG-Metall hatte letzte Woche beschlossen, in verschiedenen Betrieben Warnstreiks durchzuführen. In Niedersachsen gab es bei der Salzgitter AG am Morgen eine Kundgebung, in Bremen treten die Beschäftigten des ArcelorMittal Stahlwerks am Donnerstag in den Ausstand. Zum Tarifgebiet der nordwestdeutschen Stahlindustrie gehören neben Nordrhein-Westfalen auch Niedersachsen und Bremen.

Politik-Ticker: Alle News und Hintergründe des Tages auf einen Blick

Ob Corona-Pandemie, Ampel-Streit, Bürgergeld-Reform oder Ukraine-Konflikt: Jeden Tag entstehen überall auf der Welt Nachrichten – gute wie schlechte. Mit diesem Ticker halten wir Sie, liebe Leserinnen und Leser, über alle News des Tages auf dem Laufenden. Wir ordnen und gewichten das politische Geschehen und die Entwicklungen für Sie ein. Am Abend erhalten Sie dann alles Wichtige auf einen Blick.

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