Kommunistische Partei feiert sich selbst

China feiert pompöse Partei zum 100. Geburtstag der Partei in Peking

Die Kommunistische Partei China feiert ihr 100-jähriges Bestehen mit einer gigantischen Show. Präsident Xi kündigt den Aufstieg zur Weltmacht an.

Peking - Militärparade, Salutschüsse, das volle Programm. Die Kommunistische Partei Chinas hat den 100. Jahrestag ihrer Gründung mit einer gigantischen Show gefeiert. Präsident Xi Jinping verkündete den „unumkehrbaren“ Aufstieg der Volksrepublik zur Weltmacht. Die Zeit der Fremdbestimmung und Schikane aus dem Ausland sei endgültig vorbei, so der Staatschef in seiner Rede auf dem Tiananmen-Platz im Herzen der Hauptstadt.

Vor einem überlebensgroßen Porträt von Partei- und Staatsgründer Mao Zedong sagte Xi, die Partei habe Millionen von Menschen aus der Armut geholt und auch viel zur globalen Entwicklung beigetragen. Er betonte, China* werde mit dem Aufbau einer Armee von „Weltklasse“ fortfahren, um seine nationalen Interessen zu verteidigen. Wer es feindlich mit China oder der Partei meine, „dem droht Blutvergießen vor einer großen Mauer aus Stahl, die von mehr als 1,4 Milliarden Chinesen aufgestellt wird“, so Xi laut der Nachrichtenagentur afp.

China: Partei feiert sich mit pompöser Show in Peking

An der folgenden Mega-Show nahmen hunderttausende Personen teil. Chöre stimmten patriotische Lieder an. 56 Kanonen, die die 57 anerkannten ethnischen Minderheiten in China repräsentierten, feuerten 100 Salutschüsse ab. Kampfflugzeuge flogen in Formation über den Platz des Himmlischen Friedens. Den Höhepunkt bildete eine Schar von Helikoptern, die am Himmel die Zahl 100 bildeten und in ganz Peking zu sehen waren, wie zahllose Posts in den sozialen Medien beweisen.

Die Partei in China feiert sich mit 56 Kanonen auf dem Tiananmen-Platz in Peking.

Die Kommunistische Partei Chinas wurde im Sommer des Jahres 1921 von Mao Zedong in Schanghai gegründet. Anfangs bestand die Partei nur aus einer Handvoll Männer. Nach dem Langen Marsch zwischen 1934 und 1935 setzten sich die Truppen der Partei gegen die nationalistische Kuomintang durch. 1948 übernahm Mao die Macht in China und gründete die heutige Volksrepublik in Peking. Heute hat die Partei über 90 Millionen Mitglieder.

China: Xi Jinping treibt den Personenkult voran

Der jetzige Präsident Xi Jinping hat in den acht Jahren seiner Macht den massiven Personenkult, wie er unter Mao in China praktiziert worden war, wieder zurückgebracht. Er schaffte die Begrenzung der Amtszeit des Präsidenten ab. Einen möglichen Nachfolger hat er bislang nicht aufgebaut. Auch die Stellschrauben gegenüber Oppositionellen* - auf dem Festland wie in der Sonderverwaltungszone Hongkong - wurden unter Xi weiter angezogen.

Die Feierlichkeiten zum Gründungsjubiläum der KP fielen mit dem 24. Jahrestag der Übergabe der ehemaligen britischen Kronkolonie Hongkong an China zusammen. In der Vergangenheit bildete dieser Tag den Anlass für Großdemonstrationen gegen den wachsenden Einfluss Pekings in den Straßen der Finanzmetropole. In diesem Jahr setzten mehr als 10.000 Polizisten die geltenden Versammlungsverbote durch. Ein Marsch von vier Aktivisten wurde von 200 Polizisten flankiert.

Kommunistische Partei Chinas
Parteivorsitzender (Generalsekretär)Xi Jinping
Gründung1921
Gründungs­ortSchanghai
Mitglieder­zahl91,91 Millionen

China: Corona-Krise stört die Feierlichkeiten nicht

Die Feierlichkeiten vor dem Eingang der Verbotenen Stadt an einem Ende des Tiananmen-Platzes fanden ohne jegliche Abstandsregeln statt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer trugen keine Masken. Die Corona*-Pandemie gilt in China als überwunden. Ganz im Stile der autoritären Politik der Regierung unter Xi Jinping reagieren die Behörden auf jede Meldung neuer Infektionen mit einer rigorosen „Null-Covid-Politik“, die strenge Ausgangssperren, Massentests und Kontaktverfolgung beinhaltet. (Daniel Dillmann mit Agenturen) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN-MEDIA

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