„Leitindikator“

Vierte Corona-Welle laut Wieler längst da – RKI-Chef will bei Inzidenzwert bleiben

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland steigt weiter an. RKI-Chef Lothar Wieler will am Inzidenzwert festhalten.

Berlin – Die Diskussion über den Umgang mit steigenden Infektionszahlen in der Corona*-Krise in Deutschland ist neu entbrannt. Lothar Wieler, Chef des Robert Koch-Instituts, hat sich weiterhin für die Corona-Inzidenz* als „Leitindikator“ ausgesprochen. Darüber berichtet die Nachrichtenagentur AFP. Wieler habe bei einer Schaltkonferenz zwischen Kanzleramtschef Helge Braun und den Chefs der Staatskanzleien am Montag (26.07.2021) ein Papier präsentiert, in dem er dafür plädierte, an der Inzidenz festzuhalten.

Erst vor einigen Wochen hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn* (CDU*) erklärt, dass der Inzidenzwert in der Corona-Krise an Aussagekraft verliere. In dem Papier von Wieler hieß es, dass Prävention einer hohen Inzidenz „weiterhin die höchste Priorität“ habe. Gleichzeitig soll der RKI-Chef gewarnt haben, dass die vierte Corona-Welle begonnen habe.

RKI-Chef Lothar Wieler will die Sieben-Tage-Inzidenz als „Leitindikator“ in der Corona-Krise beibehalten.

Die Ländervertreter sollen mit Wielers Festhalten an der Niedrig-Inzidenz-Strategie überwiegend nicht einverstanden gewesen sein, so die AFP.  Teilnehmer sprachen sich dagegen aus, die Inzidenz weiter als wichtigsten Maßstab für die Corona-Maßnahmen zu betrachten. Braun erklärte demnach die Frage, welche Bedeutung die Inzidenz künftig haben soll, zur Richtungsentscheidung. Bund und Länder sollten bis zur nächsten Ministerpräsidentenkonferenz am 10. August entscheiden, ob sie ausschließlich dem Ziel folgen, eine Überlastung des Gesundheitssystems zu verhindern - oder ob sie anstreben, die Nachverfolgung der Corona-Infektionen sicherzustellen und somit die Inzidenz niedrig zu halten.

Coronavirus in Deutschland: RKI-Chef Wieler will an Inzidenz festhalten

Für den 10. August ist eine Videokonferenz der Ministerpräsidentinnen und -präsidenten der Länder zusammen mit Bundeskanzlerin* Angela Merkel* (CDU) angesetzt. Die Teilnehmer werden über die künftige Strategie in der Corona-Pandemie beraten. Zuletzt waren Debatten um mehr Freiheiten für Geimpfte sowie neue Richtwerte zur Einschätzung der pandemischen Lage aufgekommen. (marv/afp) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Rüdiger Wölk/imago

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