Schluss mit der „Teilzeitfalle“?

„Brückenteilzeit“: Bundestag stimmt für umstrittene neue Regelung

+
Bundestag

Zurück in die Vollzeit: Dieses Recht sollen künftig die deutschen Arbeitnehmer haben - allerdings bei weitem nicht alle. Der Bundestag hat am Donnerstag für die „Brückenteilzeit“ votiert.

Berlin - Arbeitnehmer in Deutschland erhalten ein Recht auf die Rückkehr von einer Teilzeitstelle in Vollzeit. Der Bundestag stimmte am Donnerstag mehrheitlich für ein entsprechendes Gesetz. Die sogenannte Brückenteilzeit wird zu Beginn des Jahres 2019 eingeführt. Die vereinbarte Arbeitszeit kann für ein bis fünf Jahre verringert werden. Das gilt für Unternehmen mit mehr als 45 Arbeitnehmern.

„Wir müssen in Deutschland dafür sorgen, dass die Arbeit besser zum Leben passt und nicht umgekehrt“, sagte Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD). Die vereinbarte Arbeitszeit kann laut dem Gesetz für ein bis fünf Jahre verringert werden. Das gilt für Unternehmen mit mehr als 45 Arbeitnehmern.

Vor allem Frauen bislang in der „Teilzeitfalle“

Heil wies auch Befürchtungen zurück, das neue Gesetz zur Brückenteilzeit werde zu übermäßigen Belastungen für die Arbeitnehmer führen. Die Novelle sei "ein vernünftiger und pragmatischer Weg", sagte Heil im Bayerischen Rundfunk. "Das überfordert kein Unternehmen."

Insbesondere Frauen landen in der "Teilzeitfalle": Haben sie etwa nach der Geburt eines Kindes ihre Arbeitszeit reduziert, finden sie häufig nicht mehr zurück in einen Vollzeitjob. Von den knapp neun Millionen Beschäftigten mit sozialversicherungspflichtigen Teilzeitjobs sind fast 80 Prozent weiblich. Die Folge ist oft Armut bis ins hohe Alter. Denn Teilzeit schmälert auch die Rentenansprüche.

Eine Anfrage der Linkspartei hatte im Sommer allerdings auch gezeigt: Die nun verabschiedete Regelung zur Brückenteilzeit hilft vielen Müttern in der Praxis nicht. Vertreter der Oppositionsparteien kritisierten, dass wegen der festgelegten Betriebsgrößen viele Beschäftigte gar nicht in den Genuss der Brückenteilzeit kommen würden. Linke und Grüne enthielten sich bei der Abstimmung, AfD und FDP stimmten dagegen.

Das Kabinett hatte bereits im Juni grünes Licht für den Gesetzentwurf gegeben.

dpa/AFP/fn

Kommentare