Kommentar in US-Zeitung

Washington Post: USA als Verlierer der Pandemie - Europa umso st��rker - „nun hat sich der Spieß umgedreht“

Die Coronakrise habe Europa gestärkt, schreibt die Washington Post. Im Vergleich mit den USA habe sich „der Spieß“ umgedreht.

  • Die Washington Post hat die Lage Europas in der Corona-Pandemie kommentiert.
  • Die Krise mache Europa stärker, schreibt die US-Zeitung.
  • Im Vergleich mit den USA habe sich „der Spieß“ umgedreht.

Washington/Brüssel - Die Coronavirus-Krise hat die Europäische Union nach Meinung der „Washington Post“ stärker gemacht, wie die US-Zeitung am Mittwoch kommentiert: „Nachdem es den EU-Staaten weitgehend gelungen ist, die Covid-19-Infektionen zurückzudrängen, kehren sie zu etwas wie einem normalen Leben zurück, Schulen, Geschäfte und Unternehmen öffnen wieder. Vergangene Woche einigten sich die Regierungschefs auf ein wegweisendes Finanzpaket.“

Gemeint ist das Finanzpaket, über das die Staats- und Regierungschefs der 27 EU-Länder bei einem langwierigen Sondergipfel verhandelt haben. Es umfasst insgesamt 1,8 Billionen Euro. Zum einen besteht es aus dem Corona-Hilfspaket über 750 Milliarden Euro zur Abmilderung der durch das Coronavirus verursachten Wirtschaftskrise. Zum anderen aus dem EU-Finanzrahmen von 1074,3 Milliarden Euro, der für den zeitraum von 2021 bis 2027 gelten wird.

Corona-Pandemie stärke Europa: Grund sei Art der Führung

Dass Europa auch während einer solchen Pandemie* gestärkt erscheine, habe es der treibenden Kraft von Bundeskanzlerin Angela Merkel und des französischen Präsidenten Emmanuel Macron zu verdanken. „Vorangetrieben wurde das Zusammenkommen Europas von zwei Politikern der Mitte, der deutschen Kanzlerin Angela Merkel und dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron, die starke Maßnahmen ergriffen haben, um die Epidemie in ihren Ländern unter Kontrolle zu bringen und dann gemeinsam daran gearbeitet haben, das bahnbrechende Finanzpaket zu entwickeln und durchzusetzen“, schreibt die Washington Post.

Dabei hätten viele US-Politiker und -Entscheidungsträger „die EU jahrelang als funktionsgestört verspottet“, was zu Beginn der Coronavirus*-Pandemie auch zuzutreffen schien. „Italien, Spanien und mehrere andere Länder wurden vom Virus erschüttert, während ihre Regierenden wütend Beschuldigungen austauschten."

Nun, fünf Monate später habe sich jedoch der Spieß umgedreht: „Den großen transatlantischen Unterschied zeigt eine Statistik auf: Ende vergangener Woche hatten die 27 EU-Staaten im Schnitt 81 Corona*-Tote am Tag, die USA mehr als 900.“ (dpa) *Merkur.de und tz.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © AFP / FRANCOIS LENOIR

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