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Trumps Social-Media-Plattform nutzt künstliche Intelligenz zur Kontrolle

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Von: Lukas Rogalla

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Donald Trump plant sein eigenes soziales Netzwerk namens „Truth Social“. (Illustration)
Donald Trump plant sein eigenes soziales Netzwerk namens „Truth Social“. (Illustration) © Chris Delmas/AFP

Mit dem sozialen Netzwerk „Truth Social“ plant Donald Trump eine „familienfreundliche“ Alternative zu den großen Plattformen.

Palm Beach – Facebook, Twitter und Youtube haben vor etwa einem Jahr die Accounts von Donald Trump* gesperrt. Als Anlass nannten die Unternehmen das Gewaltrisiko, das von seinen Beiträgen ausgehen könnte. Zu dieser Entscheidung kam es kurz nach der Erstürmung des Kapitols durch radikale Anhänger Trumps. Er und seine Verbündeten sahen diesen Schritt als politisch motivierten Angriff auf die Meinungsfreiheit.

Nur kurz darauf kündigte der ehemalige US-Präsident an, sein eigenes soziales Netzwerk aufbauen zu wollen. Seine Plattform, die in diesem Quartal online gehen soll, gibt sich als Alternative zur „Tyrannei von Big Tech“ – doch beauftragt selbst ein großes Unternehmen aus der Branche, um unerwünschte Beiträge entfernen zu lassen. Dabei soll künstliche Intelligenz zum Einsatz kommen.

Donald Trump: „Truth Social“ nutzt künstliche Intelligenz zur Moderation

„Truth Social“, wie Trumps soziales Netzwerk heißen wird, soll vom Unternehmen „Hive“ moderiert werden, berichtet das Portal Fox Business. „Truth Social“ spricht von einem Unternehmen aus San Francisco, das „automatisierte Lösungen durch Cloud-basierte künstliche Intelligenz anbietet, um Bilder, Videos und Textinhalte zu verstehen“.

Gegenüber Fox Business sagte Kevin Guo, Geschäftsführer von Hive, dass man „Nacktheit, Drogen, Gewalt, Hassrede, Spam und Mobbing“ erkennen könnte. Der ehemalige Kongressabgeordnete Devin Nunes, ein Republikaner*, ist für den Aufbau der neuen Plattform zuständig. Er sagte Fox Business: „Wir wollen sehr familienfreundlich sein. Wir wollen, dass dies ein sehr sicherer Ort wird.“

Doch es sei zudem ein Ort, der „offen für alle Ideen“ ist – auch für „politische Debatten links und rechts“. „Darum geht es im offenen Internet. Es sollte für den freien Meinungsaustausch und Ideen überall auf der Welt sein, sodass Leute voneinander lernen und debattieren können“, sagte Nunes. „Und der Gesellschaft sollte es besser gehen, wenn es richtig funktioniert.“ Wenn „illegale Aktivitäten“ stattfinden, würde das „keine gute Erfahrung“ für die Nutzer werden.

Donald Trump plant Alternative zu „Big Tech“

„Big-Tech“-Alternativen gibt es bereits reichlich. Die Plattform „Gab“ wird vor allem von extrem rechten Nutzer:innen frequentiert. Andrew Torba leitet „Gab“. Am Montag attackierte er Trump und „Truth Social“ und sagte, dass es sich nicht um eine Plattform mit freier Meinungsäußerung handle. „Gab“ selbst hat Probleme mit Bots, die pornografische Inhalte posten, wie das Portal The Daily Beast berichtet. Torba vermutet gezielte Angriffe von Rivalen – darunter auch Donald Trump mit seinem neuen Unternehmen.

Denn für das soziale Medium hat der ehemalige Präsident der USA* eine eigene Firma gegründet: „Trump Media & Technology Group“* (TMTG). Die Firma ging bereits im vergangenen Oktober an den Start. „Truth Social“ ist allerdings noch nicht online. Auch eine Videoplattform ist geplant. (lrg) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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