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Baerbock will in der Türkei Klartext reden - Antrittsbesuch auch in Griechenland

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Von: Katja Thorwarth

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Außenministerin Baerbock besucht drei Tage lang Griechenland und die Türkei.
Außenministerin Baerbock besucht drei Tage lang Griechenland und die Türkei. © Christophe Gateau/dpa

Türkei und Griechenland streiten um Erdgasvorkommen im östlichen Mittelmeer. Außenministerin Baerbock will für Zusammenhalt werben.

Ankara/Athen - Am Donnerstag (28. Juli) bricht Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) nach Griechenland und in die Türkei auf. Die dreitägige Reise soll im Zeichen des Ukraine-Kriegs stehen. Da Kreml-Chef Wladimir Putin versuche, die Nato zu spalten, sei dieser Doppelbesuch aktuell besonders wichtig, äußerte Baerbock vor ihrem Abflug nach Athen.

Die Grünen-Politikerin hat die beiden Nato-Länder bereits aufgerufen, angesichts der Bedrohung durch Russland ihre Spannungen beizulegen. „Nie kam es mehr auf den Zusammenhalt zwischen Nato-Verbündeten und europäischen Partnern an als in diesen Zeiten“, erklärte Baerbock weiter und verwies darauf, dass „Russland nicht nur die Unterwerfung der Ukraine als selbstbestimmtes Land plant, sondern mit allen Mitteln versucht, unser Bündnis zu spalten“.

Außenministerin Baerbock mit Appell an die Türkei und Griechenland

Baerbocks Reise erfolgt vor dem Hintergrund wachsender Auseinandersetzungen zwischen Griechenland und der Türkei. Die Beziehungen der beiden Nachbarländer sind seit Jahrzehnten spannungsgeladen. Grund sind konkurrierende Gebietsansprüche in der Ägäis, die für Streit sorgen. Die Türkei hatte zuletzt den Ton gegenüber Griechenland deutlich verschärft

Die Sicherheit im Mittelmeerraum werde ein „wichtiges Thema meiner Gespräche in Istanbul und Ankara sein“, sagte Baerbock, die gerade in der Türkei Klartext reden will: „Unsere Botschaft ist auch dort: Probleme müssen in Gesprächen gelöst werden, nicht durch die Eskalation von Spannungen.“

Annalena Baerbock reist zunächst nach Griechenland - dann in die Türkei

In Athen, der ersten Station ihrer Reise, will Baerbock am Nachmittag an die Gräuel der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg erinnern. Geplant sind auch der Besuch eines Flüchtlingslagers und Gespräche mit Vertretern der europäischen Grenzschutzagentur Frontex. „Die Aufgabe, die Griechenland hier für uns alle trägt, ist riesig und verdient unsere ganze Solidarität“, so Baerbock.

Gespräche mit der griechischen Regierung sind für Freitag geplant. Am Freitagnachmittag reist die Ministerin nach Istanbul weiter, wo sie den türkischen Außenminister Mevlüt Cavusoglu treffen soll. In Ankara will sie am Samstag mit Vertreterinnen und Vertretern der türkischen Opposition und der Zivilgesellschaft sprechen.

Außenministerin Baerbock will in der Türkei auch schwierige Themen ansprechen

Baerbock werde in der Türkei „auch die Themen ansprechen, bei denen wir teils fundamentale Differenzen haben“, kündigte sie und nannte „die Militärinterventionen in Nordsyrien, Menschenrechte, die Umsetzung von Verpflichtungen als Mitglied des Europarats“. „Unsere Wege“ müssten sich wieder aufeinanderzubewegen.

Die Antrittsbesuche der Außenministerin in Griechenland und der Türkei waren eigentlich schon für Anfang Juni geplant. Sie mussten wegen einer Corona-Erkrankung verschoben werden. (ktho/AFP)

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