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Joe Biden: Republikanerin tituliert US-Präsidenten als „Stück Scheiße“

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Von: Lukas Rogalla, Christian Stör

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Während Joe Bidens Rede an die Nation fallen zwei Republikanerinnen aus der Rolle. Nun setzt Marjorie Taylor Greene noch eins obendrauf.

Update vom Donnerstag, 03.03.2022, 11.00 Uhr: Die Rede von Joe Biden zur Lage der Nation dürfte vielen Menschen in den USA in Erinnerung bleiben. Der Gehalt der Ansprache spielt dabei allerdings keine große Rolle. Vielmehr sorgte der Auftritt der beiden Republikanerinnen Lauren Boebert und Marjorie Taylor Greene für allgemeines Kopfschütteln (s. Update v. 02.02.2022, 09.25 Uhr).

Nun hat Taylor Greene noch einmal nachgelegt. Im rechtskonservativen Right Side Broadcasting Network sparte sie dabei nicht mit Beleidigungen, nannte Joe Biden „geistig inkompetent“, „nichtsnutzig“, „schwachsinnig“ und bezeichnete ihn gleich zweimal als „Stück Scheiße“ oder „Dreckstück“, einmal wählte sie dabei die Formulierung „piece of crap“, bevor sie später zum Begriff „piece of shit“ überging.

Die Verschwörungsfanatikerin Taylor Green konnte es sich auch nicht verkneifen, vom „Globalisten“ zu sprechen, der die USA nicht schütze, weil er im Interesse Chinas und Russlands arbeite. Gleichzeitig behauptete sie allerdings auch ernsthaft, Biden hätte „Tausende von Truppen“ nach Osteuropa geschickt, um die Grenzen der Ukraine zu verteidigen (und das, obwohl Biden ihrer Ansicht nach von Russland kontrolliert wird).

Marjorie Taylor Greene.
Marjorie Taylor Greene hält nichts von Joe Biden. © Evenlyn Hockstein/AFP

Joe Biden: Republikaner blamieren sich bei State of the Union

+++ 09.25 Uhr: In den USA ist es eigentlich üblich, dass die Nation in Zeiten der Krise zusammenrückt. Doch nach der Amtszeit von Donald Trump ist alles anders geworden. Ein gutes Beispiel dafür ist Joe Bidens Rede zur Lage der Nation. Hier taten sich vor allem zwei Republikanerinnen hervor, die als treue Anhängerinnen von Donald Trump ihren Unmut über Joe Biden freien Lauf ließen – und sich dabei nur selbst blamierten. Besonders peinlich war der Auftritt der Abgeordneten Lauren Boebert.

Gegen Ende seiner Rede sprach Biden nämlich ein Thema an, das ihn persönlich sehr mitnimmt. Es ging um sogenannte Brandgruben („Burn Pits“), in denen das US-Militär tonnenweise Müll zu verbrennen pflegt. Der dabei entstehende giftige Rauch führt immer wieder zu schweren Krankheiten, eventuell gar zum Tod. Tatsächlich erwähnte Biden dann seinen Sohn Beau Biden, der als Offizier der Nationalgarde von Delaware im Irak-Krieg diente und später an einem Hirntumor starb – möglicherweise als Opfer der riesigen Brandgruben.

State of the Union: Boebert schreit Joe Biden an

Gerade in diesem Augenblick sprang Boebert auf und klagte Biden schreiend an, er sei persönlich für den Tod von 13 US-Soldaten verantwortlich. Er sei ja wohl derjenige, der die US-Soldaten in „flaggenbehangene Särge“ (ein Ausdruck, den Biden zuvor erwähnt hatte) gepackt hätte. Dabei bezog sie sich auf einen Terroranschlag während des chaotischen Rückzugs aus Afghanistan. Boebert erntete für ihren unsensiblen Ausfall sofort Buhrufe der Demokraten. Danach ehrte Biden betroffene Soldaten und deren Familien, die bei der Rede vor beiden Kammern des Kongresses zugegen waren.

Boebert fiel noch ein zweites Mal aus der Rolle. Als Biden die Lage an der Grenze zu Mexiko erwähnte, versuchte sie zusammen mit Marjorie Taylor Greene, die erst am Freitag (25.02.2022) auf einer Veranstaltung der extremen Rechten aufgetreten war, eine ihrer liebsten Parolen zu skandieren: „Baut die Mauer!“ Doch ihr Ruf fiel auf taube Ohren.

Lauren Boebert und Marjorie Taylor Greene stimmen ihren Schlachtruf an: „Baut die Mauer!“
Lauren Boebert und Marjorie Taylor Greene stimmen ihren Schlachtruf an: „Baut die Mauer!“ © afp

Joe Biden droht Moskau – „Putin hat Gewalt und Chaos entfesselt“

+++ 06.26 Uhr: Der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, Joe Biden, hat Kremlchef Wladimir Putin wegen des Einmarschs in die Ukraine mit harten Konsequenzen gedroht und neue Strafmaßnahmen angekündigt. „Putin hat Gewalt und Chaos entfesselt. Aber während er auf dem Schlachtfeld vielleicht Gewinne erzielt, wird er langfristig einen hohen Preis zahlen“, sagte Biden bei seiner ersten Ansprache zur Lage der Nation am Dienstagabend (Ortszeit) vor beiden Kammern des US-Kongresses. „Wenn Diktatoren keinen Preis für ihre Aggression zahlen, verursachen sie mehr Chaos.“

NameJoseph „Joe“ Robinette Biden, Jr.
Geburtsdaten20.11.1942, Scranton (USA)
Position46. Präsident der Vereinigten Staaten

Biden kündigte an, dass nach der Europäischen Union und Kanada auch die USA ihren Luftraum für russische Flugzeuge sperren würden. Dieser Schritt werde Russland weiter isolieren und die wirtschaftlichen Kosten für Moskau infolge des Angriffs auf die Ukraine nochmals erhöhen. Der russische Präsident habe gedacht, er könne den Westen spalten und die Nato würde nicht reagieren. „Putin hat sich geirrt“, sagte Biden. Man werde weiter zusammenstehen.

„Putin isolierter als jemals zuvor“ – Joe Biden greift Russlands Präsidenten scharf an

+++ 03.26 Uhr: Bei seiner Rede zur Lage der Nation hat US-Präsident Joe Biden nach dem russischen Angriff auf die Ukraine eine deutliche Botschaft an Wladimir Putin gerichtet. „Wenn Diktatoren keinen Preis für ihre Aggression zahlen, verursachen sie mehr Chaos“, sagte Biden am Dienstagabend (Ortszeit) in Washington. Aus diesem Grund sei die Nato gegründet worden. Russlands Präsident habe gedacht, er könne den Westen spalten und die Nato würde nicht reagieren. „Putin hat sich geirrt“, so Biden. Man werde weiter zusammenstehen.

USA - Lage der Nation
Joe Biden, Präsident der USA, spricht zu Abgeordneten bei seiner Rede zur Lage der Nation vor einer gemeinsamen Sitzung des Kongresses im Kapitol. © Jim Lo Scalzo/dpa

„Putins Krieg war vorsätzlich und grundlos“, mahnte Biden. Putin habe sich entschieden, die Bemühungen um Diplomatie abzulehnen. „Wir fügen Russland Schmerz zu und unterstützen das ukrainische Volk. Putin ist jetzt von der Welt isolierter als jemals zuvor.“ Biden hat nach dem russischen Angriff auch den Widerstand und den Mut der Ukrainer gelobt. „Ihre Furchtlosigkeit, ihr Mut und ihre Entschlossenheit inspirieren die Welt“, sagte er. Die ukrainische Botschafterin Oksana Markarova ist im Kapitol – und von Bidens Rede sichtlich gerührt.

Update vom Mittwoch, 02.03.2022, 00.25 Uhr: In seiner Rede zur Lage der Nation wird US-Präsident Joe Biden die Geschlossenheit des Westens gegenüber Russland im Ukraine-Krieg hervorheben. Wladimir Putin habe gedacht, dass der Westen und die Nato auf einen Angriff auf die Ukraine „nicht antworten“ würden, heißt es in Bidens am Dienstag in Auszügen vorab veröffentlichtem Redetext. Putin habe auch geglaubt, dass er die westlichen Staaten „spalten“ könne. „Putin lag falsch. Wir waren bereit.“

In der als „State of the Union Address“ bekannten Ansprache vor dem Kongress wird Biden laut Redetext auch die harten Sanktionen gegen Russland verteidigen. „In unserer Geschichte haben wir diese Lektion gelernt: Wenn Diktatoren keinen Preis für ihre Aggression bezahlen, dann stiften sie noch mehr Chaos. Sie machen weiter. Und die Kosten und Bedrohungen für Amerika und die Welt steigen weiter an.“ Deswegen sei nach dem Zweiten Weltkrieg die Nato gegründet worden - um „Frieden und Sicherheit in Europa“ zu garantieren.

Joe Biden spricht vor dem Kongress – auch zum Ukraine-Krieg

Erstmeldung vom Dienstag, 01.03.2022, 17.28 Uhr: Washington, D.C. – Bei der Rede zur Lage der Nation von US-Präsident Joe Biden wird es am Dienstagabend (21 Uhr Ortszeit, 3 Uhr MEZ) nicht nur um die USA, sondern vor allem um die Ukraine gehen, die vergangene Woche von Russland angegriffen wurde.

Bei der als „State of the Union Address“ bekannten Ansprache vor beiden Kongresskammern (Repräsentantenhaus und Senat) will Joe Biden nach Angaben seiner Sprecherin Jen Psaki* sein Vorgehen gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin darlegen.

USA: Joe Biden äußert sich zum Ukraine-Krieg und innenpolitischen Themen

Zugleich will der 79-jährige US-Präsident demnach eine Botschaft des „Optimismus“ aussenden und seinen „Glauben an die Widerstandsfähigkeit und Stärke des amerikanischen Volkes“ zum Ausdruck bringen. Biden dürfte auch ausführlich auf die Corona-Pandemie*, innenpolitische Themen wie seine Reformagenda und die steigende Inflationsrate in den USA eingehen. Die Republikaner holten bereits im Vorfeld der Ansprache gegen Joe Biden aus. Vor allem mit Corona-Einschränkungen sind die US-amerikanischen Konservativen überhaupt nicht einverstanden.

Der Präsident hatte bereits im April vergangenen Jahres eine Rede vor den Abgeordneten und Senatoren gehalten. Im ersten Amtsjahr eines Präsidenten wird eine solche Rede aber traditionell nicht als State of the Union Address bezeichnet. Die Umfragewerte von Joe Biden stecken derzeit im Keller* – viele US-Bürgerinnen und -Bürger sind alles andere als zufrieden mit dem Demokraten*. (lrg/cs mit dpa/AFP)

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