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Markus Söder will stufenweise Exit aus Corona-Maßnahmen

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Von: Katja Thorwarth

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Markus Söder (CSU) plant erste Lockerungen im Februar.
Markus Söder (CSU) plant erste Lockerungen im Februar. © Sven Hoppe/dpa

Einst galt Markus Söder als Hardliner in Sachsen Corona-Maßnahmen. Doch nun strebt der bayerische Ministerpräsident Lockerungen bereits Mitte Februar an.

München/Berlin – Die Zahl der Corona-Neuinfektionen* und die damit einhergehende 7-Tage-Inzidenz erreichen beinahe täglich neue Höchststände. So liegt die Corona-Inzidenz bundesweit am Montag (31.01.2022) bei 1176,8. Viele zeigen sich besorgt angesichts dieser Zahlen, andere hingegen sehen aufgrund der als vergleichsweise „harmlos“ eingestuften Corona-Variante* Omikron bereits Möglichkeiten einer baldigen Lockerung.

In die letztere Gruppe reiht sich auch der bislang in Sachen Corona eher als Hardliner bekannte bayerische Ministerpräsident Markus Söder* (CSU) ein. Der CSU-Politiker hält baldige Lockerungen der Corona-Maßnahmen für möglich, entsprechend äußerte er sich am Sonntagabend im Bericht aus Berlin (ARD*).

Corona-Lockerungen: Markus Söder plädiert für Stufenplan

Omikron* ist etwas anderes als Delta“, erklärte Söder im Hinblick auf die aktuell dominante Corona-Variante und will demnach die Maßnahmen anpassen. Mitte Februar gilt bei einigen Expertinnen und Experten als der Zeitpunkt, an dem der Höhepunkt der Omikron-Welle erreicht sein dürfte. Daher, so Söder, könne man schon jetzt über einen Stufenplan nachdenken. Was in jedem Fall unangetastet bleiben soll, sind die Schulen: „Präsenzunterricht aussetzen führt ins Chaos“, sagte der CSU-Chef* und verwies darauf, dass engmaschiges Testen der Schülerinnen und Schülern in Kombination mit der Maskenpflicht ein hohes Maß an Sicherheit ergebe.

Neben der medizinischen brauche es auch eine gesellschaftliche und psychologische Beurteilung, sagte Söder, der betonte, dass eine Non-Covid-Strategie nicht funktioniert – was man am Beispiel von China sehe. Auch sei die Inzidenz alleine nicht mehr aussagekräftig. „Vorsicht ja, aber eben auch mit Hoffnung“, ergänzte der Ministerpräsident seine Forderungen. In der Omikron-Wand müsse man „eine Tür suchen“, die einen Ausstieg anbiete „in eine neue Zeit“.

Corona-Politik: Söder fordert Warnsystem als politische Entscheidungsgrundlage

Als eine Maßnahme schlägt Markus Söder nun die Einführung eines neuen bundesweit gültigen Warnsystems als Entscheidungsgrundlage für die Pandemie-Politik von Bund und Ländern vor. Da die Inzidenzzahl angesichts des Mangels an Testmöglichkeiten ihre „Vorwarnwirkung“ verliere, „brauchen wir ein neues Bewertungssystem, das sich an der Belegung der Krankenhausbetten orientieren sollte“. Dies hatte er im Springer-Blatt Welt am Sonntag gefordert. „Nur so erfahren wir, ob das Gesundheitssystem stabil bleibt – oder ob eine Überlastung droht.“

Hier sieht der CSU-Chef vor allem die Bundesregierung in der Pflicht. „Der Bund ist gefordert, eine funktionierende und aussagekräftige Krankenhaus-Ampel auf den Weg zu bringen.“ Dieses müsse den Anteil des Infektionsgeschehens an der Belegung der Krankenhäuser und eine mögliche Überlastung des Pflegepersonals berücksichtigen.

Am Freitag (28.01.2022) hatte der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, bereits erklärt*, dass man auf den Höhepunkt der Omikron-Welle zusteuere. Entscheidend für die aktuelle Lagebeurteilung seien indes nicht mehr allein die hohen Fallzahlen. Man müsse jetzt auch auf die Krankheitslast und die Krankheitsschwere schauen, befand auch Wieler. (ktho/epd) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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