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„Anne Will“ zur Hessen-Wahl: Bei einer Nachfrage verschlägt es Lindner die Sprache

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Robert Habeck und Christian Lindner in der ARD-Talkshow „Anne Will“.

In der Talkshow „Anne Will“ war die Hessen-Wahl 2018 das Thema. Wer wird Ministerpräsident und mit wem? Wie geht es jetzt in Berlin weiter? Zudem kam es zum Streit zwischen Christian Lindner und Robert Habeck.

  • Bei der Hessen-Wahl 2018 haben Union und SPD massive Verluste erlitten.
  • Die Grünen sind weiter auf Höhenflug.  
  • FDP und Linke ziehen in den Landtag ein. 
  • Am Sonntag diskutierte Anne Will darüber, welche Folgen die Hessen-Wahl für Berlin hat.

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+++ „Mich beschäftigt die Krise der Demokratie“, mischt sich die Politjournalistin ein. Wenn es so weiter geht, werde die Glaubwürdigkeit der Demokratie schwer beschädigt. Anne Will übernimmt es als Schlusswort. 

Anne Will: Seehofer nach Hause schicken?

+++ Kramp-Karrenbauer verweist in der Entscheidung auf die CSU und schießt gegen Habeck. „Ich fand das ein bisschen billig.“  

+++ Habeck schlägt als Sofortmaßnahme vor, Seehofer nach Hause zu schicken. Applaus im Publikum. 

+++ Wie geht es weiter? Lindner hofft auf Erneuerung bei der Bundestagswahl im Jahr 2021. Auch Habeck will nicht auf Neuwahlen schielen.  

+++ „Personelle Erneuerung ist das sine qua no für die Union“, sagt der Politikforscher Vorländer - anders gefasst: Die aktuellen Spitzen müssen früher oder später gehen.

Anne Will will wissen: Macht Merkel nach der Landtagswahl in Hessen weiter?

+++Macht Angela Merkel weiter? Kramp-Karrenbauer: „Das hat sie der gesamten Bundesrepublik gesagt.“ Stimmt nicht, widerspricht Anne Will. Ein Einspielfilm zeigt: Angela Merkel hat bislang nicht eindeutig gesagt, dass sie wieder antritt. Kramp-Karrenberger weist die Darstellung zurück: Alle CDU-Gremien hätten Merkel so verstanden, dass die Kanzlerin noch einmal als Parteichefin kandidieren werden.

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+++ „Was ändert sich gerade grundlegend und was ist ein Zufallseffekt?“, fragt Will. „Die Union hat mit unterschiedlichen Themen die Wahl verloren“, merkt Journalistin Christiane Hoffmann an. Es gehe jetzt darum, wie Angela Merkel „ihren Rücktritt organisiert.“  

+++ Will: „Ich will wissen, warum verlieren die Volksparteien derzeit so viel Zustimmung?“ Der Politforscher spricht von Hyperpersonalisierung der Politik. „Es gibt Auflösungserscheinungen in den Strukturen der alten Parteien, unsere Gesellschaft ist vielfältiger geworden.“ „Wie lange wollen Sie sich das anschauen, Frau Kramp-Karrenbauer?“, fragt Anne Will. Kramp-Karrenbauer gibt sich kämpferisch - antwortet aber wolkig: „Es lohnt sich, um das Konzept der Volkspartei zu kämpfen.“

Habeck vs. Lindner bei „Anne Will“: Wieder geht es um das Wort „cremig“

+++ Und wieder geht es um die Vokabel „cremig“. Habeck findet, auf die Wortwahl komme es an, es gehe um Stil und nicht um Populismus. Habeck und Lindner duzen sich übrigens konsequent.

+++ Will versucht es mit einer provokanten These: Reiten die Grünen nicht doch nur gerade auf einer Welle? Habeck räumt ein, „dass uns auch die Schwäche der anderen hilft“ Ist der Erfolg der Grünen eine Momentaufnahme? Vorländer sagt: „Die Grünen sind unbelastet von den Querelen in Berlin. Das ist deren Prämie gerade.“ Die Grünen seien momentan „Projektionsfläche“, urteilt Hoffmann. 

Anne Will und ihre Gäste

+++ Habeck will richtigstellen: Die Darstellung, die Grünen hätten Erfolg, „weil wir nichts tun, ist einfach falsch. Wir geben radikale Antworten, wegducken ist keine aktive Politik.“ Habeck hält auch von Andrea Nahles‘ „Fahrplan“ als Druckmittel in der GroKo für ein falsches Zeichen: „Das ist die ist falsche Antwort, das ist eine technische Maßnahme.“ - „Was sich da ändern soll, ist das Geheimnis von Frau Nahles.“

Alle Neuigkeiten zur Hessen-Wahl finden Sie in unserem News-Ticker

Anne Will zur Hessen-Wahl: Da verschlägt es Lindner glatt die Sprache

+++ Lindner wirft Habeck „Klimanationalismus“ vor. Habeck ist sauer. Der Vorwurf, die Grünen wollten die Kohle in Deutschland schnell abschaffen, nähmen aber in Kauf, dass dafür in Polen mehr verfeuert werde sei „fachlich nicht richtig.“ 

+++ Habeck geht Lindner an: „Finde es unangenehm, wenn du uns mit der AfD in einen Topf wirfst.“ Es geht um das Wort „cremig“. Lindner hatte Habeck als „cremig“ bezeichnet.

+++ Jamaika ist nach der Hessen-Wahl wieder ein Thema. Für Will Zeit, in alten FDP-Wunden zu bohren. Die Moderatorin wendet sich provokant an Lindner: „Sind Sie der Vater des grünen Erfolgs?“ Lacher im Publikum. Lindner findet es gar nicht lustig, zögert mit seiner Antwort. Es folgt ein Einspieler von Lindners legendärem Auftritt nach dem Scheitern der Jamaika-Verhandlungen: „Es ist besser, nicht zu regieren als falsch.“ Lindner: „Ich interessiere mich mehr für das, was morgen ist, nicht das, was gestern war.“

Anne Will zur Hessen-Wahl: Ist Christian Lindner der Vater des grünen Erfolgs? 

+++ Lindner freut sich, über die Zuwächse der Grünen zu sprechen und nicht über die Zuwächse der AfD. Der FDP-Chef freut sich auch über das Ergebnis seiner Partei in Hessen. „Wir sind heute ein kleiner Gewinner.“  

+++ Kramp-Karrenbauer sieht es pragmatisch: Über kurz oder lang komme man immer zu Neuwahlen. Die Große Koalition müsse nun arbeiten. 

+++ Hoffmann äußert eine klare These: „Mit diesem ‚Fahrplan‘ soll lediglich die Diskussion um ein Auseinanderdriften der GroKo gebremst werden. Scholz mischt sich ein, argumentiert. Will bemängelt, Scholz liefere immer nur die immer gleiche Antwort.

+++ Aber ändert dieser verbindliche Fahrplan etwas? Politjournalistin Christiane Hoffmann ist skeptisch. „Es wird nicht mehr heil in dieser Koalition, es wird nicht helfen.“ Auch Politikwissenschaftler Hans Vorländer glaubt nicht an eine große Zukunft der GroKo. „Die Situation ist so, als würden sich zwei Ertrinkende aneinander klammern. Es braucht eine Rundumerneuerung“

Scholz bestätigt bei Will den Nahles-Vorstoß nach der Hessen-Wahl

+++Will fragt bei Scholz: „Wie kann man jetzt nach diesem Wahlergebnis immer noch Zeit verstreichen lassen? Wie sieht der verbindliche Fahrplan aus?“ Scholz bestätigt Nahles‘ Fahrplan-Vorstoß: „Das machen wir“. 

+++ Erste Frage geht an Annegret Kramp-Karrenbauer: „Fällt Ihnen bei minus 11 Prozentpunkten nichts Selbstkritisches ein?“ Kramp-Karrenbauer gibt zu: Das Ergebnis kann die CDU nicht zufriedenstellen. Will hakt nach: „Welchen Plan haben Sie für die, die die Hessen-Wahl als Denkzettelwahl sahen, zu bieten?“ Kramp-Karrenbauer fällt nicht viel dazu ein. Will zitiert Nahles: „Zustand der Regierung ist nicht akzeptabel“

+++ Anne Will stellt die hochkarätige Runde vor. „Wir reden über die bundespolitischen Konsequenzen“.  

+++ Herzlich Willkommen zu unserem Live-Ticker zur spannenden Wahlsendung von Anne Will.

An dieser Stelle fassen für Sie die wichtigsten Aussagen der laufenden Sendung zusammen.

Anne Will: Welche Auswirkungen hat die Hessen-Wahl auf Merkel und Nahles?

Was bedeutet das Ergebnis der Hessen-Wahl 2018 für Hessen und welche Auswirkungen sind für die Bundespolitik zu erwarten? Die CDU bleibt trotz massiver Einbußen bei der Landtagswahl in Hessen stärkste Kraft. Auch die SPD verliert klar und liefert sich ein enges Rennen mit den Grünen um Platz zwei. Die Ergebnisse von CDU und SPD könnten die große Koalition in Berlin unter Druck setzen.

Über die aktuellen Themen der Wahl diskutiert Anne Will am Sonntag, 28. Oktober mit ihren Gästen um 21.50 Uhr.

Die Gäste bei Anne Will nach der Hessen-Wahl 2018 

  • Olaf Scholz (SPD), Vizekanzler und stellvertretender Parteivorsitzender
  • Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU), Generalsekretärin
  • Robert Habeck (Bündnis 90/Die Grünen), Parteivorsitzender
  • Christian Lindner (FDP), Parteivorsitzender und Fraktionsvorsitzender im Bundestag
  • Christiane Hoffmann, Stellvertretende Leiterin des "Spiegel"-Hauptstadtbüros
  • Hans Vorländer, Politikwissenschaftler

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js

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