„Maybrit Illner“

Corona-Streit bei „Maybrit Illner“ eskaliert: Streeck wirft Lauterbach „Spaltung der Gesellschaft“ vor

Einig waren sich Karl Lauterbach und Virologe Hendrik Streeck in den vergangenen Monaten eher selten. Bei „Maybrit Illner“ eskaliert ihr Streitgespräch.

Berlin - SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach* und Top-Virologe Hendrik Streeck kamen in den vergangenen 1,5 Jahren selten auf den gleichen Nenner. Auch in Talkshows stritten die beiden Experten über die Corona*-Politik in Deutschland - zuletzt vor gut einer Woche bei „Markus Lanz“ im ZDF.

Danach sprach Lauterbach bei Twitter allerdings noch von einem „fairen Schlagabtausch“. Am Donnerstag (08.07.2021) saßen sich beide Experten nun bei „Maybrit Illner“ (ZDF) gegenüber. Wieder waren sich beide nicht grün. Dieses Mal erreichte das Streitgespräch der zwei Fachleute allerdings ein ganz neues Niveau.

„Mabrit Illner“ (ZDF): Virologe Streeck wirft Lauterbach „Spaltung der Gesellschaft“ vor

Den ersten Schlag setzte Streeck fast aus dem Nichts: Lauterbachs Kritik an der Stiko „trage zur Spaltung der Gesellschaft bei“, wetterte der Virologe plötzlich. Nachdem Lauterbach protestierte, legte Streeck noch einmal nach: „Ich finde es auch höchst unanständig, wie Sie mir in Interviews unterstellen, dass ich Lockdowns überflüssig finde.“

Mit dem Vorwurf bezog sich Streeck offenbar auf ein aktuelles Spiegel-Interview. Lauterbach sagte, dass es „bei den Kollegen, ob Streeck, Schmidt-Chanasit oder - wie heißt er gleich noch mal? - Klaus Stöhr, immer auf die gleiche These hinausläuft: Der Lockdown war überflüssig. Auf Lauterbach, Drosten oder Melanie Brinkmann, Viola Priesemann hätten wir nicht hören dürfen.“

Virologe Hendrik Streeck (links) greift SPD-Politiker Karl Lauterbach bei „Maybrit Illner“ an. Lauterbach trage zur „Spaltung der Gesellschaft“ bei.

Corona-Streit bei „Maybrit Illner“ (ZDF): Streeck fühlt sich missverstanden

Streeck fühlt sich scheinbar missverstanden - wenn nicht sogar falsch wiedergegeben. Er habe den Lockdown mehrmals als „alternativlos“ bezeichnet. Bei „Maybrit Illner“ wirft er dem Bundestagsabgeordneten Lauterbach „Wahlkampfstil“ vor. Der SPD-Poliker wiegelt ab: Alles sei nicht persönlich gemeint. Ihm gehe es stets rein um den „fachlichen Disput“.

Unterstützung bekommt Lauterbach per Fernschalte aus München: Christina Berndt von der „Süddeutschen“ erinnert Streeck bei „Maybrit Illner“ an Interviews im November 2020. Damals habe er einen Corona-Lockdown als verfrüht abgelehnt. „Ich finde, Sie haben zur Spaltung beigetragen.“

Doch nicht nur der Experten-Zoff war Thema bei „Maybrit Illner“. Lauterbach äußerte auch seine Meinungen zu möglichen Corona*-Lockerungen wie in England. (Jan-Frederik Wendt) *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Jonas Güttler/Imago

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