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NRW-Städte hissen Regenbogenfahne zu Deutschland-Spielen

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Von: Benjamin Stroka

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Dortmund, Duisburg und Iserlohn haben angekündigt, zu Deutschland-Spielen bei der WM 2022 in Katar Regenbogenfahnen zu hissen. Eine Reaktion auf das „One Love“-Verbot.

Dortmund/Duisburg/Iserlohn – Nachdem die FIFA mehreren Mannschaften bei der WM 2022 in Katar, darunter auch Deutschland, verboten hat, die „One Love“-Binde zu tragen, reagieren jetzt auch erste Städte in NRW auf die Entscheidung. Dortmund, Duisburg und Iserlohn haben angekündigt, zu allen Deutschland-Spielen bei der laufenden WM eine Regenbogenfahne am Rathaus zu hissen.

„Homophobie, Antisemitismus und Rassismus dürfen wir keinen Platz in unserer Gesellschaft einräumen! Die Vergabe einer Fußball-WM an Katar war ein Fehler, aber das Verbot der ‚One Love‘-Binde ist ein moralischer Offenbarungseid der FIFA!“, sagt Iserlohns Bürgermeister Michael Joithe.

Eine Regenbogenfahne in Duisburg und ein „One Love“-Symbol vor einer WM-Wand in Katar (Montage).
Die NRW-Städte Duisburg und Iserlohn werden zu jedem WM-Spiel der deutschen Nationalmannschaft eine Regenbogenfahne hissen (IDZRW-Montage). © Uwe Köppen/Stadt Duisburg & Panoramic International/Imago

„One Love“-Debatte: FIFA verbot Kapitänsbinde – DFB machte Rückzieher

Die FIFA hatte mehreren europäischen WM-Teilnehmern das Tragen der „One Love“-Kapitänsbinde verboten. Wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet, sollen die entsprechenden Teilnehmer stark unter Druck gesetzt worden sein, die Binde nicht zu tragen. Die FIFA habe sogar mit sportlichen Sanktionen gedroht, heißt es. Auch die deutsche Fußballnationalmannschaft um Kapitän Manuel Neuer wollte eigentlich mit der „One Love“-Binde auflaufen und damit ein Zeichen setzen. Neben Deutschland hatten das auch England, Belgien, die Niederlande, Wales, die Schweiz und Dänemark geplant.

„One Love“-Binde: Wofür genau steht das Symbol?

Die „One Love“-Kapitänsbinde gilt als Zeichen gegen Homophobie, Antisemitismus und Rassismus sowie gleichzeitig für Menschen- und Frauenrechte. Das Symbol auf der Kapitänsbinde ist ein Herz mit mehreren bunten Streifen, die an die Regenbogenflagge erinnern. Mitten in dem Herz befindet sich eine „1“, rechts daneben steht als Schriftzug „LOVE“.

Der DFB machte aber nach dem Verbot durch die FIFA einen Rückzieher. Das sorgte für massive Kritik aus weiten Teilen der Gesellschaft in Deutschland – nicht nur an der FIFA, sondern auch am DFB. Es kam sogar so weit, dass Sponsor Rewe die Partnerschaft mit dem DFB beendete, berichtet wa.de.

„One Love“-Debatte: Dortmund, Iserlohn und Duisburg hissen Regenbogenfahne

In Nordrhein-Westfalen wollen nach dem Verbot der Kapitänsbinde nun also erste Städte ein Zeichen setzen.

► „In Katar dürfen es die Fußballer nicht, aber die Stadt Iserlohn darf und tut es: Flagge zeigen, und zwar in bunten Farben“, teilte die Stadt Iserlohn am Dienstag mit.

► Am Mittwoch zog Duisburg nach. „In Duisburg kann jeder Mensch nach seinen eigenen Überzeugungen leben und lieben. Und genau so sollte es überall in der Welt selbstverständlich sein. Für diese Überzeugung treten wir ein – vor, während und nach der Fußball-Weltmeisterschaft“, erklärt Oberbürgermeister Sören Link.

► „Unsere Stadt steht für Vielfalt, Toleranz und Demokratie“, begründet die Stadt Dortmund die Entscheidung auf Twitter.

► Duisburg und Iserlohn haben angekündigt, zu jedem Deutschland-Spiel bei der laufenden WM eine Regenbogenfahne am Rathaus zu hissen.

Erstmals hängt die Fahne damit bereits am 23. November, wenn Deutschland gegen Japan in das WM-Turnier in Katar startet (Anstoß um 14 Uhr). Weitere Termine sind am 27. November (Deutschland gegen Spanien; Anstoß um 20 Uhr) sowie am 1. Dezember zum Spiel gegen Costa Rica (Anstoß um 20 Uhr). Sollte Deutschland in die K.o.-Phase einziehen, dann wollen die Städte Iserlohn und Duisburg auch weiterhin an jedem Spieltag mit deutscher Beteiligung die Regenbogenflagge hissen. Dortmund hat dies, zumindest bislang, nur für den ersten WM-Spieltag der DFB-Elf angekündigt.

In NRW gibt es schon länger Kritik an der Fußball-WM in Katar. So haben beispielsweise viele Kneipen und Weihnachtsmärkte angekündigt, keine Spiele der laufenden WM zu übertragen. Die Stadt Köln hatte bereits im Vorfeld verkündet, dass es kein offiziell organisiertes Public Viewing geben werde. (bs)

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