Vor Corona-Gipfel

52 Millionen Corona-Geimpfte und „niemand ist ein Alien geworden“: Scholz kontert Impfgegnern

Olaf Scholz (SPD)
+
Olaf Scholz (SPD) wirbt weiter für Corona-Impfungen. (Archivbild)

Vor dem Corona-Gipfel wirbt Vizekanzler Olaf Scholz weiter für die Impfung – und fordert ein Ende der kostenlosen Tests.

Frankfurt/Osnabrück – Die Impfkampagne gegen das Coronavirus* in Deutschland hatte im Frühling an Fahrt aufgenommen. Doch auch wegen zahlreicher Lockerungen der Corona-Regeln infolge einer recht überschaubaren Inzidenz ist das Impftempo derzeit rückläufig.

Vor dem Corona-Gipfel am Dienstag hat Olaf Scholz* (SPD*) nun weiter für Impfungen geworben. Ginge es nach dem Finanzminister und Vizekanzler, wären Corona-Tests zudem bald kostenpflichtig.

Olaf Scholz wirbt für Corona-Impfungen: „Niemand ist ein Alien geworden“

Inzwischen seien 52 Millionen Menschen geimpft und „niemand ist ein Alien geworden“, sagt der SPD-Kanzlerkandidat der Neuen Osnabrücker Zeitung. „Viele, die bislang skeptisch gewesen sind, werden sich nun hoffentlich auch impfen lassen, und dann müssen sie sich auch nicht länger testen lassen.“

„Die Tests sollten in absehbarer Zeit nicht mehr aus Steuermitteln bezahlt werden“, fügt Scholz hinzu. Es sei genug Corona-Impfstoff* vorhanden, sodass sich jeder Erwachsene impfen lassen könne. Der Vizekanzler plädiert für einen Zeitpunkt „im Herbst, damit sich die Leute darauf einstellen können“.

Laut dem Entwurf einer Beschlussvorlage für die Bund-Länder-Konferenz sollen die bisher kostenlosen Corona-Schnelltests im Oktober für die meisten Bürgerinnen und Bürger abgeschafft werden. Das konkrete Datum wird in dem Papier allerdings offen gelassen.

Corona-Gipfel am Dienstag: Debatte über Einschränkungen für Nichtgeimpfte

Anders als etwa Hamburgs SPD-Bürgermeister Peter Tschentscher spricht sich Olaf Scholz der NOZ zufolge gegen einen Ausschluss Nichtgeimpfter vom öffentlichen Leben aus: „Wir haben die Tests eingerichtet, damit die Leute bei negativem Ergebnis auch ins Restaurant, Kino oder den Fitnessclub gehen dürfen.“ Dabei sollte es auch bei steigenden Inzidenzen bleiben – „auch, um den Überblick über das Pandemiegeschehen zu behalten“, sagt er.

In der Beschlussvorlage ist von einer sogenannten 3G-Regel die Rede, die den Zutritt zu zahlreichen Orten nur noch für Geimpfte, Genesene oder getestete Menschen erlaubt. Wer weder geimpft noch kürzlich von einer Covid-19-Erkrankung genesen ist, soll zu bestimmten Einrichtungen nur bei Vorlage eines negativen Corona-Tests Zugang bekommen. Ein Antigen-Schnelltest darf dabei nicht älter als 24 Stunden, ein PCR-Test nicht älter als 48 Stunden sein.

Beschlussvorlage beim Corona-Gipfel: Geimpft, getestet, genesen – Hier soll die „3G-Regel“ greifen

  • Krankenhäuser
  • Pflegeheime
  • Veranstaltungen
  • Gottesdienste
  • Fitnessstudios
  • Hotels
  • Innengastronomie
  • Körpernahe Dienstleistungen

Corona-Gipfel: Einschränkungen für Nichtgeimpfte möglich

Olaf Scholz vermutet allerdings, dass absehbar mehr und mehr Einrichtungen ausschließlich Geimpfte zulassen würden, um auf Nummer sicher zu gehen. Neben der künftigen Corona-Strategie geht es bei den Beratungen von Bundeskanzlerin* Angela Merkel* (CDU*) und den Regierungschefs der Bundesländer am Dienstag auch um Hilfeleistungen für die von der Hochwasser-Katastrophe im Juli betroffenen Regionen. Dabei wird ein milliardenschwerer Wiederaufbau-Fonds diskutiert. (lrg/afp) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare