CDU-Spendenaffäre: Eine Chronologie

4. November 1999: Gegen den früheren CDU-Schatzmeister Walther Leisler Kiep wird Haftbefehl erlassen. Er wird verdächtigt, 1991 von dem Waffenhändler Karlheinz Schreiber eine Million DM als Spende für die CDU erhalten und nicht versteuert zu haben.

26. November 1999: Der frühere CDU-Generalsekretär Heiner Geißler räumt ein, dass die Partei in der Ära Kohl "schwarze Konten" geführt habe.

30. November 1999: Helmut Kohl übernimmt die politische Verantwortung für die Führung verdeckter Parteikonten.

2. Dezember 1999: Der Bundestag setzt einen Untersuchungsausschuss zur Spendenaffäre ein.

16. Dezember 1999: In einem Fernsehinterview gibt Helmut Kohl zu, zwischen 1993 und 1998 bis zu zwei Millionen Mark illegal angenommen zu haben.

21. Dezember 1999: Die ehemalige CDU-Generalsekretärin Angela Merkel geht auf Distanz zu Helmut Kohl.

3. Januar 1999: Die Staatsanwaltschaft Bonn eröffnet offiziell das Ermittlungsverfahren gegen Helmut Kohl wegen des Verdachts zur Untreue zum Nachteil der Partei.

10. Januar 2000: Wolfgang Schäuble gibt zu, von Schreiber 1994 eine Barspende von 100.000 Mark entgegengenommen zu haben.

14. Januar 2000: Der ehemalige Vorsitzende der hessischen CDU, Manfred Kanther, gibt zu, dass die Landespartei 1993 geheime Auslandskonten eingerichtet hat.

18. Januar 2000: Ein Bild mit Symbolcharakter. Kohl verlässt am 30. November 1999 frühzeitig eine Pressekonferenz. Knapp zwei Monate später gibt er seinen Ehrenvorsitz ab. 

19. Januar 2000: Merkel gibt bekannt, dass bei der Überprüfung der CDU-Kassenbücher aus der Amtszeit Kohls weitere Millionen unbekannter Herkunft entdeckt worden seien.

15. Februar 2000: Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD) verhängt gegen die CDU wegen des falschen Rechenschaftsberichts von 1998 eine Buße von 41,3 Millionen Mark.

16. Februar 2000: Schäuble kündigt an, für das Amt des Parteichefs und des Fraktionsvorsitzenden nicht mehr zu kandidieren.

9. März 2000: Kohl will als Wiedergutmachung nahezu sechs Millionen Mark an die Partei überweisen, um den finanziellen Schaden auszugleichen.

28. März 2000: Es wird bekannt, dass die Stasi jahrelang wichtige CDU-Finanzexperten abgehört hat und damit über die schwarzen Spenden Bescheid wusste.

10. April 2000: Merkel löst Schäuble an der Spitze der CDU ab.

Ende 1999 wurde die CDU von einer Spendenaffäre erschüttert.  Wir haben für Sie die wichtigsten Ereignisse des Politkrimis zusammengestellt.

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