Trumps Peinlichkeiten

Donald Trumps mächtige Mauer ist gar nicht so mächtig

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US-Präsident Donald Trump glaubt weiter an seine Mauer.

Donald Trump hatte den einen Wahlkampfschlager: Eine unüberwindbare Mauer zu Mexiko. Dumm nur: Sie lässt sich ganz einfach durchschneiden.

USA - Als Donald Trump das Amt des US-Präsidenten übernahm und sich in den kommenden Wochen von einem Fettnäpfchen ins nächste stürzte, starteten wir einen Ticker, um Ihnen, den Leserinnen und Lesern, eine Chronik aller Peinlichkeiten seiner Amtszeit zu bieten.

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Nun, nach zweieinhalb Jahren Trump im Weißen Haus, hat der Ticker einen Umfang erreicht, der die Rechenleistung eines herkömmlichen PCs vor Probleme stellt. Damit bei Ihnen zu Hause keine Prozessoren heiß laufen, wir aber weiterhin Trumps Absurditäten archivieren können, starten wir einen neuen Ticker, unter dem Titel „Trumps Peinlichkeiten, Teil 2“. Staunen werden Sie, doch lesen Sie selbst.

  • Donald Trumps Idee: Atombomben gegen Hurrikane
  • Trump erfindet Weltklassebergsteiger, die die Mauer zu Mexiko testen
  • Donald Trump bearbeitet eine Karte von Hurrikan „Dorian“ mit Filzstift
  • Trumps Teint: Darum ist der Präsident so orange
  • Trumps mächtige Mauer ist doch nicht so mächtig

Update, 3. November, 15:44 Uhr: Nichts geht über die Mauer. Das war zumindest in Donald Trumps Wahlkampf so. In der Realität stellt sich das Ganze dann doch etwas komplexer dar: Das bombensichere Bauwerk an der Grenze zu Mexiko hat sich als recht durchlässig erwiesen. Schon einfachste Werkzeuge genügen, um Löcher in Trumps Prestigeprojekt zu schneiden. Behördenvertreter berichten laut „Washington Post“ von Banden, die  Löcher in die Grenzanlage geschnitten hätten, um Menschen und Drogen in die USA zu schmuggeln. Eine gerade einmal hundert Dollar teure kabellose Handstichsäge könne die Grenzmauer innerhalb weniger Minuten durchdringen, hieß es in dem Bericht.

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Den Präsidenten irritiert das naturgemäß nicht sonderlich: „Durchschneiden ist eine Sache, aber das kann schnell repariert werden“, lautete Trumps Kommentar dazu. Dies sei einer der Gründe für die Bauart der Mauer. „Wir haben eine sehr mächtige Mauer“, beharrte der US-Präsident und zeigte dann doch recht ungewohnt Einsicht: „Aber egal wie mächtig, man kann bei aller Fairness alles durchschneiden.“

Update, 10. Oktober, 07:04 Uhr: Es ist nicht so, dass Donald Trump fast drei Wochen ohne peinlichen Moment durchgestanden hätte. Es ist vielmehr so, dass das Amtsenthebungsverfahren gegen den US-Präsidenten seine peinlichen Momente in gravierende - und möglicherweise justiziable - verwandelte.

Donald Trump verfällt in Twitter-Rausch

Doch Trump wäre nicht Trump, würde er sich nicht inmitten eines Impeachment-Verfahrens Kommentare erlauben, die inhaltlich derart daneben und auf der Peinlichkeits-Skala derart hoch zu verorten sind, dass sie genau hier erwähnt werden können.

Auch in der Landespolitik hat Donald Trump mal wieder für einen Eklat gesorgt. Nach einem Treffen mit der Delegation um Nany Pelosi, Sprecherin der Demokraten im Repräsentantenhaus und Anregerin des Amtsenthebungsverfahren um den Präsidenten, hatte Trump Pelosi auf Twitter heftig beleidigt. Ein Parteikollege Pelosis schoss scharf dagegen.

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Am Mittwoch fiel Trump in einen wahren Twitter-Rausch. Fast 50 Mal twitterte der US-Präsident innerhalb von 24 Stunden. Dabei bewies Trump wieder einmal, dass er die englische Rechtschreibung nicht so recht beherrscht. Wie US-Autorin Katherine Krueger für „Splinternews“ feststellte, begann Trump wahllos Wörter großzuschreiben, ohne erkennbare Logik oder System. Ein Beispiel:

Doch den Höhepunkt der Absurdität erzielte Trump mit einem historischen Vergleich, den er im Weißen Haus im Angesicht mit den Mikrofonen der Presse zog.

Es ging um die aufkommenden Kämpfe in Nordsyrien und den Abzug der US-Truppen aus dem Gebiet. Das begründete Trump mit der Tatsache, dass die von der türkischen Militäroffensive betroffenen Kurden die USA schließlich nicht im Zweiten Weltkrieg und bei der Landung der Alliierten in der Normandie 1944 unterstützt hätten. „Sie haben uns nicht im Zweiten Weltkrieg geholfen, sie haben uns beispielsweise nicht mit der Normandie geholfen“, sagte Trump. Die Kurden würden nur für „ihr Land“ kämpfen. 

Donald Trump bezieht sich auf einen Artikel der Website „Townhall“

Offenbar bezog sich Trump bei seiner Argumentation auf einen „sehr, sehr starken Artikel“, den der Präsident wohl auf der konservativen Website „Townhall“ gefunden habe. Tatsächlich steht in der besagten Kolumne von Kurt Schlichter, dass die Kurden weder in Japan noch in der Normandie an der Seite der USA gekämpft hätten - wobei so ganz nebenbei zu fragen ist, wie eine Ethnie, die bis heute weder über einen eigenen Staat, geschweige denn über eine Marine, Luftwaffe oder Truppentransportmöglichkeiten verfügt, vor mehr als 60 Jahren eine nicht vorhandene Armee nach Europa oder Asien hätte bringen sollen.

Tatsächlich kämpften die Kurden aber im Irak und in Syrien an der Seite von US-Soldaten. Das dürfte für Trump und Schlichter aber das so genannte „Heimatland“ der Kurden gewesen sein. Die Kurden würden da sogar zustimmen.

Die Streitereien zwischen Arnold Schwarzenegger und US-Präsident Donald Trump scheinen kein Ende zu nehmen. Nun kam es erneut zu einem Seitenhieb von dem 72-jährigen Schauspieler.

Trump erzählt vom Test durch Weltklasse-Bergsteiger, nur  wissen die von nichts

Update, 22. September, 10:50 Uhr: Die Mauer an der Grenze zu Mexiko steht im Zentrum der Agenda Donald Trumps. Ohne sie gäbe es wohl keinen Präsidenten namens Trump. 

Entsprechend wichtig ist dem amtierenden Staatsoberhaupt die Grenzbefestigung. Das verdeutlichte Trump einmal mehr am Mittwoch, als er einer der Baustellen der Mauer in der Grenzstadt Otay Mesa, Kalifornien, einen Besuch abstattete.  

Schön soll sie aussehen, abschreckend wirken - und natürlich unüberwindbar sein. Um letzteres zu gewährleisten ließ Trump „20 Bergsteiger“ anrücken, darunter wahre „Champions“, die es lieben, „Berge zu besteigen“. Das Mauer-Modell, für das sich die Trump-Administration letztlich entschied, sei das gewesen, was für die Weltklasse-Bergsteiger „am schwierigsten“ gewesen sei.

Das zumindest behauptet Trump. Ebenjene Elite der US-Bergsteiger sieht das aber anders. Die US-Website „Daily Beast“ fragte bei mehreren Athletinnen und Athleten - darunter die Boulderin Kyra Condie, die zum Favoritenkreis bei der olympischen Premiere des Sports nächstes Jahr in Tokio gehört - sowie bei zahlreichen Verbänden und Organisationen nach. Die Antwort war immer dieselbe. Keiner kennt irgendjemanden, der sich an einem solchen Test beteiligt haben soll. Niemand hatte bis dato überhaupt davon gehört.

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Mehr noch, die Befragten gaben an, dass sie die Mauer, wie sie derzeit gebaut wird, für recht simpel zu besteigen halten. Und dass Bergsteiger sowieso die falsche Gruppe wären, einen solchen Test durchzuführen. Felsenkletterer seien viel besser geeignet.

Donald Trumps Teint - darum hat der US-Präsident so eine eigenartige Farbe

Update, 13. September, 19:30 Uhr: Es sind einige der letzten großen Fragen der Menschheit: Warum ist Donald Trumps Hautfarbe Orange? Ist es die Ernährung? Sind es billige Bräunungscremes oder ein Spray? Ist es Absicht? Weiß der US-Präsident, wie das aussieht?

Die Antworten gab Donald Trump höchstpersönlich im Rahmen einer Veranstaltung der republikanischen Partei in Baltimore. Es sind die Energiesparlampen! Oder wie Trump es sagt: „Die Glühbirnen. Die Leute fragen mich, was ist mit den Glühbirnen? Für mich am wichtigsten: Ich sehe immer orange aus. Und Sie auch. Das Licht ist das schlechteste.“

Damit liefert der US-Präsident die Antworten:

  • Seine Haut ist nicht orangefarben, sie sieht nur im Licht der Energiesparlampen so aus. Selbst wenn gar keine Energiesparlampen in der Nähe sind.
  • Seine nachweislich schlechte Ernährung hat keinen Einfluss auf seinen Teint.
  • Obwohl die Partie um seine Augen ganz eindeutig nach Solarium und/oder Bräunungsspray aussieht, liegt sein seltsamer Hautton am Licht.
  • Ja, Trump weiß, dass er orange aussieht, allerdings glaubt er, dass alle anderen auch orange aussehen.

Inwieweit die Entscheidung seiner Regierung, die Regularien für die Verwendung ernergieeffizienter Glühbirnen, die sein Amtsvorgänger Barack Obama erlassen hatte, abzubauen, mit Trumps Hautfarbe zusammenhängt, ist bislang nicht geklärt, liegt aber auf der Hand: Trump will nicht mehr orange aussehen. Genauso wenig, wie er will, dass wir alle orange aussehen.

Update, 10. September, 17:00 Uhr: Donald Trump twittert mal wieder ein Geheimnis in die Welt. Diesmal behauptet der US-Präsident, er habe sowohl die Taliban als auch die Regierung Afghanistans nach Camp David eingeladen, eine Erholungsanlage für US-Präsidenten im Bundesstaat Maryland, die sowohl Jimmy Carter als auch Bill Clinton für inoffizielle Friedensgespräche bereits genutzt hatten.

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Trumps Timing für die Einladung der einstigen Machthaber Afghanistans hätte kaum absurder sein können. Treffen wollte Trump die Taliban drei Tage vor dem 11. September, also dem Tag, an dem im Jahr 2001 Terroristen der Al Kaida - mit Unterstützung und Ausbildung der Taliban - einen Anschlag auf das World Trade Center in New York verübt hatten und dabei fast 3.000 Menschen töteten.

Doch Trump sagte das Treffen laut seiner Tweets wieder ab, weil die Taliban taten, was sie tun: Terroranschläge verüben und Menschen töten. In dem Fall bekannten sich die Fundamentalisten zu einem Anschlag  in Kabul, der zwölf Menschen das Leben kostete. Das überraschte Trump offenbar.

Doch, wie die New York Times vermutet, war die Versuchung offenbar zu groß, der „Dealmaker“ zu sein, der Frieden in Afghanistan möglich macht.

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Donald Trump malt auf Karte von Hurrikan mit Filzstift 

Update, 06. September, 11:15 Uhr: Aus dem billigen Versuch, die öffentliche Meinung zu täuschen, wird so langsam eine Staatsaffäre. Mit eigenem Hashtag namens #Sharpiegate

Trump selbst besteht weiter darauf, dass Alabama von Hurrikan „Dorian“ getroffen werden wird und will gar nicht über die Filzstift-Verfeinerung sprechen, die sich auf der Karte befand, die der US-Präsident im Weißen Haus präsentierte.

Donald Trump hält eine Karte des Hurrikans in die Höhe, die offenbar so bearbeitet wurde, dass sie die Falschaussagen des Präsidenten abbildet.

Das gilt aber nicht für die US-Medien. Die „Washington Post“ zum Beispiel berichtet, dass es Trump höchstpersönlich war, der mit einem „Sharpie“ (das amerikanische Pendant zum Edding) die Einflusszone „Dorians“ so erweiterte, dass Alabama eben doch getroffen wird. Die Zeitung beruft sich dabei auf einen offiziellen Mitarbeiter des Weißen Hauses, der anonym bleiben möchte, und der wie folgt zitiert wird: „Niemand sonst würde so mit einem schwarzen Sharpie auf einer Karte schreiben. Niemand sonst würde das tun.“

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Twitter-Post: Mit einem Foto verrät Donald Trump unabsichtlich geheime Details über amerikanischen Spionage-Satelliten

Update, 05. September, 12:20 Uhr: Während das halbe Netz Witze über Donald Trumps Filzstift-Manöver macht, rechtfertigt der US-Präsident die Kartenmanipulation mit einer anderen Karte. Auf der soll zu sehen sein, dass auf einer ursprünglichen Vorhersage Alabama eben doch im Einflussbereich des Hurrikans „Dorian“ liegt.

Das hat nun recht wenig mit dem Filizstift auf der anderen Karte zu tun, inspiriert aber zahlreiche Twitterer zu weiteren Fotomontagen, auf denen unter anderem Trumps legendär kleine Finger größer werden und Golfbälle, die eben noch neben dem Loch zu liegen scheinen, auf einmal darin landen. 

Donald Trump und Hurrikan „Dorian“

Update, 05. September, 10:05 Uhr: Hurrikan „Dorian“ nähert sich dem Festland der USA. Vor allem die Bundesstaaten Florida und Georgia sind von dem Monster-Sturm bedroht. Nicht aber Alabama, wie Trump das in einem Tweet vor kurzem behauptete (siehe weiter unten).

Doch der Präsident gibt ungern zu, dass er unrecht hatte. Wohl deshalb wurde eine Grafik des Nationalen Hurrikan Zentrums der USA , die Trump im Oval Office der anwesenden Presse zeigte, leicht angepasst. Der Kreis, der die Zone, die von dem Hurrikan getroffen werden wird, umfasst, wurde einfach erweitert. So dass jetzt auch Alabama in den Radius fällt. Dazu wurde wohl ein Screenshot der eigentlich interaktiven Grafik genutzt, der die Sturmentwicklung am 29. August abbildet - also eine Woche alt ist. Das war der Tag, an dem Hurrikan „Dorian“ den Grenzen des Bundesstaates Alabama am nächsten gekommen sein dürfte.

Trumps Manipulationsversuch in der Nahaufnahme

Auf der folgenden Nahaufnahme wird der stümperhafte Versuch, die eigene Unwissenheit zu kaschieren, besonders deutlich: Es wirkt, als ob die Zonenumrisse einfach mit Edding erweitert wurden. 

Als Trump noch von der anwesenden Presse auf die manipulierte Karte angesprochen wurde, murmelte er wohl in sich herein: „Ich weiß davon nichts.“ Das wäre auch besser für den Präsidenten. Denn es ist - wie ein Twitter-User hervorhebt - eine Straftat, in offiziellem Amt, wie z.B. der Präsidentschaft, eine nationale Wettervorhersage zu manipulieren.

Update, 04. September, 16:18 Uhr: Statt sich mit Hurrikan „Dorian“* zu beschäftigen, war Donald Trump am Wochenende und am Anfang der Woche auf dem Golfplatz zu finden. Doch die Kritik daran wollte der US-Präsident nicht stehen lassen.

Donald Trump beim Golf spielen im Trump Turnberry Resort in Schottland (Archivbild).

Zunächst habe er nur eine „sehr schnelle Runde“ auf einem seiner Kurse gespielt, was den Golftrip auch noch „sehr billig“ gemacht habe - für ihn und die Steuerzahler der Vereinigten Staaten. Barack Obama wäre in so einer Situation nach Hawaii geflogen, mutmaßt Trump, andere Politiker würden wochenlang verreisen.

Doch seinen Amtsvorgänger greift Trump in dem Tweet eher en passant an. Hauptaugenmerk legt er stattdessen auf einen anderen Lieblingsfeind: Sadiq Khan, Bürgermeister von London. „Inkompetent“ sei der und soll sich außerdem mit der „Messer Kriminalität“ beschäftigen, die in London völlig außer Kontrolle sei.

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Anlass für die Attacke dürfte Khans Kritik an Trump gewesen sein, die der Londoner Bürgermeister geäußert hatte, nachdem Trump seine Reise nach Polen absagte.

Donald Trump geht lieber Golf spielen, als nach Polen zu fliegen

Update, 03. September 9:15 Uhr: Sein Terminkalender sah dieser Tage eigentlich einen Besuch in Polen vor. Dort sollte Donald Trump in seiner Funktion als Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika an einer Gedenkveranstaltung zum Beginn des Zweiten Weltkriegs vor 80 Jahren teilnehmen.

Doch Hurrikan „Dorian“, der mittlerweile auf den Bahamas angekommen ist*, veranlasste Trump dazu, die Reise abzusagen und stattdessen Vizepräsident Mike Pence zu entsenden. Trump selbst würde in den USA bleiben, „um sicherzustellen, dass alle Energien der Bundesregierung auf die Ankunft des Sturms konzentriert“ werden können, wie der US-Präsident laut CNN verkündete.

Wie praktisch, dass Trump den anderen geplanten Teil der Reise, ein Besuch in Dänemarks Hauptstadt Kopenhagen, kurz zuvor bereits abgesagt hatte, weil die Dänen nicht mit ihm über einen Verkauf Grönlands verhandeln wollten.

Kaum war der Eurotrip gecancelt, ging Trump am Samstag als Erstes eine Runde Golf spielen. Und am Montag gleich nochmal. 

Zwischen zwei Löchern ließ er sich dann wohl über den Hurrikan informieren.

Donald Trump warnt den falschen US-Bundesstaat vor Hurrikan „Dorian“

Update, 02. September, 8:24 Uhr: Donald Trump hat aufgrund des Hurrikans „Dorian“ seine Reise nach Polen abgesagt. Stattdessen geht der US-Präsident lieber golfen und schickt via Twitter Warnungen an seine Landsleute.

Nun gibt es ein Problem mit Trumps Warnungen. Tatsächlich schätzen die Experten „Dorian“ als sehr gefährlichen Sturm ein, mit Windgeschwindigkeiten von fast 300 Stundenkilometern. Nur zieht der Hurrikan nicht nach Alabama. 

Kurz nach dem Tweet meldeten sich mehrere Experten und korrigierten den US-Präsidenten. Unter anderem der „National Weather Service“ in Birmingham versuchte, mit einem Tweet die Panik in Alabama zu verhindern, die eine Warnung Trumps auszulösen imstande ist.

Wie auf einer Übersichtskarte des US-Nachrichtensenders CNN zu sehen ist, wird der Hurrikan über die Ostküste der USA ziehen und nicht in den Golf von Mexiko, an dem der US-Bundesstaat Alabama liegt.

Doch Trump verwirrt nicht nur die Geographie, sondern auch die Einstufung des Hurrikans in die Kategorie Fünf. Bei einem Treffen mit Vertretern der Nationalen Koordinationsstelle für Katastrophenhilfe (FEMA) soll Trump sich gewundert haben, dass es überhaupt eine Kategorie Fünf gebe. 

Er selbst könne sich nicht an einen Hurrikan dieser Stärke erinnern. Zur Info: In Donald Trumps Amtszeit fallen vier Hurrikane der höchsten Kategorie:

  • „Dorian“ im September 2019
  • „Michael“ im Oktober 2018
  • „Maria“ im September 2017
  • „Irma“ im August 2017

Donald Trump will, dass dieses Foto wieder aus dem Internet verschwindet

Update, 30. August, 9:31 Uhr: Das Internet ist ein Ort voller Häme und Boshaftigkeit, die ganz oft die Falschen, ganz selten aber auch die Richtigen trifft. Das passiert dann, wenn sich die Häme von unten nach oben richtet. 

Wie im aktuellen Fall: Das Ziel lautet Donald Trump, und Anstoß des Spotts ist ein Foto, von dem der US-Präsident laut eines Eintrags auf dem Forum „Reddit“ möchte, dass es verschwindet. So schnell wie möglich und so vollständig wie möglich. Die Aufnahme zeigt Trump, die Augen geschlossen und das dünne Haar vom Winde verweht. Sehr dünnes Haar und sehr verweht.

Auf Twitter löst das Foto einen Sturm der Häme aus, es wird geteilt und verbreitet, was das Internet hergibt. Dem Präsidenten wird „Drei-Wetter-Taft“ empfohlen, gleich mehrere User „rutschen auf der Maus aus“. Ein anderer springt Donald zur Seite: „Ich habe das Bild jetzt mal sichergestellt. ausgedruckt... damit sollte es aus dem Internet raus sein...“ Na, ein Glück, das wäre dann geklärt.

Update. 29. August, 9:00 Uhr: In dem kleinen Dörfchen Sela pri Kamniku mitten in Slowenien steht sie. Die rechte Faust erhoben, ein grimmiger Gesichtsausdruck, mit roter Krawatte und imposanter Haarpracht. Wer sie errichtet hat, ist bislang nicht bekannt. Nur wen sie darstellt, das ist offensichtlich: Donald Trump, US-Präsident und Ehemann des slowenischen Ex-Topmodels Melania, von der ja bereits eine Holzstatue in Slowenien steht.

Entdeckt hat die neue Statue Igor Omerza, ehemaliger Parlamemtsabgeordneter Sloweniens und Autor des Buches „Melania Trump - The Inside Story“.  Ob die Skulptur denn von Anhängern oder Gegnern des US-Präsidenten errichtet worden sei, wollte die „Washington Post“ von Omerza wissen. Seine Antwort: „Ich glaube nicht, dass die jungen Leute des Dorfes, die das gebaut haben, Trump unterstützen.“

Trump redet mit sich selbst und überschüttet sich mit Lob

Update, 28. August, 10:20 Uhr: Wenn es sonst schon keiner macht, dann erledigt Donald Trump es selbst. Das Loben. Auf Twitter wendet sich der amtierende US-Präsident an sich selbst und schreibt: „Great Job, Mr. President!“ (Super Arbeit, Herr Präsident!).

Anlass bot ihm die Veröffentlichung einer Umfrage von „Zogby Analytics“, ein amerikanisches Meinungsforschungsinstitut, nach der Trump eine Zustimmung von 51 Prozent von allen Wählerinnen und Wählern erhält. Obwohl „100 Prozent der falschen und korrupten Medien“ gegen ihn seien.

Die Aussagekraft der Umfrage von Zogby ist umstritten. Nate Silver, renommierter Meinungs- und Wahlforscher, nannte Zogby einst „die schlechtesten Meinungsforscher der Welt“. Auf der anderen Seite war es Silver, der 2016 bei der Präsidentschaftswahl mit absoluter Sicherheit prognostizierte, dass Hillary Clinton gegen Donald Trump gewinnen werde.

Donald Trump kennt den Unterschied zwischen England und Großbritannien nicht

Update, 27. August, 9:30 Uhr: Während einer Pressekonferenz mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron wird Donald Trump gefragt, wie er die diplomatischen Beziehungen der USA mit dem „Vereinigten Königreich“ und der Europäischen Union nach dem Brexit einschätze. Zum Austritt des Vereinigten Königreichs fiel Trump konkret nichts ein, er fragte stattdessen: „Wo ist England? Was ist aus England geworden?“ 

Damit beweist Trump, dass ihm der Unterschied zwischen dem Staat „Vereinigtes Königreich“ und dessen Landesteil „England“ immer noch nicht bewusst ist. Denn bereits vergangenes Jahr, auf einer Wahlkampfveranstaltung in Pennsylvania, brachte er die Begriffe „England“, „Vereinigtes Königreich“ und „Großbritannien“ durcheinander - obwohl ihm Fernsehmoderator und Journalist Piers Morgan eine Woche vor der Veranstaltung auf die Unterschiede in einem Interview mit der „Daily Mail“ hingewiesen hatte.

Trump hielt sich ohnehin nicht lange mit dem Brexit und politischen Themen auf. Stattdessen sprach der US-Präsident lieber über sich und seine Reichtümer. Er besitze mehrere Ressorts in England oder dem Vereinigten Königreich oder wo auch immer. Unter anderem nannte er in diesem Zusammenhang seine Golf-Anlage in Doonbeg. Die liegt nun weder im Vereinigten Königreich noch in England, sondern in Irland.

Trump will Hurrikane mit Atombomben beschießen - Präsident dementiert Bericht

26. August: Laut mehrerer US-Medien hat Donald Trump wiederholt vorgeschlagen, dass das US-Militär Hurrikane bombardieren sollte, bevor diese das Land erreichen. Laut der Internetseite „Axios“ fragte Trump bei einem Treffen mit seinen Sicherheitsberatern: „Why don‘t we nuke them?“ (Warum bombardieren wir sie nicht mit Atombomben?)

Die Antwort auf die Frage, die laut dem britischen Guardian schon häufiger gestellt wurde, dürfte auf der Hand liegen: weil es eine ganz dumme Idee ist, oder wie Chris Landsea von der Wetter- und Ozeanografiebehörde der Vereinigten Staaten in einem Schreiben diplomatischer konstatiert: keine gute Idee

Vielleicht hat Trump ja auch deshalb den Bericht scharf zurückgewiesen. „Ich habe das nie gesagt. Wieder einmal FAKE NEWS!“, schrieb Trump auf Twitter.

Auch das Magazin National Geographic widmete dem Thema einen Artikel und stellte dabei heraus, dass es bislang noch nicht einmal Tests gab, ob die Entstehung oder der Lauf eines Hurrikans durch eine Atombombe überhaupt verändert werden könne - von den sonstigen Risiken ganz zu schweigen.

Donald Trump, der „König von Israel“ und die „Wiedergeburt Gottes“

Donald Trumps Antisemitismus und Rassismus sind mittlerweile ein offenes Geheimnis. Der US-Präsident verbreitet regelmäßig rassistische Klischees und solidarisiert sich auch mal mit Neonazis. Sich dafür zu entschuldigen, das liegt dem US-Präsidenten ferner denn je.

Nach seinen antisemitischen Äußerungen in Richtung amerikanischer Wählerinnen und Wähler, die jüdischen Glaubens sind, legte Trump nach: Er retweetete einen Kommentar von Wayne Allyn Root, Verschwörungstheoretiker und ehemaliger TV-Produzent, der sich selbst als „Jude, der Evangelikaler wurde“ bezeichnet. Root nannte Trump „den König von Israel“ und „die zweite Erscheinung Gottes“.

Trump machte sich diese Formulierungen zu eigen, indem er sie auf Twitter wiederholte. Den Vorwurf des Antisemitismus wies er dagegen weit von sich. Als ein Reporter ihn damit konfrontierte, sagte Trump: „Es ist nur in Deinem Kopf antisemitisch.“ Sprach’s und stieg in „Marine One“, den Präsidenten-Helikopter. (mit dpa)

Donald Trumps Peinlichkeiten: der erste Teil

Sollten Sie sich für Trumps Peinlichkeiten in den ersten zweieinhalb Jahren seiner Amtszeit interessieren, dann empfehlen wir ihnen einen Blick in den ersten Teil des Tickers. Oder Sie amüsieren sich mit Trumps Versuchen, Grönland zu kaufen.

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