Bayerns Ministerpräsident

Markus Söder über Coronavirus: "Kein Anlass zu Entwarnung oder zur Verharmlosung"

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sieht das bayerische Gesundheitssystem gut gerüstet für den Umgang mit dem Coronavirus.
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Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sieht das bayerische Gesundheitssystem gut gerüstet für den Umgang mit dem Coronavirus.

"Es gibt keinen Anlass zu Entwarnung oder zur Verharmlosung", sagt Bayerns Ministerpräsdent Markus Söder im Interview mit dem OVB-Heimatzeitungen über das Coronavirus. In der Wirtschaft seien die Auswirkungen deutlich zu spüren. Das Gesundheitssystem stehe vor einer großen Herausforderung.

Warum gibt es nach wie vor keine zentrale Absage von der Politik für Großveranstaltungen, sondern nur vage Empfehlungen?

Markus Söder: Alle Empfehlungen gehen vom Robert-Koch-Institut in Berlin aus. Das ist die zentrale Kompetenzstelle in Deutschland. Unser Krisenstab folgt den Empfehlungen. Es gibt daher keinen Anlass zu Entwarnung oder zur Verharmlosung. Bayern setzt eins zu eins um, was der Bund beschließt. Jeder sollte sich dazu individuell überlegen, welche Veranstaltung er tatsächlich besuchen will. Und es ist in der aktuellen Situation auch kein Beinbruch, wenn ein Fest mal verschoben wird.

Wie wirkt sich Corona auf die Wirtschaft aus?

Söder: Die Wirtschaft leidet sehr unter der aktuellen Situation. Es ist wichtig, den ökonomischen Schock abzudämpfen. Schon die Ausbreitung in China hat einen großen Einfluss auf die bayerische Wirtschaft gehabt. Heute gibt es zudem verschiedenen Branchen wie Tourismus, die besonders stark betroffen sind. Im Koalitionsausschuss in Berlin wurden auf Initiative Bayerns passgenaue Lösungen erarbeitet: die massive Erweiterung des Kurzarbeitergeldes und einen breiten Liquiditätsschirm. Es muss auch langfristig Hilfe geben – etwa in Form eines Konjunkturpaketes. Wie werden diese Woche noch mit den Spitzen der bayerischen Wirtschaft beraten.

Wie schätzen Sie den Einfluss von Corona auf die Kommunalwahlen ein?

Söder: Wir spüren eine starke Tendenz zu Briefwahl. Aber ich denke keine Partei wird davon profitieren oder Nachteile haben. Mit solch einer Herausforderung macht man keine Parteipolitik.

Müsste es für den Umgang mit dem Coronavirus nicht eine europäische Lösung geben?

Söder: Es ist richtig, ein globales Virus auch international koordiniert zu bekämpfen. Gleichzeitig hat jedes Land sein eigenes Gesundheitssystem, das vor Ort am Besten hilft. Das bayerische Gesundheitssystem ist sehr gut. Aber an einer Krise wie Corona wird deutlich, dass man sich vor globalen gesundheitlichen Risiken nicht abschotten kann. Hoffentlich gibt es bald einen Impfstoff gegen das Coronavirus.

Das Gespräch führte Michael Weiser von den OVB-Heimatzeitungen in Rosenheim. Die OVB-Heimatzeitungen sind Teil des Redaktionsnetzwerkes von Ippen-Digital.

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