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Trump wendet sich radikal vom Klimaschutz ab

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Der menschengemachte Klimawandel - Donald Trump hat daran so seine Zweifel. Jetzt legt der US-Präsident die Axt an das Werk seines Vorgängers. Das könnte eine Bremse für den weltweiten Klimaschutz sein - oder ein Weckruf.

Mit seinen Ankündigungen erschwert Trump den Klimaschutz in den USA und weltweit. Foto: Andrew Harnik
1 / 16Mit seinen Ankündigungen erschwert Trump den Klimaschutz in den USA und weltweit. Foto: Andrew Harnik © Andrew Harnik
Die Kuppel des Kapitols in Washington D.C. hinter Qualm des Kapitol Kraftwerks. Foto: Jim Lo Scalzo/Archiv
2 / 16Die Kuppel des Kapitols in Washington D.C. hinter Qualm des Kapitol Kraftwerks. Foto: Jim Lo Scalzo/Archiv © Jim Lo Scalzo
Die Wüste im Norden Chinas dehnt sich aus. Foto: Bing Han/Archiv
3 / 16Die Wüste im Norden Chinas dehnt sich aus. Foto: Bing Han/Archiv © epa Bing Han
Abholzung im Regenwald. Foto: Werner Rudhart/Archiv
4 / 16Abholzung im Regenwald. Foto: Werner Rudhart/Archiv © Werner Rudhart
Verkehr in Peking: Die Massenmotorisierung schnürt Chinas Metropolen die Luft ab. Foto: Adrian Bradshaw/Archiv
5 / 16Verkehr in Peking: Die Massenmotorisierung schnürt Chinas Metropolen die Luft ab. Foto: Adrian Bradshaw/Archiv © Adrian Bradshaw
Nicht ohne Maske: Atemschutz gehört in Peking mittlerweile zum Alltag. Foto: Rolex Dela Pena/Archiv
6 / 16Nicht ohne Maske: Atemschutz gehört in Peking mittlerweile zum Alltag. Foto: Rolex Dela Pena/Archiv © Rolex Dela Pena
Wasser schleppen in Myanmar: Das Klimaphänomen El Niño hat dazu geführt, dass Stauseen austrocknen. Foto: Nyein Chan Naing/Archiv
7 / 16Wasser schleppen in Myanmar: Das Klimaphänomen El Niño hat dazu geführt, dass Stauseen austrocknen. Foto: Nyein Chan Naing/Archiv © Nyein Chan Naing
Thailand verdorrt: Ein Dorfbewohner bewegt sich auf dem Grund eines ausgetrockneten Stausees. Foto: Rungroj Yongrit/Archiv
8 / 16Thailand verdorrt: Ein Dorfbewohner bewegt sich auf dem Grund eines ausgetrockneten Stausees. Foto: Rungroj Yongrit/Archiv © Rungroj Yongrit
Dürre in Myanmar: El Niño hat das sonst wasserreiche Land austrocknen lassen. Foto: Hein Htet/Archiv
9 / 16Dürre in Myanmar: El Niño hat das sonst wasserreiche Land austrocknen lassen. Foto: Hein Htet/Archiv © Hein Htet
Hitzetod: Tausende tote Kraben liegen an der kalifornischen Küste - die Meereserwärmung hat sie umgebracht. Foto: Eugene Garcia/Archiv
10 / 16Hitzetod: Tausende tote Kraben liegen an der kalifornischen Küste - die Meereserwärmung hat sie umgebracht. Foto: Eugene Garcia/Archiv © Eugene Garcia
Nur noch Schlamm ist vom See Bukit Merah in Malaysia zu sehen. Das Klimaphänomen El Niño hatte das tropische Land austrocknen lassen. Foto: Fazry Ismail/Archiv
11 / 16Nur noch Schlamm ist vom See Bukit Merah in Malaysia zu sehen. Das Klimaphänomen El Niño hatte das tropische Land austrocknen lassen. Foto: Fazry Ismail/Archiv © Fazry Ismail
Wissenschaftler des deutschen Alfred-Wegener-Instituts in der Nähe der Forschungsstation Kings Bay auf Spitzbergen. Foto: Jens Büttner/Archiv
12 / 16Wissenschaftler des deutschen Alfred-Wegener-Instituts in der Nähe der Forschungsstation Kings Bay auf Spitzbergen. Foto: Jens Büttner/Archiv © Jens Büttner
Die Morgensonne hinter den qualmenden Schornsteinen eines Blockheizkraftwerkes. Foto: Patrick Pleul
13 / 16Die Morgensonne hinter den qualmenden Schornsteinen eines Blockheizkraftwerkes. Foto: Patrick Pleul © Patrick Pleul
Die hohen Wassertemperaturen haben die Korallenbleiche verstärkt. Foto: Great Barrier Reef Marine Park/Great Barrier Reef Marine Park Authority
14 / 16Die hohen Wassertemperaturen haben die Korallenbleiche verstärkt. Foto: Great Barrier Reef Marine Park/Great Barrier Reef Marine Park Authority © Great Barrier Reef Marine Park
Eisdecke auf dem Arktischen Ozean am Nordpol. Foto: Ulf Mauder/Archiv
15 / 16Eisdecke auf dem Arktischen Ozean am Nordpol. Foto: Ulf Mauder/Archiv © Ulf Mauder
Dramatische Rettungsaktion: Zwei Reservisten der peruanischen Armee und ein Zivilist kämpfen in Lima in einem überschwemmten Fluss gegen die Wassermassen an. Foto: El Comercio/GDA via ZUMA Wire
16 / 16Dramatische Rettungsaktion: Zwei Reservisten der peruanischen Armee und ein Zivilist kämpfen in Lima in einem überschwemmten Fluss gegen die Wassermassen an. Foto: El Comercio/GDA via ZUMA Wire © El Comercio

Washington (dpa) - US-Präsident Donald Trump hat mit einer radikalen Abkehr von der Klimapolitik seines Vorgängers scharfe internationale Kritik ausgelöst. China, der weltgrößte Treibhaus-Produzent, kündigte an, sich auch weiterhin an seine Klimaschutz-Zusagen zu halten.

Trump hatte am Dienstag ein umstrittenes Dekret unterzeichnet. Es sieht vor, zentrale Bestimmungen zum Klimaschutz aufzuweichen oder abzuschaffen. Die meisten Kritiker glauben jedoch, dass Trump den weltweiten Klimakurs damit nicht zu ändern vermag.

«Donald Trumps Versuch, die USA in einen mit Dinosaurier-Energie betriebenen Jurassic Park zu verwandeln, wird letztlich scheitern», erklärte der Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, Joachim Schellnhuber. «Dennoch wird das die nationalen Emissionsreduktionen eine Zeit lang erschweren.» International könne Trumps Dekret aber wie ein Weckruf wirken.

China will sich durch die US-Kehrtwende nicht von seinen Verpflichtungen nach dem Pariser Klimaschutzabkommen abbringen lassen, wie der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Lu Kang, in Peking sagte. Die «hart erkämpfte» Vereinbarung sei ein «Meilenstein» im Kampf gegen die Erderwärmung. Er appellierte an die anderen Unterzeichner, ihre Zusagen ebenfalls zu erfüllen.

190 Staaten hatten im Dezember 2015 das Abkommen unterzeichnet, das den weltweiten Temperaturanstieg auf unter zwei Grad Celsius begrenzen soll. Einen offiziellen Austritt aus dem Pariser Klimaschutzabkommen beschloss die Trump-Regierung mit dem neuen Dekret zwar nicht.

EU-Umweltkommissar Miguel Arias Cañete sagte aber am Dienstagabend in Brüssel: «Jetzt wird man sehen, mit welchen anderen Mitteln die USA ihre Zusagen aus dem Pariser Abkommen erreichen wollen.»

Trump hatte im Wahlkampf versprochen, Arbeitsplätze in der Kohleindustrie zurückzubringen. Mit dem Dekret wolle er sich bei den Menschen in den Kohlegebieten bedanken, die ihm ins Weiße Haus verholfen hätten.

Mit seinen Ankündigungen erschwert Trump den Klimaschutz in den USA und weltweit. Künftig müssen Bundesbehörden bei Entscheidungen etwa nicht mehr die Auswirkungen des Klimawandels bedenken. Die USA sollten dadurch von ausländischen Energiequellen unabhängig werden, hieß es zur Begründung. Tatsächlich wurden die USA aber bereits unter Obama energieautonom. Die Umsetzung von Trumps Verordnung könnte möglicherweise Jahre dauern. Umweltgruppen drohten bereits mit Klagen.

Trump hob auch den Stopp der Verpachtung von öffentlichem Land für Kohleförderung auf, und er änderte Begrenzungen der Methan-Emissionen in der Öl- und Gasindustrie.

Daneben forderte er die Umweltbehörde EPA auf, den «Clean Power Plan» zu überdenken. Dieses Vorhaben der Obama-Regierung mit Fokus auf Kraftwerke sollte den CO2-Ausstoß in den USA bis 2030 im Vergleich zu 2005 um 32 Prozent senken.

Trump hatte die Existenz eines von Menschen verursachten Klimawandels oft angezweifelt und einst als eine Erfindung Chinas bezeichnet. In seinem Kabinett sitzen viele Klimawandel-Skeptiker.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks sagte, Trumps Energiepolitik könne den Klimaschutz nicht stoppen. «Die USA sind wichtig, aber diese weltweite Entwicklung lässt sich nicht mehr zurückdrehen», sagte die SPD-Politikerin. Auch aus Sicht des CDU-Europaabgeordneten Peter Liese wird die Abkehr der US-Regierung vom Klimaschutz den internationalen Kampf gegen die Erderwärmung nicht aufhalten.

Trump mache sich zum «Totengräber der Zukunft», sagte Grünen-Chefin Simone Peter. Grünen-Bundestagsfraktionschef Anton Hofreiter sagte der Deutschen Presse-Agentur: «Wenn die USA die riesigen Chancen auf neue Arbeitsplätze und nachhaltigen Wohlstand liegen lassen wollen, müssen wir sie umso entschiedener ergreifen.» Mit seinem Vorhaben versetze er dem US-Markt für grüne Technologien einen herben Schlag, sagte Parteichefin Peter.

Die Hilfsorganisation Brot für die Welt bezeichnete sein Dekret als inakzeptabel und kurzsichtig. «Es ist sehr bitter, dass die USA ihre globale Verantwortung in Zukunft nicht mehr wahrnehmen», erklärte Sabine Minninger, Klimaexpertin der Organisation.

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