Schuss in den Kopf

Junge Mutter (20) stirbt bei TikTok-Videodreh

Bei einem Video-Dreh für die Internet-Plattform TikTok in Mexiko kam ein junger Star zu Tode. Die junge Mutter hinterlässt ein einjähiges Kind. 

  • Star stirbt bei Video-Dreh: Junger Mutter wird in den Kopf geschossen
  • Staatsanwaltschaft gibt erste Details bekannt - Schütze mittlerweile bekannt
  • TikTok-Star war wohl sofort tot

Kassel/Chichuahua - Ob Lifehack, Tier-Video oder Prank, die Plattform TikTok wird immer beliebter. Nutzer können dort kurze Videos hochladen. Areline Martínez war ein regelrechter Star auf der Plattform. Videos mit düsterem Beigeschmack waren ihre Spezialität.

Doch bei ihrem letzten Video-Dreh kam es zu einem schweren Unfall. Als die 20-jährige Mutter eine Entführung inszenieren wollte, löste sich ein Schuss und traf sie am Kopf. Die junge Frau war sofort tot.

TikTok-Video: Star versehentlich durch Kugel getötet

Ein Video, dass der mexikanische Nachrichten-Sender MILENIO auf seinem YouTube-Kanal* veröffentlichte, zeigt einen Ausschnitt aus dem Video. Die Szenen haben sich mutmaßlich kurz vor dem tödlichen Schuss abgespielt, so die Staatsanwaltschaft in Chichuahua.

Die Szenen sollen sich am Freitag (2.10.2020) südlich der mexikanischen Stadt Chichuahua abgespielt haben. In dem Video ist die inszenierte Entführung zu sehen. Areline Martínez sitzt gefesselt neben einem ebenfalls gefesselten Mann auf einer Couch. Sie ist an Händen und Beinen gefesselt. Um die beiden stehen teils bewaffnete Personen herum.

Einer richtet sogar eine Waffe auf den Hinterkopf des gefesselten Mannes. Szenen dieser Art waren Areline Martínez Erfolgsrezept auf TikTok. Recherchen der Redaktion ergaben, dass ihr TikTok-Profil momentan nicht mehr öffentlich einzusehen ist.

Tod am Video-Set: Neun Männer hatte die Entführung der Mutter inszeniert

Der ermittelnde Staatsanwalt von Chichuahua, César Augusto Peniche gab bekannt, dass insgesamt neun Männer die Entführung mit Areline Martínez inszeniert hätten. Nach dem tödlichen Schuss flohen, bis auf eine Person, alle Beteiligten. Der zurück gebliebene Mann informierte die Behörden über den Unfall.

Laut ersten Ermittlungen wurde bei dem Video-Dreh eine scharfe Waffe verwendet. Aus dieser wurden zuvor zwar die Patronen entfernt, doch eine scharfe Patrone blieb wohl unbemerkt im Lauf der Pistole zurück, so MILENIO.

Nach Angaben der zuständigen Staatsanwaltschaft konnte der Schütze mittlerweile ermittelt werden. Gegenüber MILENIO forderte die Familie des TikTok-Stars Gerechtigkeit und Konsequenzen für die Verantwortlichen. Die junge Frau hinterlässt eine einjährige Tochter. (luc)

Waffen in Mexiko

Anders als in Deutschland kann man in Mexiko legal Schusswaffen besitzen. Ähnlich wie in den Vereinigten Staaten ist das Recht auf den Besitz von Waffen dort in der Verfassung verankert. Rein formal kann dort also jeder eine Handfeuerwaffe zum Selbstschutz besitzen, wie das Handelsblatt berichtet.

Allerdings ist der legale Erwerb an einige Auflagen geknüpft. So muss hierfür beispielsweise ein einwandfreies Führungszeugnis bestehen. Außerdem ist der Besitz auch nur innerhalb der eigenen Räumlichkeiten gestattet, so das Handelsblatt.

Allerdings gibt es im ganzen Land nur einen Laden in dem Schusswaffen verkauft werden dürfen. Neben diesem existiert wohl ein florierender Schwarzmarkt.

*Trigger-Warnung: Es sind Szenen einer (inszenierten) gewaltsamen Entführung zu sehen.

Rubriklistenbild: © XinHua/dpa

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