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Corona-Lage: Spahn sieht „traurigen Höhepunkt an Weihnachten“

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Von: Andreas Apetz

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Die vierte Corona-Welle hat Themen wie den Lockdown und die Impfpflicht auf den Tisch gebrach. Spahn und Wieler sprechen über die aktuelle Lage. Der Live-Ticker.

Update vom Freitag, 03.12.2021, 11.45 Uhr: Die vermutlich letzte Bundespressekonferenz mit Jens Spahn als Gesundheitsminister ist vorbei. Der CDU-Abgeordnete und der Chef des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, sprachen über die aktuelle Corona-Lage. Dabei ging es auch um die bereits beschlossenen und nun folgenden Corona-Maßnahmen sowie die Impfpflicht.

Die derzeit eh schon kritische Situation auf den Intensivstationen würde an Weihnachten „ihren traurigen Höhepunkt“ erreichen, sagte Spahn. Selbst wenn alle beschlossenen Maßnahmen sofort wirken würden, könne man davon ausgehen, dass die Zahlen sich in den kommenden Wochen zunächst verschlimmern würden. Auch Intensivpatienten, die nicht an Corona erkrankt seien, würden unter der pandemischen Entwicklung leiden. Fünf Prozent der notwendigen Operationen für Krebs- und Tumorkranken hätten bereits verschoben werden müssen, erklärte RKI-Chef Wieler.

Gesundheitsminister Jens Spahn und RKI-Chef Lothar Wieler auf dem Weg zur ihrer wohl letzten gemeinsamen Pressekonferenz.
Gesundheitsminister Jens Spahn und RKI-Chef Lothar Wieler auf dem Weg zur ihrer wohl letzten gemeinsamen Pressekonferenz. © Kay Nietfeld/dpa

Corona-Lage: Jens Spahn kann sich keine allgemeine Impfpflicht vorstellen

Eine allgemeine Impfpflicht kann sich Gesundheitsminister Spahn nicht vorstellen, einen Lockdown und flächendeckende 2G plus-Regeln hingegen schon. Auch Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte sind für Spahn ein Thema. Der Gesundheitsminister hatte sich bereits gegen eine allgemeine Verpflichtung zur Impfung ausgesprochen, was nach seinen Angaben auch sein Abstimmungsverhalten bei einem Antrag im Bundestag bestimmen wird. Laut Wieler ist eine solche Pflicht eine „Gewissensfrage“. Man müsse moralische und ethische Aspekte mit den wissenschaftlichen Fakten gegeneinander abwägen.

Die Impfkampagne in Deutschland läuft nach Spahns Worten auf Hochtouren. Bis Weihnachten sei genug Impfstoff da, um die gesamte deutsche Bevölkerung zu impfen. Die Verimpfung aller Dosen sei das „größte Weihnachtsgeschenk“, dass sich Deutschland machen könne, so der CDU-Abgeordnete. Bei der weiteren Bekämpfung der Pandemie sei neben dem Boostern auch die konsequente Durchsetzung der beschlossenen Maßnahmen essenziell. Um die Zulassung neuer Corona-Medikamente würde man sich ebenfalls bemühen.

Corona-Pressekonferenz beendet: Spahn und Wieler über Impfpflicht, neue Corona-Regeln und mögliche Medikamente

+++ 11.04 Uhr: Die abschließenden Worte gehören Gesundheitsminister Jens Spahn. Man könne sich glücklich schätzen, so viele Expertinnen und Experten im Land zu haben. „Ein besonderer Dank geht an Herrn Wieler“, bedankt sich Spahn. Auch bei der Presse bedankt sich der Abgeordnete und verlässt seine voraussichtlich letzte Bundespressekonferenz als Gesundheitsminister.

+++ 10.59 Uhr: „Es gibt nicht diese eine Maßnahme, mit der wir alles lösen“, erklärt RKI-Chef Lothar Wieler. Entscheidend sei jedoch der Immunschutz. Erneut der Aufruf zur Impfung: „Lieber hole ich mir den Immunschutz durch eine Impfung, als durch eine Infektion.“ Man dürfe sich jedoch nicht nur auf eine Maßnahme verlassen. Alle weiteren Corona-Regeln seien ebenfalls notwendig, um die Inzidenz zu senken.

+++ 10.56 Uhr: Spahn betont erneut, dass genug Impfstoff da sei, um allen Deutschen eine Impfung zu ermöglichen. Mit der Spende von Impfdosen der EU wolle man dazu beigetragen „die Welt zu impfen“. Auch Deutschland erhielt im Zuge der Spende mehrere Millionen Dosen Impfstoff.

+++ 10.52 Uhr: Zu den Nebenwirkungen und Langzeitfolgen von Corona-Impfungen bei Kindern, sagt Jens Spahn, es sei ein sensibles Thema. Es ginge nicht um „Impfung oder keine Impfung“, sondern um „Infektion oder keine Infektion“. Es verstünde die Sorgen der Eltern. Man arbeite einer Empfehlung der Ständigen Impfkommission für einen Impfstoff, der auch Kindern verabreicht werden soll.

+++ 10.48 Uhr: Man habe hohes Interesse an Therapeutika und Medikamenten.

+++ 10.45 Uhr: Auch Medikamente werden in der Corona-Bekämpfung einer „große Rolle“ spielen, sagt Jens Spahn. Es gäbe zahlreiche vielversprechnde Ansätze. Man sei bereits in Gesprächen mit mehreren Pharmakonzernen.

+++ 10.43 Uhr: Kommt eine fünfte Welle? Wieler beteuert, dass nur Impfungen und die strikte Durchsetzung der Corona-Regeln eine fünfte Welle verhindern könnten. „Ein Großteil der Menschen hat verstanden, dass wir uns in einer Notsituation befinden“, so der RKI-Chef.

+++ 10:40 Uhr: Auf die Frage, warum Fußballspiele mit zehntausenden Zuschauern erlaubt sind, erklärt Spahn, dass die mit Maskenpflicht, 2G plus-Regel und Alkoholverbot durchaus möglich seien. Die Umsetzung der Maßnahmen sei oft eine andere Sache. Auch er kenne die Fotos aus den Stadien.

+++ 10.38 Uhr: Werden sich Spahn und Wieler gegenseitig vermissen, fragt eine Journalistin. Spahn und Wieler schmunzeln. Spahn sagt, beide seien froh, ihren Teil zur Bekämpfung der Pandemie geleistet zu haben. „Dafür bin ich dankbar“, so der Gesundheitsminister.

+++ 10.36 Uhr: „Wir sind oft nicht schnell genug, wenn es darum geht, sich an das Infektionsgeschehen anzupassen“, sagt Spahn. Die beschlossenen Maßnahmen müssten dafür dann auch umso härter sein.

+++ 10.34 Uhr: Wieler mahnt: „Wir können nicht jeden schützen. Bei diesen hohen Inzidenzen können wir nicht jeden schützen.“ Deshalb müsse man die neuen Maßnahmen nun konsequent durchsetzten. Nur so könne man die Fallzahlen senken.

+++ 10.33 Uhr: Spahn betont erneut, wie wichtig Kontaktbeschränkungen seien. Es sei nach wie vor „fünf nach zwölf“. Auch Wieler lobt die kommenden Verschärfungen. „Sie sind richtig und wichtig.“ Man müsse sie jedoch konsequenter durchsetzten. Dies sei in den letzt Wochen nicht geschehen. Die positiven Effekte strengerer Regeln, können man bereits in anderen Ländern beobachten.

Corona-Impfpflicht in Deutschland: Spahn und Wieler nenen Details

+++ 10.29 Uhr: Wieler spricht von einem langen Prozess bis es wirklich zur Impfpflicht kommen würde. Es müssten viele Entscheidungen getroffen werden. Ethische und moralische Argumente müssten gegen die wissenschaftlichen Fakten abgewogen werden. Die Impfpflicht sei eine „Gewissensfragen“. Allerdings sei es schwer, die Pandemie zu einem Stillstand zu bringen, solange nicht aller Personen in Deutschland einen Impfschutz haben.

+++ 10.26 Uhr: Spahn spricht über die Impfpflicht: Der Gesundheitsminister ist gegenüber einer Durchsetzung sehr skeptisch. Er habe sein Versprechen dagegen gegeben und dies würde sein Abstimmungsverhalten bestimmen. 2G-Regelungen und einen Lockdown würde er befürworten, eine allgemeine Impfpflicht könne er sich jedoch nicht vorstellen. Wie sie genau aussehen würde, überließe er den Kollegen, die den Gesetzesentwurf erarbeiten.

+++ 10.20 Uhr: Zur Dunkelziffer: Die Labore sowie die Gesundheitsämter arbeiten am Limit, erklärt Spahn. Deswegen käme es zu einer Untererfassung der Corona-Fallzahlen. Die Dunkelziffer sei zwei bis drei Mal so hoch. „Das beste, was wir dagegen tun können, ist es, die Infektionszahlen zu senken“, sagt Spahn. Nur so würde man die allgemeine Situation entspannen.

Corona-Lage: Spahn spricht von „traurigem Höhepunkt an Weihnachten“

+++ 10.15 Uhr: „Wir haben keine Zeit zu verlieren“, sagt Wieler. Besonders Krebs- und Tumorpatient:innen würden unter der Belastung der Intensivstationen leiden. Bereits fünf Prozent der notwendigen Operationen mussten bereits verschoben werden, erklärt Wieler. „Bitte lassen Sie sich impfen.“

+++ 10.14 Uhr: Die Omikron-Variante sorgt für steigende Fallzahlen. Sie sei jedoch noch nicht ausreichend erforscht, könne aber ansteckender als die Delta-Variante sein. Kontaktbeschränkungen seien das effektivste Mittel zur Reduktion der Infektionszahlen.

+++ 10:12 Uhr: Mehr als ein Prozent der Bevölkerung sei infiziert. Die Dunkelziffer sie etwa doppelt so hoch. Auch mit einem Anstieg der Todeszahlen sei in den nächsten Wochen zu rechen.

+++ 10.11 Uhr: Nun hat RKI-Chef Lothar Wieler das Wort.

+++ 10.09 Uhr: Spahn bedankt sich bei allen Beteiligten der Impfkampagne. Durch unsere Kraftanstrengung sei es gelungen, die Impfziele wieder voranzutreibe. Das Verimpfen aller Impf-Dosen sei für Deutschland „das größte Weihnachtsgeschenk“.

+++ 10.07 Uhr: Mit den Booster-Impfungen geht es voran. Bis zum Jahresende soll weiter aufgestockt werden. Mittlerweile sei bereits jede dritte Person über 60 aufgefrischt worden. Außerdem sei „genug Impfstoff vorhanden“. Bis zum Jahresende folgen weitere Lieferungen.

+++ 10.06 Uhr: Spahn betont, dass, selbst wenn die alle neu festgesetzten Corona-Regeln sofort wirken würden, so erreiche das Infektionsgeschehen an Weihnachten seinen „traurigen Höhepunkt“. Dies würden besonders die Intensivstationen spüren.

+++ 10.03 Uhr: Flächendeckende Maßnahmen für Ungeimpfte seien die logische Konsequenz aus den letzten Wochen. Es sei nötig, um die Intensivstationen in den nächsten Wochen zu entlasten.

+++ 10.02 Uhr: Spahn hat das Wort. Ist die Corona-Pandemie die „Pandemie der Ungeimpften“? Geimpfte seien Teil des Infektionsgeschehens. Die Inzidenz der Ungeimpften sei allerdings deutlich höher – besonders auf den Intensivstationen.

+++ 10.00 Uhr: Die mutmaßlich letzte Bundespressekonferenz des derzeitigen Gesundheitsminiser Spahn hat offiziell begonnen.

+++ 9.55 Uhr: In wenigen Minuten beginnt die Bundespressekonferenz mit Gesundheitsminister Jens Spahn und RKI-Chef Lothar Wieler. Thema wird die aktuelle Corona-Lage in Deutschland sein. Diskutiert werden könnten die Impfpflicht, ein neuer Lockdown, eine flächendeckende 2G plus-Regel und weitere Corona-Maßnahmen.

Bundespressekonferenz am Freitag: Spahn und Wieler über die aktuelle Corona-Lage

Erstmeldung vom Freitag, 03.12.2021, 9.40 Uhr: Berlin – Das Coronavirus hat Deutschland weiterhin fest im Griff. Nachdem die Sieben-Tage-Inzidenz bundesweit an drei Tagen in Folge gesunken war, ist nun wieder ein Anstieg zu verzeichnen*. Bereits am Donnerstag (02.12.2021) tagte der Corona-Gipfel und sprach über die wichtigsten Grundsatzentscheidungen zur Eindämmung der Pandemie. Es ging unter anderem um Themen wie die Impfpflicht, die bundesweite 2G-Reglung sowie weitere Kontaktbeschränkungen.

Am Freitag wollen RKI-Chef Lothar Wieler und der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn gegen 10.00 Uhr auf einer Pressekonferenz über das geplante Impfmanagement zur Bekämpfung der vierten Corona-Welle informieren.

Corona-Gipfel: Bund und Länder wollen Impf-Kampagne ausweiten

Während des Corona-Gipfels beschlossen Bund und Länder, den Kreis der impfberechtigten Fachkräfte weiter auszuweiten. Auch Ärztinnen und Ärzte an Apotheken und Pflegefachkräfte in Altenheimen sowie Zahnärzte sollen bald zum „Kreis der Berechtigten“ gehören. Der Arbeitgeberverband Pflege begrüßt diese Pläne.

Die Bundeszahnärztekammer sieht das Vorgehen hingegen kritisch: Corona-Impfungen in Zahnarztpraxen seien ab sofort noch nicht möglich. „Wir bitten daher alle Patientinnen und Patienten, von Anrufen in der Zahnarztpraxis abzusehen“, sagte Christoph Benz, Präsident der Zahnärztekammer. „Sobald es losgeht in den Praxen, geben wir ein Startzeichen.“

Corona in Deutschland: Kommt die Impfpflicht?

Eine Corona-Impfung ist in Deutschland ab fünf Jahren möglich, eine Booster-Impfung ab 18 Jahre. Bisher ist das Impfen in Deutschland freiwillig, doch das Thema Impfpflicht rückt immer weiter in den Mittelpunkt der Corona-Debatte. Seit Monaten stagniert die deutsche Impfquote. Der voraussichtliche Kanzler Olaf Scholz* (SPD*) sprach sich bereits für eine allgemeine Impfpflicht aus. Er kündigte außerdem an, alle nötigen Papiere vorzubereiten, um noch in diesem Jahr den Antrag für eine Abstimmung im Bundestag vorzubereiten.

Angesichts der zu erwartenden Verschärfung der Corona-Maßnahmen scheint auch eine Impfpflicht nicht weit weg zu sein. Im Bereich des Gesundheitswesens soll eine Impfpflicht für Krankenhaus- und Pflegeheimpersonal bereits ab Mitte März nächsten Jahres gelten. Konkrete Planungen zu verpflichtenden Impfung sind noch nicht bekannt. Bisher wurde eine flächendeckende 2G- beziehungsweise 2G plus-Regelung als Präventivmaßnahme zur Senkung der Infektionszahlen vorgeschlagen. (aa) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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